Sanftere Töne: „closer to the endgame“ beim Thema hohe Zinsen

Bernstein Bank: Die Federal Reserve hat die Zinspause verlängert.

Das hatten die meisten Analysten erwartet.

Für eine kleine Überraschung sorgte allerdings der eher softe Tonfall von Fed-Chef Jerome Powell.

Zunächst zu den Fakten:

Die amerikanische Notenbank hat die Zinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen.

Der Leitzins bleibt damit in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent.

Doch das erklärt nicht die Bewegungen am Finanzmarkt:

Der Rendite für die zweijährige US-Staatsanleihe rutschte wieder unter 5 Prozent.

Der S&P 500 schloss gestern am Sitzungshoch und hat sich seitdem auch dort gehalten, hier der Stundenchart.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

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Powell erklärt zwar, die zweite Pause sei kein Indiz dafür, dass auch in der letzten Fed-Sitzung des Jahres im Dezember die Leitzinsen unverändert bleiben werden.

Denn er und seine Kollegen im geldpolitischen Entscheidungsgremium seien noch nicht zuversichtlich genug, dass die Geldpolitik straff genug sei, um so schnell wie möglich die Zielmarke von 2 Prozent Inflation zu erreichen.

 

 

Noch keine Zinssenkung

Und weiter: Noch denke niemand an eine Zinssenkungen, wie sie einzelne Volkswirte schon gefordert haben.

Denn:

 

“Recent indicators suggest that economic activity expanded at a strong pace in the third quarter. Job gains have moderated since earlier in the year but remain strong, and the unemployment rate has remained low. Inflation remains elevated.”

 

Auch der Abbau des Anleiheportfolios, das im Zuge der Politik der quantitativen Lockerung aufgebaut worden war, gehe wie geplant weiter.

Sanftere Töne

Doch da war noch mehr.

Bill Baruch von Blue Line Futures schälte die Essenz aus dem Statement des Fed-Chefs heraus:

Powell spreche inzwischen sehr ausgewogen von den Risiken zwischen zu viel und zu wenig Aktion der Fed.

Insgesamt sei der Tonfall recht „dovish“ geworden.

Denn Powell habe auch erläutert, dass der Anstieg der Löhne und Gehälter in den vergangenen 18 Monaten signifikant nachgelassen habe.

Und dass sich die Einschätzung für eine neutrale Zinsrate inzwischen eher restriktiv gewandelt habe – was wohl heißen soll, dass dieser Satz durchaus etwas niedriger liegen könnte, als bislang angenommen. E

ine neutrale Rate ist die, welche Wirtschaftswachstum bei gedämpfter Teuerung erlaubt.

 

Hoffen auf die Jahresend-Rallye

Der Experte von Blue Line Futures fuhr fort, Powell habe sich so angehört, als ob die Fed „closer to the endgame“ beim Thema hohe Zinsen sei – sofern es in den kommenden Wochen kein Überraschung bei den Konjunkturdaten gebe.

Tatsächlich könnten schon die Zahlen vom Arbeitsmarkt am morgigen Freitag den Startschuss für eine saisonale Rally geben.

Der Konsens liegt bei einem Zuwachs im Jobmarkt von 183.000 Stellen.

 

 

Konkret wurde Baruch auch noch:

Aktuell behalte er US-Treasuries im Auge, zumal Anlage-Legende Stanley Druckenmiller davon gesprochen habe, dass die Zinsen am kurzen Ende am Ende eines Tops stünden.

Soll heißen: Kurzlaufende Bonds könnten bald zulegen.

Außerdem sah Baruch Chancen bei Gold, hier bilde sich ein guter Boden bei 1.965 bis 1.975 Dollar aus.

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