US-Large-Caps bleiben erste Wahl – europäische Aktien holen auf

Wir bleiben bei Aktien leicht übergewichtet, was eine ausgewogene Einschätzung widerspiegelt zwischen soliden Fundamentaldaten – darunter Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI), konstruktiven Gewinnaussichten und fiskalischen Impulsen – einerseits und erhöhten Bewertungen sowie dem unsicheren geopolitischen Umfeld andererseits.

Die Weltwirtschaft und die Unternehmensgewinne werden weiterhin durch fiskalische Ausgaben und anhaltende Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI), gestützt, obwohl sich das Wachstum abschwächt und höhere Energiepreise für zusätzlichen Gegenwind sorgen.

Außerhalb des Aktienbereichs behalten wir ein Profil mit kurzer Duration bei, indem wir europäische Staatsanleihen und US-Anleihen untergewichten und Hochzinsanleihen übergewichten. Die Renditen von Barmitteln bleiben attraktiv, und wir ziehen es vor, Allokationen hier zu nutzen, um Portfolios bei Marktturbulenzen abzusichern.

 

Aufstockung bei europäischen Aktien

Wir halten eine moderate Übergewichtung in den USA, die durch die Energieunabhängigkeit des Landes, KI-Ausgaben und die Fiskalpolitik gestützt werden dürfte. Die USA tendieren zudem dazu, in Phasen von Marktstress eine Outperformance zu erzielen, sollte die unsichere geopolitische Lage die globalen Aktienmärkte belasten.

Besonders positiv sehen wir große US-Wachstumswerte. Die Wachstumsimpulse nehmen aufgrund des Wandels hin zur agentischen KI und der Gewinndynamik zu. Bevorstehende Börsengänge könnten die Dynamik und Volatilität weiter ankurbeln. Wir gehen davon aus, dass das KI-Thema die Aktien aus Schwellenländern weiterhin beflügeln wird, auch da die Nachfrage nach Schlüsselkomponenten zunimmt.

Wir haben unsere Positionen in europäischen Aktien (ohne Großbritannien) aufgestockt, da die Anzeichen für eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten die Stimmung gegenüber einer Region verbessern dürften, die als besonders energieabhängig gilt.

 

Untergewichtung von Staatsanleihen

Wir halten in unseren Multi-Asset-Portfolios eine Position mit kurzer Duration aufrecht, indem wir hochwertige Staatsanleihen untergewichten. Die geldpolitischen Aussichten sind zunehmend komplexer geworden, da die Zentralbanken, darunter die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve, die mögliche Persistenz des aus geopolitischen Konflikten resultierenden Inflationsdrucks gegen Anzeichen einer nachlassenden Konjunktur und einen schwachen Arbeitsmarkt abwägen. Fiskalische Expansionsmaßnahmen in Volkswirtschaften wie den USA und Deutschland könnten zudem Abwärtsdruck auf die Anleihekurse ausüben.

Anleihen aus Schwellenländern in Landeswährung bieten jedoch attraktive Gesamtrenditen. Bedenken hinsichtlich der Aussichten für die Kreditfundamentaldaten bei gleichzeitig engen Spreads haben dazu geführt, dass wir unser Engagement in Hochzinsanleihen reduziert haben.

 

Diversifikation: Bargeld und Gold

Die Renditen von Bargeld sind recht attraktiv. Angesichts unserer negativen Einschätzung von Staatsanleihen behalten wir eine Übergewichtung bei, die wir nutzen könnten, sollten Marktkorrekturen zu Kaufgelegenheiten führen.

Wir bevorzugen zudem Gold als Ausgleich für unsere Untergewichtung bei der Duration, da Gold – ähnlich wie Anleihen – dazu beitragen dürfte, Kursrückgänge bei Aktien in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche und sinkender Realrenditen abzufedern. Allerdings hat es bei steigenden Realrenditen oft eine größere Widerstandsfähigkeit bewiesen als Anleihen. Obwohl die Preise in jüngster Zeit stark gefallen sind, liegt der Goldpreis immer noch um über 50% höher als zu Beginn des Jahres 2025, was auf eine anhaltende, weitgehend preisunempfindliche Nachfrage seitens der Zentralbanken zurückzuführen ist, die ihre Reserven diversifizieren wollen. Wir sehen diese strukturelle Stütze als dauerhaft an.

 

Marktkommentar von Michael Walsh, Portfoliomanager Multi-Asset-Division bei T. Rowe Price

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