LYNX Broker: Wochenausblick Broker KW 39

LYNX Broker: Unser Ausblick auf die Fundamentaldaten

Die Union hat die Bundestagswahl klar für sich entschieden und konnte 41,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Bildung einer Koalition wird sich in den nächsten Tagen und Wochen abzeichnen. Abseits der Politik wird es zudem eine deutsche Börsenwoche mit dem ifo Geschäftsklimaindex und deutschen Verbraucherpreisen.

Bundestagswahl 2013 – Beinahe-Sensation für Merkel
Die Bundestagswahl war diesmal außergewöhnlich spannend. Gemäß den Hochrechnungen lag zwischenzeitlich sogar eine absolute Mehrheit für die CDU unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bereich des Möglichen. Auch der Einzug der AfD (Alternative für Deutschland) war bis tief in die Nacht nicht ausgeschlossen. Die FDP wird nicht im neuen Bundestag vertreten sein. Klarheit brachte erst das vorläufige amtliche Endergebnis: Die Union erreichte demzufolge 41,5 Prozent, die SPD 25,7 Prozent, die Linke 8,6 Prozent, die Grünen 8,4 Prozent, die AfD 4,7 Prozent und die FDP 4,8 Prozent. Die Börsen könnten mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Ausgang der Wahl schauen, denn Kanzlerin Merkel ist der natürliche Koalitionspartner abhanden gekommen. Gegen eine große Koalition sollten die Märkte laut Experten jedoch auch keine Einwände haben. Der Ausgang der Wahlen sollte zumindest eine Stärkung des Euro bedeuten, da die Alternative für Deutschland (AfD) in Deutschland keinen Einfluss auf die Gestaltung der Politik haben wird.

Für die neue Handelswoche kommen viele Daten aus Deutschland
Die neue Börsenwoche wird zudem weitere Daten aus Deutschland bieten. Deutsche Einkaufsmanagerindizes am Montag, der ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag, die Konsumstudie für Deutschland von der GfK am Mittwoch, deutsche Bauhauptgewerbedaten am Donnerstag, deutsche Verbraucherpreise am Freitag – es wird wohl eine deutsche Börsenwoche. Aber auch viele US-Zentralbanker und Offizielle der EZB werden in der neuen Woche öffentliche Reden und Termine haben. Politische Börsen sind sehr schwer einzuschätzen. Gerade deshalb kann es nicht falsch sein, Gewinne zu sichern oder mitzunehmen. Nicht investierte Anleger und Trader sollten zumindest die Lage beobachten und gegebenenfalls den Handelstag vorerst an der Seitenlinie verbringen. Der deutsche Leitindex DAX beendete die Woche am Freitag mit Verlusten und schloss bei 8.675,73 Punkten, einem Minus von 0,21 Prozent. Nachbörslich zogen die nachgebenden Kurse an der Wall Street mit einem Dow Jones bei 15.451,09 Punkten – einem Minus von 1,19 Prozent – auch den DAX nach unten. Indikationen sahen den DAX im außerbörslichen Handel bei rund 8.659 Punkten. Der NASDAQ 100 ging an der amerikanischen Technologiebörse mit 3.224,73 Punkten und einem Minus von 0,40 Prozent ins Wochenende. Der breitere S&P 500-Index schloss mit einem Minus von 0,72 Prozent bei 1.709,91 Punkten. Der EUR/USD beendete den Handel mit einem Kurs von 1,3523, Gold mit 1.325,70 US-Dollar je Feinunze und Rohöl der Nordseesorte Brent mit einem Preis von 109,30 US-Dollar je Fass. Der Euro-Bund-Future stand zu Handelsschluss am Freitag bei 138,51.

Volkswirtschaftliche Daten und Unternehmensnachrichten
Der Montag bringt um 09:00 Uhr französische und um 09:30 Uhr deutsche Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors für den Monat September. Um 10:00 Uhr werden der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes und der Gesamt-Einkaufsmanagerindex (beide September) für die Eurozone publiziert. Insgesamt sollten die Indizes im Vergleich zum Vormonat besser ausfallen. Der Ausgang der deutschen Wahlen könnte hier jedoch die volkswirtschaftlichen Daten zumindest im europäischen Handel in den Hintergrund drängen. Der Chicago Fed National Activity Index für den August wird um 14:30 Uhr veröffentlicht. Um 15:00 Uhr folgt der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im September von Markit. Zeitgleich spricht EZB-Präsident Mario Draghi in Brüssel. Die FOMC-Mitglieder Dudley, Lockart und Fisher werden sich in New York und San Antonio zu den aktuellen Maßnahmen der Fed äußern. Am Montag bleiben die Börsen in Japan geschlossen. Tokio wird folglich erst in der Nacht zum Dienstag in die neue Handelswoche starten. Von Unternehmensseite gehen am Montag aus den USA sieben Quartalsberichte ein, darunter der von Red Hat.

Der Dienstag wird nochmals von deutschen Daten geprägt. Der ifo-Geschäftsklimaindex für den September wird um 10:00 Uhr ausgegeben. In den Prognosen wird er von den Experten bei 108,00 Punkten gesehen. Für die Geschäftslage im September wird ein Wert von 112,60 Punkten erwartet, die Geschäftserwartungen werden bei 104,00 Punkten gesehen. Volatilität ist rund um die Datenausgabe garantiert. Britische Hypothekengenehmigungen für den August werden um 10:30 Uhr publiziert. Um 11:00 Uhr wird die italienische Handelsbilanz für den August auszuwerten sein. Zum Nachmittag gibt es um 14:30 Uhr den kanadischen Einzelhandelsumsatz für den Juli und um 14:55 Uhr das US Redbook. Der Case-Shiller-Composite-20-Hauspreisindex für den Juli läuft um 15:00 Uhr über die Ticker. Zur gleichen Zeit wird auch der FHFA-Hauspreisindex für den Juli veröffentlicht. Um 16:00 Uhr sorgen der Richmond Fed Manufacturing Index für den September und das US-Verbrauchervertrauen September vom Conference Board für Marktbewegung. Am Dienstag liefern erneut sieben US-Unternehmen, darunter die Carnival Group, ihre aktuellen Quartalsergebnisse.

Der Mittwoch beginnt um 00:45 Uhr in der asiatisch-pazifischen Handelszeit mit der neuseeländischen Handelsbilanz für den August. Für 01:50 Uhr sind die japanischen Dienstleistungspreise für den August zu erwarten. Weiter geht es mit den ersten europäischen Daten aus der Schweiz: Der UBS-Konsumindikator für den August geht um 08:00 Uhr ein. Zeitgleich wird das GfK-Konsumklima für den Oktober publiziert. Um 08:45 Uhr erscheint vorbörslich noch das Insee-Unternehmensvertrauen aus Frankreich. Direkt zum europäischen Börsenstart kommen um 09:00 Uhr die spanischen Erzeugerpreise für den August. Das italienische Verbrauchervertrauen für den September wird um 10:00 Uhr ausgegeben. Der britische Einzelhandelsumsatz von der CBI erreicht die Märkte um 12:00 Uhr. Die ersten US-Daten sind mit den wöchentlichen MBA-Hypothekenanträgen um 13:00 Uhr zu erwarten. Zum Nachmittag um 14:30 Uhr werden in den USA der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für den August und um 16:00 Uhr die Neubauverkäufe für den August veröffentlicht. Rohstoffhändler achten um 16:30 Uhr auf die Ausgabe der aktuellen US-Lagerbestandsdaten von Rohöl und weiteren Destillaten. Am frühen Abend kurz vor Xetra-Schluss spricht Bundesbankpräsident Weidmann in Düsseldorf. Um 18:00 Uhr werden noch französische Arbeitsmarktdaten für den August zu bewerten sein. Zuvor hatte Frankreich 3,29 Millionen Arbeitslose zu vermelden gehabt. Erneut werden sieben US-Unternehmen ihre Zahlen vorlegen, darunter Bed Bath & Beyond.

Der Donnerstag beginnt um 03:30 Uhr mit den australischen Arbeitsmarktdaten für den September. Die ersten europäischen Daten kommen um 08:00 Uhr aus Deutschland mit den Aufträgen des Bauhauptgewerbes im Juli und den Schulden der öffentlichen Haushalte im ersten Halbjahr. Um 08:45 Uhr wird das französische Verbrauchervertrauen für den September publiziert. Die italienischen Einzelhandelsumsätze für den Juli werden um 10:00 Uhr veröffentlicht. Zur gleichen Zeit laufen die Geldmenge M3 für die Eurozone im August und die Kredite an den privaten Sektor in der Eurozone im August über die Ticker. Die britischen Daten um 10:30 Uhr zum Leistungsbilanzsaldo, zum BIP und zu den Unternehmensinvestitionen im zweiten Quartal bewegen vor allem den britischen Aktien- und Anleihemarkt, allen voran aber die GBP-Crosses an den Devisenmärkten. Um 11:00 Uhr werden die neuesten Zahlen zur Kapitalisierung der Börsenmärkte der Eurozone im August veröffentlicht. Zum Nachmittag um 14:30 Uhr haben die Märkte das US-BIP des zweiten Quartals zu bewerten. Zeitgleich treffen die Erstanträge und die fortgesetzten Anträge auf Arbeitslosenhilfe ein. Um 15:00 Uhr publiziert die SNB (Schweizer Nationalbank) ihren Quartalsbericht und gibt Auskunft über die aktuelle Notenbankpolitik. Außerdem liefert sie einen Ausblick zur Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz. Um 16:00 Uhr werden schließlich noch die schwebenden Hausverkäufe für den August in den USA ausgegeben. Auf Unternehmensseite publizieren Hennes & Mauritz (SE), Hornbach Holding (D), Nike (USA) und BlackBerry ihre aktuellen Quartalszahlen.

Der Freitag bringt in der Nacht um 01:01 Uhr das britische GfK-Verbrauchervertrauen. Um 01:30 Uhr können die japanischen Verbraucherpreise für den September vor allem am Devisenmarkt für Volatilität in den JPY-Crosses sorgen. Die chinesischen Industrieprofite für den August werden um 03:30 Uhr publiziert. Um 03:45 Uhr wird noch das chinesische MNI-Geschäftssentiment für den September veröffentlicht. Die ersten europäischen Daten kommen mit dem französischen BIP fürs zweite Quartal um 08:45 Uhr aus Frankreich. Zeitgleich werden auch die französischen Konsumausgaben im August veröffentlicht. Um 09:00 Uhr wird der September-Wert des führenden Indikators, des KOF, für die Schweiz ausgegeben. Zeitgleich treffen die spanischen Verbraucherpreise für den August ein. Um 10:00 Uhr wird das italienische Unternehmensvertrauen für den September publiziert. Der britische Dienstleistungsindex für den Juli erreicht die Märkte um 10:30 Uhr. Um 11:00 Uhr können eine Reihe von September-Daten aus der Eurozone für Bewegung sorgen: Die Wirtschaftsstimmung, der Konjunkturklima-Indikator, das Verbrauchervertrauen, das Industrievertrauen und das Dienstleistungsvertrauen für die Eurozone im September werden insgesamt Volatilität an den europäischen Märkten erzeugen. Obendrein spricht zeitgleich EZB-Präsident Mario Draghi in Mailand. Am frühen Nachmittag erreichen die Händler um 14:00 Uhr die deutschen Verbraucherpreise, um 14:30 Uhr der kanadische Arbeitsmarktbericht für den Juli und zeitgleich die US-Konsumausgaben für den August mit den persönlichen Einkommen aus den USA. Um 15:55 Uhr wird das US-Konsumklima der University of Michigan für den September ausgewiesen. Über den Handelstag verteilt sprechen insgesamt fünf Fed-Offizielle zu aktuellen Themen sowie höchstwahrscheinlich über die aktuelle Entscheidung der Fed und über die weitere US-Notenbankpolitik. Kurz vor dem US-Handelsschluss um 21:30 Uhr wird noch der Bericht der CFTC, der Commitments of Traders Report, veröffentlicht. Aktuelle Unternehmenszahlen kommen von Borussia Dortmund (D), USA Technologies (USA) und weiteren US-Unternehmen.

BlackBerry Limited – Absturz einer Ikone
Research in Motion bzw. RIM aus Kanada oder besser BlackBerry (Börsenkürzel NASDAQ: BBRY/ Börsenkürzel TSX: BB) war einst der Vorreiter in der Welt der Smartphones. Das Unternehmen aus der kanadischen Provinz Ontario hat seinen Sitz in Waterloo. Schon im Jahre 1999 brachte man das erste Smartphone heraus. Apples iPhone dagegen hielt erst 2007 in die Welt der Smartphones Einzug. Die Blackberry-Geräte konnte man von New York über London und Frankfurt und natürlich auch in Asien schon frühmorgens in den Schnellbahnen, U-Bahnen, Bussen und weiteren Massenverkehrsmitteln im Dauereinsatz live miterleben. Kurzmitteilungen wurden eifrig versendet und gelesen, E-Mails abgerufen und beantwortet in einer Zeit, in der an das iPhone oder auch ein Smartphone von Samsung noch nicht zu denken war. Heute lesen sich die Nachrichten über BlackBerry wie Horrormeldungen – besonders wohl für die Fans dieser Marke. Die neueste Mitteilung zeigt die wahren Ausmaße der Probleme bei den Kanadiern auf: BlackBerry wird 4.500 Arbeitsplätze abbauen, nachdem man einen Quartalsverlust von beinahe einer Milliarde US-Dollar zu verkraften hat. Die Aktie brach regelrecht ein und ging am Freitag in Toronto (Heimatbörse) mit einem Minus von 16,08 Prozent aus dem Handel. Vom Stellenabbau bei BlackBerry sind Angaben von BlackBerry zufolge rund 40 Prozent der Beschäftigten betroffen. CEO Thorsten Heins wird am Ende für nur noch 7.000 Mitarbeiter Verantwortung tragen. 2012 hatte er ebenfalls schon 5.000 Mitarbeiter entlassen. Es ist zwar hart, jedoch wird der Konzern durch diese Maßnahmen sehr viel Geld einsparen und dadurch eben auch die operativen Kosten des Konzerns radikal drücken. Zusätzlich will man auch die Produktpipeline verkleinern, um Kosten zu sparen. Der Konzern tut so manchem Investor, Anleger und Trader beinahe schon leid. Selbst bei der Produktpräsentation eines neuen Smartphones bewiesen die Verantwortlichen von BlackBerry nicht gerade ein glückliches Händchen: Sie legten die Präsentation ihres neuen Modells Z30 gerade auf den Tag, an dem Apple sein neues Betriebssystem iOS7 herausbrachte. Der Verkaufsstart der neuen iPhones 5s und 5c ist nebenbei auch nicht gerade hilfreich für BlackBerry. Die Marktanteile des Konzerns liegen aktuell nur noch bei 2 Prozent (2009 waren es noch über 20 Prozent). Auch bei den Betriebssystemen der Smartphones wird wieder eines klar: Apple und Samsung dominieren auch diesen Bereich deutlich. Android und iOS sind die Regel – auch das neue Betriebssystem Blackberry 10 wird hier kein rettender Anker mehr sein können. BlackBerry kämpft folglich ums Überleben. Blickt man auf die Börsengeschichte, so wäre es gut möglich, dass das Unternehmen scheibchenweise verkauft wird und damit in absehbarer Zeit komplett verschwindet. Eine Tragödie für die Belegschaft – für viele Trader und Hedgefonds jedoch ein gefundenes Fressen. Leerverkäufer reiben sich bei solchen Gelegenheiten die Hände. Doch Vorsicht: Ein perfektes neues Produkt, und der Konzern wäre schnell wieder obenauf. Trader mit dem gewissen Gespür legen sich das Papier zumindest schon einmal auf die Watchlist.

Blackberry wurde erst im Februar 2013 zum neuen Firmennamen – zuvor hieß der Konzern lange Jahre RIM – Research in Motion. In der Pipeline befinden sich aktuell fünf Smartphones und ein Tablet. In früheren Zeiten gab man dem BlackBerry-Smartphone sogar den Beinamen "Crackberry" um sein Suchtpotenzial zu verdeutlichen. Heute wäre dies allenfalls auf Produkte von Apple und Samsung anwendbar. Das passiert oft in der Welt der Technologie. Der Zahn der Zeit nagt an einem Produkt, wenn man es nicht ständig neu erfindet oder die Kunden mit weiteren Bereichen erfolgreich bindet. Apple schaffte dies beispielsweise mit iTunes. Nutzer wie der heutige US-Präsident Barack Obama sind als BlackBerry-Fans bekannt. Ab 2007 sah die Welt von BlackBerry anders aus. Das iPhone hat die Welt der Smartphones grundlegend verändert. Berührungssensitive Bildschirme waren das Erfolgsgeheimnis, Apps und größere Bildschirme in Farbe läuteten das Ende des Erfolges von BlackBerry ein. Der Wettbewerb ist und bleibt höllisch. Große Namen mit hervorragenden Produkten und Services machen BlackBerry das Leben schwer. Apple, Fujitsu, Dell, Google, Samsung, Sharp, Amazon, Citrix, Hitachi, HTC Corporation, IBM, Microsoft, NEC, Nokia, Sony, AirWatch, BoxTone, General Dynamics, GoodTechnology, Huawei, LG, Mitsubishi, MobileIron, Notifiy Technology, SAP, Seven Networks, Sierra Wireless, Sirius XM Radio, Unwired Planet, Visto und ZTE – alle versuchen unablässig, sich Marktanteile von BlackBerry in allen Geschäftsbereichen des Unternehmens zu sichern. Die Kanadier werden Stück für Stück verdrängt. Den größten Anteil an der Verdrängung dürften jedoch Apple und Samsung haben. BlackBerry hat zwar noch viele Kunden, doch die Marktanteile sinken bereits seit langem. Amazon, América Móvil, AT&T, BCE, Best Buy, Brightstar, Cellurar One, Cincinati Bell, France Telecom, General Telecommunications, Globe Telecom, Nil Holdings, Ntelos Holdings, Pandora Media, Porsche, Portugal Telecom, RadioShak, Rogers Communications, Simplexity, Sprint, T-Mobile, Target, Telefonica, Telefonica Brasil, Tim Participacoes, Turkcell, United States Cellurar, Verizon, Vimpelcom, Vodafone, Vodacom und WalMart sind noch Kunden und Vertriebskanäle. Schaut man auf die Verkaufserlöse nach Regionen, so erkennt man vor allem in den USA Einbußen an Marktanteilen. 2011 erzielte man noch 7,82 Milliarden US-Dollar mit einem Regionalanteil von 39,3 Prozent in den USA. 2012 waren es nur noch 4,18 Milliarden US-Dollar und 22,7 Prozent, und 2013 ist ebenfalls ein Rückgang festzustellen auf 2,24 Mrd. US-Dollar mit 20,2 Prozent Regionalanteil USA. Für das Mutterland von BlackBerry (Kanada) sieht die Entwicklung beinahe genauso katastrophal aus: 2011 1,41 Mrd. US-Dollar, 2012 1,26 Mrd. US-Dollar und 2013 nur noch 661 Mio. US-Dollar – mehr als halbierte Zahlen. BlackBerry nahm 2011 insgesamt noch 19,91 Mrd. US-Dollar ein, 2012 waren es immerhin noch 18,44 Mrd. US-Dollar, doch der Wert für 2013 in Höhe von 11,07 Mrd. US-Dollar zeigt, in welchen Schwierigkeiten sich der Konzern befindet. Eines sollte man jedoch auch nicht unter den Tisch fallen lassen: In der doch recht schnelllebigen Zeit – und dies gilt besonders für den Technologiesektor – können sich solche Zahlen auch schnell drehen. Das beste Beispiel für die Katastrophe und den Turnaround im Technologiesektor ist und bleibt wohl ohne Frage Apple. RIM war einst das wertvollste Unternehmen in Kanada – 83 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung im Juni 2008 sprechen für sich. Die Aktie stand einst bei über 140 US-Dollar das Stück. Kanadier erinnern sich bestimmt jetzt schon an die Firma Nortel, die 2009 Bankrott ging. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 9,08 CAD an der TSX beziehungsweise 8,725 US-Dollar an der NASDAQ. Damit hat das Unternehmen nur noch eine Marktkapitalisierung in Höhe von 4,76 Milliarden CAD (bzw. 4,57 Mrd. US-Dollar).

Unser charttechnischer Ausblick –  Enorme Stärke auf unbetretenem Long-Boden?

DAX-Future (Kontrakt 12-13)
Direkt ab Handelsbeginn am Montagmorgen konnte der DAX-Future alle bisher dagewesenen Höchstkurse überwinden und eröffnete mit einem Gap von knapp 100 Punkten. Im Laufe der Woche konnten weitere Hochs erzielt werden, was am Ende der Handelswoche zu einem Plus von rund 140 Punkten führte. Weiterhin weist die aktuelle Aufwärtsbewegung keine Anzeichen von Schwäche auf. Korrekturen fallen recht schwach aus, was auch weiterhin für die Stärke des Marktes spricht. Kurse oberhalb der Marke von 8.525 Punkten könnten somit auch in der kommenden Woche als Vorteil für die Long-Seite gewertet werden und weitere Hochs sind nicht auszuschließen. Beobachtet werden sollte jedoch, wie der Markt mit neuen Hochs umgeht. Sollten diese recht schnell wieder abverkauft werden, so würde dies auf eine Pause des Anstiegs hindeuten, was wiederum ein defensiveres Handeln verlangen würde.

EUR.USD
Der Kerngedanke der Vorwochenanalyse wurde vergangene Woche direkt mit dem Eröffnungskurs über den Haufen geworfen. Durch das Eröffnungs-Gap über die Marke von 1,3325 mussten Short-Gedanken direkt ad acta gelegt werden. Das Wochenergebnis war am Ende ein Plus von rund 250 Ticks – ein Sprung in Regionen, welche zuletzt zu Jahresanfang gehandelt wurden. Nunmehr könnte auch in der kommenden Woche die Long-Seite klar bevorzugt werden. Bei Kursen oberhalb der Marke 1,3400 könnten Unterstützungen für Long-Trades nutzbar gemacht werden. Short-Gedanken sollten, gerade auch aufgrund vieler kleiner Unterstützungen unterhalb der 1,3400, aktuell nicht aufkommen.

Bund-Future (Kontrakt 12-13)
Mit etwas größeren Ausschlägen als angenommen bewegte sich der Bund-Future in den letzten fünf Handelstagen unter dem Strich eher seitwärts. Während rund 80 Prozent der Handelsstunden blieb der Markt in der angenommenen Seitwärtsrange zwischen 138,00 und 139,00. Teilweise waren zusätzlich hohe Schwankungen und auch Kurssprünge zu beobachten. Durch die Bewegungen der letzten Wochen bleibt aktuell nur eine Trading-Pause für den Bund-Future zu empfehlen. Es prallen aktuell drei Hauptgefahren aufeinander, welche eine explosive Mischung bilden. Schon in letzte der Woche erwähnt ist die erste Gefahr: der vorherrschenden Seitwärtsphase. Die zweite Gefahr sind die recht großen Overnight-Gaps, welche ebenfalls nicht unbedingt der Freund des Day- beziehungsweise Swingtraders sind. Der dritte Punkt ist die steigende ATR (Schwankung des Marktes). Generell eigentlich nichts Negatives, in Verbindung mit den vorher genannten Punkten jedoch nicht unbedingt wünschenswert. Alles in allem sollte der Bund-Future erst in den Normalzustand zurückkehren, bevor eine sinnvolle Trading-Analyse wieder möglich ist.

S&P-Future (Kontrakt 09-13)
Bis auf Freitag ging es für den S&P-Future ebenfalls aufwärts. Die alten Allzeithochs konnten zwischenzeitlich um knapp 30 Punkte überschritten werden. Lediglich der Freitagshandel war etwas schwächer und verringerte das Wochenplus auf nur noch rund 20 Punkte. Durch die etwas gestiegene ATR könnten Kurse oberhalb der Marke von 1.687,50 Punkten nun weiterhin bevorzugt für Long-Ideen genutzt werden. Sollte ein weiteres Absacken zu beobachten sein, ist zu empfehlen, dass die Trading-Frequenz für den S&P vorerst auf ein Minimum reduziert wird.

Aktie: BlackBerry Ltd. (CAD)
Etwas unübersichtlich und unaufgeräumt präsentiert sich der Chart der Aktie von BlackBerry Ltd (Börsenkürzel NASDAQ: BBRY/ Börsenkürzel TSX: BB). Generell nicht unbedingt ein Paradebeispiel für eine charttechnische Analyse. Dennoch lassen sich einige Informationen herausziehen. Der Trend ist klar abwärts gerichtet, was durch die starke Short-Bewegung der vergangenen Woche zusätzlich unterstrichen wird. Viele kleinere und größere Gaps haben für Trendtrader immer wieder zu einem bösen Erwachen geführt, insbesondere nach dem Wochenende. Auch ist die Tendenz zu vielen kurzfristigen wie auch langfristigen Seitwärtsphasen zu beobachten, was ebenfalls nicht für die Qualität der Handelbarkeit dieser Aktie spricht. Es bleibt somit aus charttechnischer Sicht die Empfehlung, die Aktie von BlackBerry Ltd. aktuell für Day- und Swingtrades nicht zu nutzen. Auch für den langfristig orientierten Händler ergibt sich aus der beschriebenen Situation nicht unbedingt eine Notwendigkeit für Trade-Überlegungen. Einzig und allein bliebe die aus den vergangenen Monaten ersichtliche Short-Tendenz, welche jedoch nur durch den sehr aggressiven Trader in den einen oder anderen Trade umgesetzt werden könnte.

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 66% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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