Geldvermögen gehen weltweit zurück, aber Deutschland ist Sparweltmeister

Deutsches Institut für Altersvorsorge: Erstmals gingen im vergangenen Jahr die Geldvermögen sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern zurück. Solch eine Entwicklung gab es nicht mal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Die Deutschen aber beeindruckt das kaum. Sie bleiben ihrem Sparweltmeister-Titel treu.

Das beweist der aktuelle Global Wealth Report der Allianz. Der Versicherer untersuchte für die Studie 53 Länder in Bezug auf Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds – lediglich Immobilien flossen nicht in die Analyse mit ein.

Diesen Zahlen zufolge verschlechtert sich die Annäherung der Vermögensunterschiede zwischen den armen und reichen Ländern dieser Welt. So fielen die Brutto-Geldvermögen in den Schwellenländern um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang fällt damit stärker aus als in den Industriestaaten mit 0,1 Prozent.

 


 

Die Allianz nennt das eine „bemerkenswerte Trendumkehr“. In den letzten beiden Dekaden wuchsen die Schwellenländer noch durchschnittlich um 11,2 Prozent pro Jahr.

Wegen des starken Anstiegs der Verschuldung fielen die Netto-Vermögen, also der Differenz zwischen Brutto-Vermögen und Verbindlichkeiten, sogar noch kräftiger. Weltweit sank das Netto-Geldvermögen um 1,9 Prozent auf 129,8 Billionen Euro. Die Schwellenländer brachen dabei mit 5,7 Prozent besonders drastisch ein.

Dass die Vermögen global zurückgehen, ist eine noch nie da gewesene Entwicklung. Schuld daran ist vor allem der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Aber auch Mexiko, Südafrika und Japan mussten erhebliche Einbußen verkraften. Die Streitigkeiten setzten dem Aufholprozess der ärmeren Staaten ein jähes Ende.

Deutsche sparen falsch und machen damit alles richtig
Deutschland schwimmt währenddessen gegen den Strom. Trotz des weltweiten Abwärtstrends stiegen die Geldvermögen in der Bundesrepublik um 2,2 Prozent auf insgesamt 6,2 Billionen Euro an.

Ursache hierfür ist die schlechte Aktienkultur in Deutschland. So sparen die Bundesbürger überwiegend traditionell mit Bankeinlagen. Wertpapiere sind nicht sehr beliebt.

Diese bei Niedrigzinsen Rendite vernichtende Anlegerkultur kam den Deutschen im vergangenen Jahr zugute. Der Handelskrieg zwischen den USA und China, der sich endlos ziehende Brexit und Spannungen im Nahen Osten verunsicherten die Märkte enorm. Die Aktienkurse verloren 2018 um etwa zwölf Prozent. Das wirkte sich ebenso auf die Vermögensentwicklung aus.

Davon weniger betroffen waren allerdings deutsche Sparer mit ihrer Sparstrumpfmentalität. Die Menschen legten hierzulande so viel Geld auf die hohe Kante wie in kaum einem anderen Land und machten dadurch die Verluste am Kapitalmarkt mehr als wett.

Netto haben die Bundesbürger ein Vermögen von rund 53.000 Euro pro Kopf. In der Liste der reichsten Länder der Welt belegt Deutschland damit den 18. Rang. Auf Platz 1 der Nettofinanzvermögen liegt trotz Handelskonflikte die USA, gefolgt von der Schweiz, Singapur und Taiwan.

 


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