October Surprise – Kommt jetzt der Crash?

Bernstein BankIn der Politik ist eine October Surprise ein mit schöner Regelmäßigkeit auftauchender Skandal kurz vor der US-Präsidentschaftswahl. Die findet ja immer im November statt.

An der Börse könnte es im neuen Monat zu einer heftigen Korrektur oder gar zu einem Crash kommen. Schon alleine, weil das niemand angesichts der anhaltenden Geldflut erwartet.

Wir haben ein paar Argumente der Bären gesammelt.

 

Grottenschlechter September

War es das schon mit dem Rücksetzer? Der September war aus Sicht der Bullen der schlechteste Monat seit dem vorigen November, das Quartal das schlechteste seit dem Corona-Tief im vorigen Frühjahr.

Alle großen US-Indizes schlossen im September rot, vor allem die Nasdaq musste Federn lassen. Auch Industrie-Titel verloren stark, nur Energie stellte sich gegen den Trend.

Die Angst vor dem Tapering geht um, also vor dem Drosseln der Anleihekäufe durch die Federal Reserve.

Und siehe da: im dritten Quartal war der Dollar der große Gewinner. So hoch stand die US-Währung zuletzt im November 2020.

Wer hätte das gedacht – bei einer Inflationierung der Währung müsste doch eigentlich der Greenback abtauchen.

 


 

Doch offenbar suchen schon einige große Adressen die Sicherheit amerikanischer Staatsanleihen.

Was wiederum ein wenig absurd erscheint, da auf dem Parkett Getuschel über einen möglichen Default bei Bonds eingesetzt hat.

 

Magnificient Bubble

Und wie geht es weiter? Star-Investor Jeremy Grantham, Mitgründer der Finanzfirma GMO, glaubt nicht, dass der schlechte Vormonat schon das Ende der Fahnenstange bedeutet. Er sagte CNBC vor ein paar Tagen, die Aktien steckten in den USA noch immer in einer „magnificent bubble“.

Und weiter: „This has been crazier by a substantial margin than 1929 and 2000, in my opinion.“

Tatsächlich ist die jüngste, kleine September-Korrektur vielleicht noch nicht alles gewesen. So schlägt der Buffett-Indikator wieder ganz oben aus: Noch nie waren Aktien so teuer im Vergleich zur Wirtschaftsleistung gewesen.

Und nie mussten mehr durchschnittliche Arbeitsstunden aufgewendet werden, um den Dow zu kaufen – über 1.300 waren es zuletzt.

Das alles riecht somit nach einem Crash.

 

Optimismus ohne Ende

Grantham beispielsweise warnte, der S&P500 stehe vor einer Korrektur von 10 Prozent oder mehr in den kommenden Monaten. Sorge bereitet ihm die ungebrochene Popularität sogenannter Meme-Aktien, also eher substanzlose Titel, die in den Social Media gehyped werden.

Ferner die Masse an special purpose acquisition vehicles (SPACs), das sind leere Firmenhüllen, in denen eher fragwürdige Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Vor allem aber kritisierte Grantham den anhaltenden Optimismus der Börsianer:
„The market is so into optimism that even as the data turns against it, as it is today, the market shrugs it off. So interest rates are beginning to go up: shrug. So the Fed is beginning to talk about pulling back on its purchasing of bonds: shrug.“

 


 

Unser Fazit:

Natürlich spricht angesichts der gigantischen Geldmengen vieles für einen Aufwärtstrend und eine neue Erholung vom kleinen Ausverkauf.

Dass ein US-Budget verabschiedet wird, ist zudem nur eine Frage der Zeit. Allerdings ist genau diese Erwartungshaltung ein ziemlicher Risikofaktor.

Es geht immer gut – bis es mal schief geht.

Die jetzige Oktober-Überraschung dürfte – falls sie kommt – angesichts der monatelangen Hausse dann ziemlich heftig ausfallen.

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