Und wieder zögern die Anleger

Bernstein Bank: Immer dieses Abwarten zum Handelsbeginn. Auch am Mittwoch hat sich das Muster der vergangenen Tage an der Frankfurter Börse wiederholt. Trotz Wall-Street-Hochs, US-Zinshoffnung und Entspannung in Sachen Iran. Bleibt abzuwarten, ob der deutsche Leitindex am Nachmittag Fahrt aufnimmt.

 

Träger Handel in Frankfurt
Der DAX hielt sich bis zum Mittag lustlos mit 0,1 Prozent im Minus knapp über 12.400 Zählern. Dabei sind die Rahmenbedingungen gar nicht so schlecht: US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Abend zuvor in Paris erneut die Bereitschaft der Fed erklärt, den Leitzins zu senken. Die Federal Reserve werde „falls nötig angemessen handeln“. Und auch der Dow Jones hatte am Vorabend kurzzeitig ein neues Allzeithoch erreicht. Zudem gab es in Sachen Iran positive Signale.

 

Entspannung am Persischen Golf
Der iranische Außenminister Javad Zarif sagte im Gespräch mit NBC News, Teheran sitze nach wie vor am Verhandlungstisch – die USA hätten ihn verlassen. Doch Amerika sei jederzeit willkommen, dorthin zurückzukehren. Die Anreicherung von Uran könne binnen Stunden gestoppt werden. US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo nahmen vor Journalisten im Weißen Haus den Ball auf. Trump sagte, es gehe nicht um einen Regime-Wechsel, „wir wollen sie raus aus dem Jemen haben.“

Und Pompeo ergänzte, Teheran sei nun erstmals bereit über sein Raketenprogramm zu verhandeln.

Der Ölmarkt reagierte mit sinkenden Preisen.

 


 

Trump droht China
Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen im weltweiten Handel. US-Präsident Donald Trump dämpfte die Hoffnungen, dass sich der Konflikt mit China zeitnah beilegen lässt. Trump sagte, es sei noch ein weiter Weg hin zu einem Abkommen mit der Volksrepublik. Zudem drohte der Präsident, er könne sich vorstellen, weitere Importzölle gegen die Volksrepublik zu verhängen. In Tokio rutschte der Leitindex Nikkei am Mittwoch um 0,3 Prozent auf 21.469 Zähler ab. Der chinesische CSI-300 bröckelte um 0,1 Prozent auf 3.805 Stellen.

 

Die Wall Street wartet ab
Der Handel in New York war am Dienstag recht zäh verlaufen. Zwar erreichte der Dow im frühen Handel ein weiteres Rekordhoch. Danach bewegte sich der Leitindex aber nur wenig und schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 27.336 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 3.004 Stellen.

Dabei zeigt sich die Old Economy aktuell überwiegend vital: Die Umsätze im US-Einzelhandel waren im Juni stärker gestiegen als erwartet. Die Preise importierter Güter waren so stark gefallen wie seit fast drei Jahren nicht mehr – der Handelsstreit mit China wirkt sich also keineswegs negativ für die amerikanischen Verbraucher aus. Allerdings zeigten Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung ein gemischtes Bild, die Lagerbestände waren im Mai gestiegen. Doch die Stimmung auf dem US-Häusermarkt hatte sich im Juli aufgehellt.

Bleibt noch der Blick auf die New Economy. Der Nasdaq 100 schloss gestern 0,5 Prozent schwächer bei 7.927 Zählern. Hier bahnt sich eine Entwicklung an, die CFD-Trader im Auge behalten sollten: Trump nimmt offenbar eine Aussage von Investor Peter Thiel ernst, der Google indirekt Verrat und eine zu enge Kooperation mit dem chinesischen Militär vorwirft.

Trump twitterte, seine Administration würde sich das anschauen.

 

Das Ende ist nahe
Auch bei Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Eos, etc. bahnt sich Ungemach an – die Kurse stecken gerade in einen wahren Tiefenrausch. Die USA wollen die digitalen Ersatzwährungen offenbar an die Leine legen. Am Dienstag hatte US-Finanzminister Steve Mnuchin die Nutzung von Krypto-Währungen zu einer „Gefahr für die nationale Sicherheit“ erklärt. Dabei fuhr der Politiker schweres verbales Geschütz auf: „Cyberkriminalität, Steuerhinterziehung, Erpressung, illegale Drogen und Menschenhandel“ – all das werde damit finanziert.

Der Staat werde die Kryptowährungen nicht verbieten, sagte Mnuchin; er werde aber die Einhaltung von Finanzmarktregeln durchsetzen.

Zudem wollen auch die sieben wichtigsten Industrieländer nach französischen Angaben die Risiken neuer Digitalwährungen eingrenzen.

 


 

Das bringt der Tag
Am Mittwoch treffen einige wichtige Daten und Quartalszahlen ein, Sie sollten also Ihre Handelsplattform im Auge behalten. So melden ab 22.00 Uhr deutscher Zeit Netflix, IBM, Alcoa und Ebay. Zuvor stehen um 14.30 Uhr die US-Baubeginne und -genehmigungen für den Juni an. Um 16.30 Uhr folgen die Bestandsdaten an Rohöl von der der staatlichen Energy Information Administration.

Und um 20.00 gibt das Beige Book Einblick in die Stimmungslage der Federal Reserve. Zudem läuft noch bis morgen das G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Chantilly. Wichtige News für Aktien, Anleihen und Devisen sind hier jederzeit zu erwarten.

Der Tisch ist also reich gedeckt – sorgen Sie dafür, dass Ihr direkter Marktzugang bei einem Broker mit Bafin-Lizenz stets offen ist.

 

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