Öl: Opec erfolglos? Ölpreis vor dynamischer Bewegung

Auch über die Opec kann man streiten oder nicht. In den vergangenen Wochen, zumindest seit dem vorletzten Treffen, liest man vermehrt, dass dem Konglomerat der Einfluss über den Ölpreis entgleiten würde. Viele sehen gar das als den Grund dafür an, dass der Ölpreis nun vehement nach oben will.

Natürlich hat die Opec weiterhin Einfluss auf den Preis, aber man sollte inzwischen differenzieren. Den Einfluss hat eher Saudi-Arabien. Denn Saudi-Arabien hat nicht minder dazu beigetragen, dass der Ölpreis überhaupt so weit gefallen ist und was noch wichtiger ist, dass die Bestände und die Ölbohrplattformen in den USA abnehmen. Erfolglos war die Strategie also nicht unbedingt, fragt sich nur für wie lange, denn US-Produzenten dürften nur darauf warten, die Produktion wieder hochzufahren.

Opec kürzt wieder nicht
Auch das gestrige Treffen in Wien hatte keine Kürzung der Produktionsmengen hervorgebracht. Das war zu erwarten, denn ein stabiler Preis bei 50 US-Dollar je Fass ist bereits ein Argument, das dagegensprechen würde. Dennoch weiss auch die Opec, dass US-Produzenten die Produktion bald wieder anfahren dürften. Alleine das wäre schon ein Argument die Förderquoten nicht zu kürzen.

Zudem weht in Saudi-Arabien nun ein anderer Wind, da der seit 20 Jahren amtierende Öl-Minister kürzlich durch einen dem Prinzen nahestehenden ersetzt wurde. Und der Prinz verfolgt seine eigene Agenda, die das Land unabhängiger vom Ölpreis machen möchte, was im Umkehrschluss bedeutet: Man würde auch mit einem extrem niedrigen Ölpreis länger auskommen. Der Prinz war im Grunde genommen auch dafür verantwortlich, dass man beim Treffen im April keine Einigung fand.

Wie geht es weiter?
Sowohl der Preis für die europäische Rohölsorte Brent als auch WTI, haben bei 50 US-Dollar je Fass (Barrel) ihren Widerstand zunächst gefunden. Aktuell bleibt der Ölpreis noch stabil. Unterstützend wirken immer noch die Konflikte in den Ländern Lybien sowie Nigeria. Derweil sind die US-Rohölbestände in dieser Woche weniger positiv ausgefallen.

Der API-Rohölbericht verzeichnete gar einen Aufbau der Bestände. Der Abbau des Erdöllagerbestandes nach der EIA war weniger hoch als erwartet. Spannend wird es derweil beim Abbau der Plattformen nach Baker Hughs. Zuletzt nahm die Zählung ab, bei gleichzeitig nachlassender Tendenz.

Fazit:

  • Aus der markttechnischen Perspektive dürfte ein Durchbruch der 50er Zone wohl eine weitere dynamische Bewegung nach sich ziehen.
  • Bei beiden Sorten wäre das erste Ziel 53 US-Dollar je Fass (Barrel).
  • Sollte dabei der US-Dollar weiter schwächeln, dann könnte das den Ölpreis ebenfalls stützen.

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