Gold: Mehr als nur eine Bärenmarktrally?

Ayondo Markets: Schlechter hätte der Jahresauftakt an den Aktienmärkten kaum ausfallen können. Eine tragfähige Bodenbildung ist bei den wichtigsten Indizes noch nicht in Sicht. „Sichere Häfen“ sind gefragt, Gold zählt zu den wenigen Gewinnern der vergangenen Wochen. Seit dem Tief von Mitte Dezember legte der Kurs um rund neun Prozent zu und eroberte in dieser Woche auch die fallende 200-Tage-Linie zurück. Wenig überraschend, denn einige wichtige Einflussfaktoren haben sich zuletzt positiv für das Edelmetall entwickelt.  

 

Goldene Perspektiven?

Gold-Optimisten mussten in den vergangenen Monaten gute Nerven haben, Kurse unter der psychologisch wichtigen Schwelle von 1.000 Dollar je Feinunze waren fast schon ausgemachte Sache. Auch jetzt kann noch keine Entwarnung gegeben werden, die Perspektiven haben sich aber verbessert. Weitere Zinserhöhungen in den USA wird es angesichts der schwachen Konjunkturdaten im laufenden Jahr kaum geben, die Renditen für 10jährige US-Staatsanleihen sind auf dem Rückzug. Damit sinken auch die Opportunitätskosten der Goldhaltung, weil das Edelmetall Gold keine Zinsen abwirft.

 

Auch der Währungsmarkt spielt den Gold-Bullen in die Karten. Der Dollar verzeichnete zur Wochenmitte den größten Tagesverlust seit sieben Jahren. Schließlich basierte die Aufwertungsrally seit Mitte 2014 vor allem auf einer Normalisierung der US-Geldpolitik. Eine Abwertung des Greenbacks macht das begehrte Edelmetall für Investoren außerhalb der USA günstiger, entsprechend positiv reagiert der Kurs. Zudem sorgen die Turbulenzen an den Finanzmärkten, vor allem in China und die damit verbundenen Sorgen einer konjunkturellen Talfahrt der Weltwirtschaft für stärkere Nachfrage.

 

Münzen und Papier-Gold sind wieder gefragt

Dies zeigen auch die jüngsten Daten der Gold-ETFs. Im Januar verzeichneten die Papiere mit knapp 55 Tonnen den höchsten Monatszufluss seit einem Jahr, auch im Februar hielten die Käufe bisher an. Untermauert wird dies von der physischen Seite, die US-Münzanstalt verkaufte in den ersten vier Wochen rund 124.000 Unzen, 53 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit September nicht mehr. Ähnlich das Bild am Terminmarkt, wo nach einer rekordhohen Netto-Short-Positionierung zum Jahresende die Netto-Long-Bestände auf dem höchsten Niveau seit knapp drei Monaten liegen.

 

 

Vorerst noch kein Trendbruch

Sollte der Dollar weiter abwerten, die Renditen fallen und die Nervosität an den Börsen hoch bleiben, dürfte der Goldpreis  seinen Aufschwung fortsetzen. Mit der Rückeroberung der 200-Tage-Linie erzielten die Bullen aus charttechnischer Sicht einen ersten Achtungserfolg, der aber mit Blick auf die Entwicklung im Oktober 2015 nicht überbewertet werden sollte. Spätestens am mittelfristigen Abwärtstrend bei 1165 Dollar ist mit einer Atempause zu rechnen, zumal der Kurs mit 3,5 Prozent bereits gefährlich weit über seiner 21-Tage-Linie verläuft.

 

Langfristig gesehen ist die laufende Erholung bisher nur als Bärenmarktrally einzuordnen. Der übergeordnete maßgebliche Abwärtstrend verläuft derzeit bei 1210 Dollar. Erst wenn Gold auch darüber noch gekauft wird, kann von einer abgeschlossenen Bodenbildung gesprochen werden.

 

Autor: Feingold Research

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