Kryptowährungen: Was Sie über Bitcoin und Co. wissen sollten

Credit Europe Bank: Angeblich gibt es schon über 2.000 Kryptowährungen – und es werden immer mehr. Die bekanntesten sind Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple.

Inzwischen bastelt auch Facebook an eigenem Digitalgeld. Dem geplanten Libra stehen allerdings sehr viele Länder und Institutionen skeptisch gegenüber. Regierungen und Banken befürchten, dass ein unabhängiges Zahlungsmittel, auf das Hunderte Millionen Nutzer weltweit zurückgreifen können, das staatliche Geldmonopol aushöhlen und die Finanzstabilität gefährden könnte.

Denn eine Haupteigenschaft des Digitalgeldes ist seine Unabhängigkeit. Es gibt keine Aufsichtsstelle, dass heißt keine Regierung oder Zentralbank, die das Angebot und die Nachfrage beeinflussen oder regulieren kann.

 


 

Wie entsteht und funktioniert digitales Geld?
Grob gesagt, werden Kryptowährungen von vielen, miteinander verbundenen Computern erschaffen. Deren Rechenprogramme erzeugen lange Datenketten, die codiert in eine Datenbank einfließen. Die Datenketten sind quasi das neu erschaffene Geld, Münzen und Scheine gibt es nicht.

Die meisten Kryptowährungen, so auch Bitcoin, arbeiten im Blockchain-Verfahren. Die Blockchain entspricht dem Kassenbuch der Währung. Jede Transaktion mit einer Datenkette wird in dieser Datenbank festgehalten, zum Beispiel wer wann wie viel Kryptogeld besessen hat und wohin es überwiesen wurde.

Weil es jeden Tag unzählige Transaktionen gibt, würde eine normale Datenbank schnell an ihre Grenzen kommen. Deshalb werden die Informationen in einzelnen Blöcken gespeichert. Ist ein solcher Block voll, wird er versiegelt, damit er nachträglich nicht mehr verändert werden kann. Dann wird ein neuer Block gestartet und an den alten angehängt – wie bei einer Kette (engl. Chain).

Eigenschaften von Kryptowährungen
Digitales Geld zeichnet sich durch eine hohe Informationssicherheit aus. Aufgrund der komplexen Verschlüsselung kann niemand die Kryptowährung manipulieren. Kryptokonten werden anonym geführt, Kontoinhaber können mit einem privaten, digitalen Schlüssel darauf zugreifen.

Sämtliche Transaktionen sind ebenfalls anonym. Nutzer können zwar die Transaktionsbeträge sehen, nicht aber die Person, die die Beträge gesendet hat. Die virtuellen Zahlungen werden über Adressen empfangen, die aus zufälligen Ketten mit rund 30 Zeichen bestehen. Das macht es unmöglich, die Adressen mit den realen Identitäten der Benutzer in Zusammenhang zu bringen.

Die Vertraulichkeit einer Überweisung ist daher sehr hoch, andererseits nutzen schwarze Schafe gern die Anonymität von Kryptowährungen aus.

Die Transaktionen erfolgen extrem schnell und werden binnen Minuten bestätigt. Jede Transaktion ist irreversibel, das heißt, sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Überweisungen sind von jedem Computer überall auf der Welt aus möglich. Die Software zur Teilnahme an einer Kryptowährung lässt sich kostenlos im Internet herunterladen und installieren.

 


 

So wird mit virtuellem Geld bezahlt
Zahlungen erfolgen online. Das geschieht zum Beispiel mittels dem sogenannten Bitcoin-Client – der Software, bei der das Bitcoin-Konto geführt wird. Jeder Bitcoin-Nutzer hat hier eine Art Kontonummer, die aus einem verschlüsselten Code besteht. Damit können Bitcoin-Nutzer Beträge überweisen – ähnlich wie bei einer Online-Überweisung.

Wenn Sie in einem Geschäft mit Bitcoin zahlen möchten, brauchen Sie eine sogenannte Wallet (englisch für Geldbörse). Das ist eine App, die auf dem Smartphone installiert wird und als digitales Portemonnaie dient. Damit können Sie Ihr digitales Geld verwalten und ausgeben. An der Kasse wird dazu ein QR-Code erstellt, den Sie mit Ihrer Handykamera scannen. Danach wird genau dieser Betrag auf das Bitcoin-Konto des Empfängers überwiesen.

Aber denken Sie daran: Einmal ausgegeben, ist das Geld unwiederbringlich weg. Die Rückbuchung einer Zahlung ist nicht möglich. Bitcoins und andere Währungen sind inzwischen nicht nur bei Privatleuten akzeptiert, sondern auch im Online-Handel, etwa bei Expedia oder Edeka. Ebenso lässt sich in teilnehmenden Restaurants und Geschäften mit der Kryptowährung bezahlen.

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