Sparschwein adé – drei gute Vorsätze zum Weltspartag

Natürlich hat das Sparschwein noch eine Existenzberechtigung: Wie sonst lernen Kinder das Sparen? So kommt Münze zu Münze gemäß dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist".

Aber irgendwann werden aus Kindern Erwachsene und aus leeren Sparschweinen volle. Was also tun mit dem Geld? Sicher ist nur: Bei den aktuellen Renditen am Geldmarkt und Anleihemarkt verhungert jedes Sparschwein. Also: Investieren!

"Investieren" heißt nicht "Spekulieren". Es geht nicht um das schnelle Geld – es geht darum, dass das Geld arbeiten kann. Zum Beispiel durch Kapitalbeteiligungen, oder genauer: Aktien. Und da eine breite Streuung (Diversifizierung) besser ist, als auf wenige einzelne Titel zu setzen, bieten sich besonders Aktienfonds an.

Zugegeben, die höheren Renditen, die diese versprechen, kommen mit einem Preisschild, denn ohne höhere Risiken (Kursschwankungen) ist keine Risikoprämie – z.B. gegenüber dem Sparbuch – zu erwarten.

Was aber tun, damit die Kursschwankungen überschaubar bleiben und das gesparte Geld nicht an Wert verliert, denn das tut es, spätestens wenn man die Inflation mit in Betracht zieht?

1. "Kaufkrafterhalt", nicht "Sicherheit" sollte die Steuergröße der Anlageentscheidung sein
Wer sein Kapital erhalten will, für den dürfte es also nicht zuerst um die Abwesenheit von Kursschwankungen gehen. Die Minimalforderung für die Anlage sollte vielmehr Kaufkrafterhalt lauten.

Wie schnell die Inflation Kaufkraft vernichtet, zeigt folgende Berechnung: Angenommen, Sie legen heute 100 Euro unter das Kopfkissen. Bei einer unterstellten jährlichen Inflation in Nähe der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von mittelfristig knapp unter 2 % bekommen Sie in zehn Jahren nur noch Waren im Gegenwert von etwas mehr als 80 Euro.

Nach 20 Jahren sind es weniger als 70 Euro. Steigt die Inflation in diesem Gedankenspiel auf 4 %, sind es bereits nach 10 Jahren weniger als 70 Euro. Nach 20 Jahren beträgt der Gegenwert sogar nicht einmal mehr 50 Euro.

2. Auf die Risikoprämie setzen und das Geld für sich arbeiten lassen
Erfolgreiche Investoren wissen: Keine Risikoprämie ohne Risiko, das ist das eigentliche fundamentale Gesetz der Kapitalanlage.

Die Logik dahinter: Wer risikoreicher investiert, sollte erwarten können, dass diese Investitionen über die Zeit eine höhere Rendite erwirtschaften als risikolose – und damit chancenärmere – Alternativanlagen.
3. Selbstbindung – die Odysseus-Strategie anwenden
Odysseus, Homers Held aus der griechischen Mythologie, soll der klügste Mensch seiner Zeit gewesen sein. In der nach ihm benannten Odyssee muss er beispielsweise den Felsen der Sirenen passieren. Die Sirenen verzaubern Seefahrer mit ihrem Gesang dermaßen, dass diese ihre Schiffe gegen die Felsen steuern und sterben.

Odysseus will aber beides: die Sirenen hören und die Fahrt überleben. Also versiegelt er seinen Mitstreitern auf der Galeere die Ohren und lässt sich an den Mast des Schiffes fesseln. So sehr er auch an seinen Fesseln reißt, seine Kumpane hören nichts und steuern an dem Sirenen-Felsen vorbei. Das Phänomen ist als Selbstbindung bekannt.

Für Anleger kann Selbstbindung beispielsweise bedeuten, eine strategische Allokation zwischen Aktien und Anleihen gemäß dem eigenen Risikoprofil festzulegen und damit durch die Wogen der Kapitalmärkte zu steuern.

Eine gute Richtschnur für den passenden Anteil an Aktien im Portfolio ist die Faustformel "100 – Lebensalter". Davon ausgehend lassen sich dann noch individuelle Adjustierungen vornehmen.

Multi Asset-Fonds bieten vielfältige Anlagemöglichkeiten
Übrigens: Es mag stimmen, dass in Deutschland der Anteil von Geldern auf dem Sparbuch und an Bankeinlagen am Gesamtvermögen immer noch hoch ist, aber es tut sich etwas! Über die letzten Jahre gab es beispielsweise verstärkt Zuflüsse in Multi Asset-Fonds – das sind Fonds, die in die ganze Breite der Anlagemöglichkeiten investieren können.

Die Botschaft ist klar: Geld für sich arbeiten lassen, aber gleichzeitig das Risiko-Rendite-Profil durch das Setzen auf verschiedene Anlageklassen nach dem eigenen Bedarf anpassen. Das ist auch eine gute Form der Selbstbindung. Odysseus würde staunen.

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