Rohstoffe: Interesse an Gold dürfte groß bleiben

Börse FrankfurtDie Goldpreisrally geht weiter, offenbar suchen viele Anleger angesichts dramatischer Wirtschaftsdaten und Ängste um eine Inflation weiter den sicheren Hafen.

Der Goldpreis lag am Freitag bei knapp 1.740 US-Dollar, damit rückt das Allzeithoch aus dem Jahr 2011 von fast 1.902 US-Dollar in Reichweite. In Euro wurde vor kurzem ein neues historisches Hoch von 1.612,63 Euro erreicht, aktuell sind es mit 1.590 Euro kaum weniger.

Xetra-Gold-Bestand: Immer neue Rekorde

Die Zuflüsse in Gold-ETCs setzen sich fort, wie Aneeka Gupta von WisdomTree meldet. Auch der Bestand von Xetra-Gold (WKN A0S9GB) steigt weiter auf immer neue Hochs und liegt bei aktuell 215 Tonnen. Xetra-Gold bleibt zudem Umsatzspitzenreiter an der Börse Frankfurt.

Anleger setzen außerdem auf den WisdomTree Physical Gold (WKN A0N62G), den Xtrackers Physical Gold (WKN A1E0HR), den Xtrackers Physical Gold EUR Hedged (WKN A1EK0G), den Invesco Physical Gold (WKN A1AA5X), den WisdomTree Physical Swiss Gold Individual Securities (WKN A1DCTL), den Gold Bullion Securities (WKN A0LP78) und den Amundi Physical Gold (WKN A2UJK).

 


 

„Mittelfristig wird sich Gold verteuern“

„Angesichts der Unsicherheiten dürfte die Nachfrage nach sicheren Häfen in diesem Jahr hoch bleiben und den Goldpreis weiter unterstützen“, erklärt Gupta. Das sieht auch die DekaBank so: „Selbst wenn die Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnimmt, werden die Notenbanken noch lange Zeit im Lockerungsmodus verharren“, bemerkt Dora Borbély.

Extrem niedrige Zinsen und die Unsicherheit bezüglich des Verlaufs der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise würden dafür sorgen, dass das Interesse von Anlegern an Gold groß bleibe. „Mittelfristig dürfte sich Gold unter den gegebenen Rahmenbedingungen verteuern.“

Dem Silberpreiscrash folgt die Rally

Geradezu rasant gestiegen ist in den vergangenen Wochen der Silberpreis, der zuvor wegen des industriellen Einsatzes des Edelmetalls stark gefallen war. Der Crash war vielen Anlegern wohl zu weit gegangen: Aktuell wird die Feinunze Silber wieder zu rund 17 US-Dollar gehandelt nach 11,72 im März-Tief und knapp 15 US-Dollar vor zwei Wochen.

An der Börse Frankfurt geht vor allem im WisdomTree Physical Silver (WKN A0N62F) und im Xtrackers Physical Silver (WKN A1E0HS) viel um.

Platin und Palladium: Leiden unter Autoindustrieschwäche

Etwas erholt haben sich die Preise für Platin und Palladium, bleiben aber von den Vor-Corona-Niveaus noch weit entfernt. „Zu der schwachen Platin-Nachfrage der Hauptabnehmer, der Automobilindustrie, kommt ein Einbruch der Investmentnachfrage“, erläutert Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Die Produktionseinbußen im Hauptproduzentenland Südafrika würden daher wohl zu keiner Verknappung führen.

Noch dramatischer sei die Verschiebung bei Palladium. „Die Automobilindustrie ist hier ein noch wichtigerer Abnehmer, während zugleich die Produktionseinbußen geringer sind.“ Massive Angebotsengpässe, die den Palladiumpreis in den letzten Jahren immer höher geschoben hätten, werde es dieses Jahr kaum geben.

Öl wieder etwas teurer

Die Ölpreise sind nach den Kapriolen im April wieder etwas gestiegen: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell 34,88 US-Dollar nach dem Tief von knapp 21 US-Dollar vor einigen Wochen. Hintergrund ist, dass sich die Opec-Länder und Russland im April dann doch auf eine Produktionskürzung einigen konnten.

„Anleger setzen auf einen Wiederanstieg des Ölpreises“, bemerkt Aneeka Gupta. Ihrer Ansicht nach wird der Ölüberschuss aber noch einige Monate anhalten. „Mit den bis April 2022 gültigen Kürzungen besteht aber die Chance, wieder zu einem Gleichgewicht zurückzukommen – wahrscheinlich aber erst dann, wenn die Nachfrage sich deutlich erholt hat.“

Viel gehandelt – wenn auch nicht ganz so viel wie im Vormonat – werden an der Börse Frankfurt Öl-ETCs wie der WisdomTree WTI Crude (WKN A0KRJX), der WisdomTree Brent Crude Oil 1mth (WKN A0KRKM) und der BNPP WTI Oil (WKN PS7WT1).

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