Unsicherheiten nach katalanischem Referendum. Wie geht es nun weiter?

XTB: 

  • Viele Zweifel über die weitere Vorgehensweise von Carles Puigdemont zur Abspaltung Kataloniens
  • Spanische Regierung unterrichtet Puigdemont darüber was zu tun ist, falls er an Verhandlungen interessiert wäre; Europäische Kommission mischt sich ebenfalls ein
  • S&P setzt die Kreditwürdigkeit Kataloniens auf eine Watchlist für mögliche Herabstufungen, regionale Unternehmen erwägen Umzug nach Madrid

Die politische Lage hat sich in Spanien seit Beginn dieser Woche verschlechtert. Grund hierfür war das richtungsweisende Wahlergebnis des Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien, welches die Beziehung zwischen Spanien und der wohlhabendsten Region des Landes – Katalonien – grundlegend verändert.

Dennoch gibt es viele Zweifel hinsichtlich einer möglichen Unabhängigkeitserklärung, die am Anfang der Woche angekündigt worden ist. Die Haltung des Ministerpräsidenten Carles Puigdemont erscheint ein wenig rätselhaft, daher erweitert sich der Zeitraum der Unsicherheit und wiegt dementsprechend auf den spanischen Vermögenswerten.

Auf der anderen Seite, gab es in seiner Stellungnahme, die auch im Fernsehen übertragen worden ist, keine eindeutige Aussagen im Hinblick auf die Unabhängigkeitserklärung. Dies könnte daher auch als eine versöhnliche Herangehensweise interpretiert werden.

Den Finanzmärkten kommt der ruhigere Ton von Puigdemont natürlich entgegen, allerdings kann man noch nicht endgültig sagen, ob dies eine aussagekräftige Veränderung in seiner Rhetorik ist oder nur der Versuch politische und finanzielle Unruhen zu vermeiden.

Am Mittwoch unterrichtete die spanische Regierung dem katalanischen Regierungschef darüber was zu tun ist, um Verhandlungen aufnehmen zu können. Puigdemont solle den Weg zurück zum Gesetz finden. Darüber hinaus äußerte sich der Vizepräsident Frans Timmermans zu diesem Thema.

Er behauptet, dass es die Pflicht jeder Regierung gewesen wäre die Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten, auch wenn dies manchmal eine entsprechende Gewaltanwendung erfordere. In seiner Rede wies er insbesondere auf die brutalen Ereignisse hin, die von der Polizei unternommen worden sind ebenso wie die verursachten Schäden und knapp 900 Verletzten.

Von einem finanztechnischen Standpunkt ist abschließend zu erwähnen, dass Standard&Poors die Kreditwürdigkeit Kataloniens vorerst auf eine Watchlist für mögliche Herabstufungen gesetzt hat.

Währenddessen erwägen viele Unternehmen, mit Hauptsitz in Katalonien, aufgrund der anhaltenden politischen Unsicherheiten einen Umzug nach Madrid. Bisher gab es nur Notfallpläne. Es zeichnen sich bereits große Folgen ab, welche dazu führen könnte, dass Katalonien am Ende als Verlierer dastehen würde.

Die leichteren Töne von Puigdemont, hinsichtlich der Unabhängigkeitserklärung, haben am Anfang des Donnerstags an den spanischen Märkten für Optimismus gesorgt. Der IBEX (SP35) weist bereits eine erstaunliche Kehrtwende nahe des kürzlich ausgebildeten Unterstützungsbereiches auf. Nähere Erläuterungen folgen im Anschluss.

Andererseits bleibt die Risikoprämie weiterhin auf hohem Niveau. Der Optimismus könnte sich jedoch bei Käufern vorerst ein wenig abkühlen. Außerdem deutet der Spread des Zinses für 10-jährige Staatsanleihen die relative Unterbewertung des SPA35 im Vergleich zum deutschen Dax an.


Spanische Aktien haben nach der Rede von Puigdemont am Anfang des Handelstages eine klare Gegenbewegung gesehen. Quelle:xStation5

Der SPA35 bewegt sich nun oberhalb der Unterstützungslinie die auch durch ein 50%-Fibonacci-Retracement gestützt wird. Daher erscheint ein weiterer Anstieg Richtung der 10.100 Punkte für wahrscheinlich. Allerdings müssen die Bullen diese Marke durchbrechen und halten um die Lage weiter zu stabilisieren.

Daher ist damit zu rechnen, dass die politischen Unsicherheiten weiter auf dem spanischen Index lasten könnten, zumindest solange bis ein klarer Rückgang der Risikoprämie zu erkennen ist.

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