Tech-Fonds als Performance-Renner

Börse FrankfurtNach dem kräftigen Rücksetzer an der Nasdaq in der ersten Septemberhälfte haben sich viele Technologiewerte wieder erholt – wenn auch die Höchststände noch nicht wieder erreicht sind. Dennoch gehören Technologiefonds zu den Top-Performern in diesem Jahr und kommen auf satte Gewinne. Das macht sich auch im Fondshandel bemerkbar.

Renditen von über 50 Prozent

Weiter sehr beliebt ist laut Jan Duisberg von der ICF Bank vor allem der BlackRock Global Funds World Technology in Euro und US-Dollar. „Da sehen wir fast nur Käufe“, berichtet der Händler. Der Fonds verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 52 Prozent, auf Sicht von drei Jahren sind es 34 Prozent im Jahr.

Nicht ganz so spektakulär ist die Kursentwicklung des ebenfalls gesuchten Deka-Technologie TF. Der Fonds hat seit Jahresanfang um 18 Prozent zugelegt, auf Dreijahressicht sind es 19 Prozent im Jahr.

Auch Biotechnologiefonds bleiben gesucht. „Die Umsätze von Biotech-Fonds sind hoch, die Schwankungen aber auch“, stellt Duisberg fest, als Beispiel nennt er den Pictet-Biotech.

Außerdem ist Nachhaltigkeit weiter großes Thema. Duisberg berichtet von hohen Umsätzen in diesem Bereich, etwa im Pictet Water.

 


 

Immobilienfonds stabil – mit zwei Ausnahmen

Bislang trotzen offene Immobilienfonds der Corona-Krise und präsentieren sich vergleichsweise stabil. Und Anleger bleiben den Fonds treu ­– anders als während der Finanzkrise. Deutliche Kurseinbußen an der Börse verzeichneten nun aber der UniImmo Global und der UniImmo Europa.

„Die sind richtig abgestürzt, wir haben nur Verkäufer gesehen“, berichtet Duisberg. Nach Kursen um die 50 Euro bis Anfang September werden die Fondsanteile des UniImmo Global nun nur noch zu 43 Euro gehandelt, die des UniImmo Europa sind von rund 55 auf 51 Euro gefallen.

„Alle übrigen an der Börse gehandelten Immobilienfonds verzeichnen keine Kurseinbußen“, stellt Duisberg fest. Viel gehandelt auf altem Niveau werde etwa der HausInvest. Über eine deutlich gestiegene Liquidität freut sich der Händler beim Deka-ImmobilienNordamerika.

Die Rating-Agentur Scope rechnet für die von ihr untersuchten 16 Immobilienfonds wegen der Pandemie mit steigenden Risiken und fallenden Renditen, insbesondere bei Hotel- und Einzelhandelsimmobilien, so eine Studie von Anfang Oktober.

Aufwertungen als Renditetreiber blieben zum ersten Mal seit 2014 aus. Schon im Juni hatte Scope die Ratings von zwölf Immobilienfonds herabgestuft, darunter der DekaImmobilienEuropa, der Hausinvest und der UniImmo Europa. Die Fonds büßten jeweils eine Stufe ein, werden aber immer noch gut eingeschätzt.

Aktienfonds: Abgaben dominieren

Hoch war in den vergangenen vier Wochen auch das Handelsaufkommen bei breit streuenden Fonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichtet. „Die Umsätze sind gut, wenn auch nicht ganz so gut wie im zweiten Quartal.“

Allerdings meldet der Händler vor allem Verkäufe. So trennten sich Anleger vom DWS Aktien Strategie Deutschland, vom FF European Dynamic Growth, vom international investierenden Stuttgarter Aktien-Fonds von IP Concept und vom boerse.de-Aktienfonds. Überwiegend gekauft würden hingegen der DWS Concept Platow und der Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies.

Ohne große Auffälligkeiten verläuft der Handel im Bereich Asien. „Da ist es deutlich ruhiger“, erklärt Präger. Auf den Verkaufslisten stehe etwa der Baring ASEAN Frontiers, auf den Einkaufslisten der AGIF Allianz Total Return Asian Equity.

Kaum noch Interesse an Goldminenfonds

Goldminenfonds interessieren nur noch wenige. „Der Goldpreis bewegt sich auch kaum noch“, bemerkt Präger. Der Preis für die Feinunze war im August auf ein neues Allzeithoch von 2.069 US-Dollar geklettert, gab dann aber wieder deutlich nach und pendelt seit einigen Wochen um 1.900 US-Dollar. Zuflüsse auf niedrigem Niveau meldet er für den Earth Gold Fund.

Anleger verabschieden sich unterdessen vom Structured Solutions Next Generation Resources, der sich auf Produzenten der „Next Generation-Rohstoffe“ konzentriert, also Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Grafit. Hier werden offenbar Gewinne mitgenommen: Seit Jahresanfang kann der Fonds mit einem Plus von über 72 Prozent punkten.

Eher unspektakulär läuft das Geschäft mit Mischfonds. „Die Umsätze sind derzeit eher niedrig, selbst beim Flossbach von Storch und Carmignac Patrimoine“, bemerkt Duisberg. Höhere Nachfrage registriert er hingegen für den Deka-Stiftungen Balance, einem international anlegenden Mischfonds mit Aktienanteil von maximal 30 Prozent.

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