Pioneer Investments: Reflationierung verhaltener – Fundamentaldaten bleiben jedoch günstig

  • Die reflationären Impulse sind weiter intakt, aber die Spätphase des Zyklus rückt näher
  • Geopolitische Risiken erhöhen die Volatilität der Märkte und legen bei riskanten Anlagen selektive Hedging-Strategien nahe

 

Pioneer Investments: Da die Renditen von Staatsanleihen ihre Höchststände von 2017 verlassen haben und der US-Aktienmarkt im April seitwärts tendierte, haben sich viele Anleger gefragt, ob der Reflationsimpuls schon vorbei ist. Nach unserer Einschätzung ist er das nicht. Aus unserer Sicht legt er nur eine Verschnaufpause ein, um sich später weiterzuentwickeln und sich zu verbreitern. Während die US-Märkte die positiven Auswirkungen der fiskalischen Anreize der Trump-Administration aus unserer Sicht bereits vorweggenommen (und überschätzt) haben, stehen Europa und Japan erst am Beginn des Reflationsszenarios.

 

Anziehendes Gewinnwachstum

Durch das anziehende Gewinnwachstum in diesen Regionen könnten japanische und europäische Aktien in den nächsten Monaten gegenüber US-Aktien bevorzugt werden. Es gibt noch weitere Anzeichen für eine weltweite Ausbreitung des Reflationsszenarios. Das globale Wirtschaftsumfeld zeigt sich relativ robust. In den Industrieländern verbessern sich die Stimmungsindikatoren sowohl im Konsum- wie im Verarbeitungssektor. Die Überkapazitäten verringern sich in vielen Volkswirtschaften, die Preise im verarbeitenden Gewerbe haben ihre Talsohle erreicht, wodurch sich der Inflationsausblick verbessert. Die Zentralbanken verfolgen weiter eine akkomodierende Geldpolitik, planen jedoch, diese allmählich zu normalisieren.

 

Pioneer Investments: Positiver Wachstumsausblick - BIP Wachstum

 

Demgegenüber wird die Fiskalpolitik diverser Staaten bereits ex-pansiver, wenn auch mit weit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Auch für die EM haben sich die Aussichten verbessert, wobei die Unterschiede fortbestehen. China und Indien erscheinen dabei aufgrund des potenziellen Wachstums ihrer Binnennachfrage und ihrer Fähigkeit zu Strukturreformen aus unserer Sicht weiterhin am besten aufgestellt.

Wir beurteilen risikobehaftete Anlagen daher weiterhin konstruktiv, zumal bei Aktien (vor allem aus Europa und Japan). Allerdings dürfte auch die Volatilität wieder ansteigen, da der Markt weiterhin eine Reihe von geopolitischen Risiken einpreisen dürfte: Antieuropäischen Ressentiments, den Brexit-Prozess (und die kürzlich für Anfang Juni anberaumte Wahl) sowie zuletzt die besorgniserregenden Verschärfungen der Spannungen mit Syrien und Nordkorea. Vor diesem Hintergrund sollten Absicherungsüberlegungen beibehalten werden, wie etwa durch den der Einsatz von Volatilitätsstrategien oder Engagements im US-Dollar sowie in Gold.

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