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NIKKEI225: Sorgenkind Japan!

Über die Verfassung der japanischen Wirtschaft erfährt man hierzulande bekanntlich wenig, wenn man nicht explizit danach sucht. So ist der japanische Markt ein schwarzes Loch auf der Landkarte der meisten Trader, obwohl dieser genau so Chancen und Möglichkeiten bietet wie andere Märkte. Gerade die versetzten Handelszeiten machen Japan attraktiv. Sie fallen nur leider in den Tageszeitraum, in dem ein Europäer normalerweise schläft. Wenn man also nicht gerade eine Nachteule ist, dann wird man das tagesinterne Handeln mit auf Japan bezogenen CFDs lieber lassen. Für längerfristig geplante Trades oder Pair-Trading lohnt sich aber stets der Blick nach Fernost.

Japan hat in den letzten Jahren wirklich keine Erfolgsstory hingelegt. Mit dem Höhepunkt der Finanzkrise sind die dortigen Aktienmärkte vollends eingebrochen und konnten sich seither auch nur spärlich erholen. Seit dem absoluten Tief in 2009 ging es in der Spitze bis auf 11.400 Punkte, aktuell steht der NIKKEI bei unter 10.000. Zum Vergleich: Das Vorkrisen-Hoch lag bei über 18.000 Punkten! Verglichen mit der Performance, die der DAX im gleichen Zeitraum abgeliefert hat, kann man nur erahnen, welch schwierige Zeit die Japaner derzeit durchmachen müssen.

Von einer gewissen Index-Korrelation ist phasenweise zwischen DAX und NIKKEI kaum etwas zu merken. Während der DAX im Mai einigermaßen stabil notierte, gab der NIKKEI ganze 12 Prozent ab. Jüngst ist der amtierende Premierminister Hatoyama zurückgetreten. Außerdem ächzt Japan unter einer hohen Staatsverschuldung von ca. 100 Prozent des BIP. Die Japaner spielen also fast in einer Liga mit Griechenland. Seit der Asienkrise Ende der Neunziger Jahre konnte sich die einst so blühende Japanische Wirtschaft nicht mehr vollends regenerieren und hechelt den konkurrierenden Industrienationen neidvoll hinterher. Gerade die Chinesen machen Japan das Leben als Industriestandort in Asien schwer. Irgendwo fehlt es den Japanern derzeit auch an Mitteln und Konzepten, sich aus dieser lahmenden und lange währenden Krise zu befreien. Es fehlen Industriezweige, die einen neuen Aufschwung tragen könnten, auch strukturell hat Japan Probleme, betrachtet man beispielsweise die demographische Entwicklung.

Wahrscheinlich täte die heimische Politik gut daran, bei den Japanern derzeit genau zuzusehen, denn ähnliches könnte uns gut und gerne auch bevorstehen. Das eine oder andere Vorzeichen ist sicherlich anders, aber es kann ja nie schaden, aus den mutmaßlichen Fehlern anderer zu lernen. In Japan ist die Situation, bezogen auf den Wirtschaftsraum, am zerfahrensten. Das zeigt letztlich auch der leidvolle Verlauf des NIKKEI.

Nach den aktuellen Verlusten wird sich zeigen, ob der NIKKEI dazu imstande ist, die runden 10.000 zurückzuerobern. Darunter wird die Lage zunehmend schlechter. Aktuell befindet sich der NIKKEI seit dem 2009-Tief noch in einem Aufwärtstrend, der könnte aber mit dem Bruch am aktuellen Tief Geschichte sein. Überhaupt muss man die derzeitige Aufwärtsbewegung im Gesamtkontext eher als Bärenmarktkorrektur klassifizieren. Nachhaltige Erholung kann man erst ab über 12.000 Punkten vermelden. Die liegen aktuell in weiter Ferne. Wahrscheinlicher ist, dass der NIKKEI weiter abgibt und erst bei ca. 9.000 bis 9.100 Punkte wieder stabilere Unterstützungsniveaus antreffen wird.

NIKKEI225 Im 60-Minuten-Chartbild mit RSI und MACDKlicken Sie hier, um eine grafische Darstellung zu erhalten:

NIKKEI225 Im 60-Minuten-Chartbild mit RSI und MACD

Zum Zeitpunkt der Analyse notiert der NIKKEI225 bei 9737,48 Punkten im 60-Minuten-Chartbild.

Der NIKKEI225 generiert einen RSI-Wert von 40,9341 im 60-Minuten-Chartbild.

Für den Freitag als Handelstag generiert der NIKKEI225 folgende Unterstützungen und Widerstände:

S1/S2/S3 9878,27/9828,20/9762,65 und Widerstände R1/R2/R3 9993,89/10059,44/10109,51.

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