Unfallgefahren im Straßenverkehr zur Erntezeit

HDI Versicherung: Rübenroder, Traktorgespanne, Maisernter – gerade zur Erntezeit ist eine Vielzahl landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer kommen dadurch immer wieder in kritische Situationen. Vorausschauendes Fahren und Verständnis für die Eigenarten landwirtschaftlichen Verkehrs helfen diese zu entschärfen.

Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge selbst, aber auch deren Hinterlassenschaft sorgen immer wieder für brenzlige Situationen im Straßenverkehr. Gerade bei Regenwetter oder schlechter Sicht sollten Autofahrer sich deshalb in ländlichen Gebieten auf kritische Begegnungen und verschmutze Straßen einstellen.

Crashs kennen oft nur einen Verlierer

Unbeleuchtete Ungetüme in der Dämmerung oder Traktorgespanne, die unvermittelt links abbiegen. Viele Autofahrer kennen solche Situationen aus eigener Erfahrung. Ein Grund: Häufig sind Signalleuchten oder Warntafeln der Nutzfahrzeuge verdeckt oder nach der Feldarbeit verschmutzt, Leuchten oder Leitungen beschädigt oder nicht richtig angeschlossen.

 

"Oft schätzen die Fahrer landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge die Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer falsch ein – oder diese unterschätzen die Größe moderner Erntemaschinen und Gespanne", erklärt Torsten Sauer, Leiter Produktmanagement Kraftfahrt der HDI Versicherung.

 

Ein weiterer häufiger Fehler von Autofahrern: Sie fahren zu dicht auf die Nutzfahrzeuge auf, so dass sie sich im toten Winkel befinden: Ein Auto, das mit Minimalabstand hinter einem Rübenroder oder einem Traktorgespann mit zwei Anhängern fährt, ist für dessen Fahrer kaum noch auszumachen.

 

Ein Unfall ist dann schnell passiert

Aufgrund der geringen Anzahl der Fahrzeuge sind Unfälle mit Traktor und Co auf deutschen Straßen zwar relativ selten: An weniger als einem Prozent aller schweren Verkehrsunfälle sind laut statistischem Bundesamt landwirtschaftliche Zugmaschinen beteiligt. Im Vergleich zu normalen Verkehrsunfällen sind Unfälle, an denen diese Fahrzeuge beteiligt sind, jedoch besonders häufig schwer.

 

Und häufiger als sonst sind auch Tote zu beklagen. Dies vor allem auf Seiten von Auto- oder Motorradfahrern. Für ein Fünftel der Motorradfahrer, die in einen schweren Unfall mit landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen verwickelt sind, endet der Crash tödlich.

Der Grund: Landwirtschaftliche Maschinen sind in der Regel besonders schwer und robust gebaut. Der Zusammenstoß mit ihnen ist für andere Verkehrsteilnehmer meist so, als ob sie gegen eine massive Wand führen. Außerdem verschärfen herausragende oder spitze Maschinenteile oder auch fehlender Unterfahrschutz bei Anhängern Unfallsituationen noch zusätzlich.

Ackerkrume auf der Landstraße

Nicht nur die landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge selbst können ein Risiko für andere darstellen. Vor allem im Herbst sehen sich Auto- und Motorradfahrer mit einer weiteren Gefahr konfrontiert: verschmutzte Straßen. Die Äcker sind bei Regenwetter oft aufgeweicht und die Böden matschig. In den groben Reifenprofilen landwirtschaftlicher Fahrzeuge setzt sich entsprechend viel davon fest.

 

Und wenn Arbeitsmaschinen oder Gespanne direkt vom Feld auf die Straße einbiegen, hinterlassen sie auf den ersten Metern oft jede Menge Dreck. Immer wieder kommt es vor, dass dieser nicht beseitigt wird. Mit der schmierigen Hinterlassenschaft haben dann andere Verkehrsteilnehmer zu kämpfen und können dadurch leicht ins Rutschen kommen.

HDI Kraftfahrt-Experte Sauer ergänzt: "Gerade für Motorradfahrer bilden solche Verschmutzungen oder auch verlorene Ladung eine ernstzunehmende Unfallgefahr." Vor allem in Kurven können die Zweiräder deswegen ins Rutschen geraten. Stürze sind dann oft die Folge. Insbesondere bei unübersichtlicher Streckenführung sollten Motorradfahrer deshalb im Herbst besonders vorsichtig fahren.

Und die Fahrer der Nutzfahrzeuge sollten dafür sorgen, dass diese Unfallgefahr so schnell wie möglich beseitigt wird. Eine grobe Reinigung der Maschinen noch auf dem Feld und das Beseitigen des gröbsten Drecks auf der Straße sind nicht nur Pflicht, sondern sollten auch selbstverständlich sein.
 

 

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