Verluste in der Woche der Entscheidungen – Brexit-Weichenstellung in Großbritannien

Bernstein Bank: Bloß nicht falsch positionieren. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt halten sich angesichts der kommenden, teils epischen Weichenstellungen zurück. Zunächst steht am Mittwoch die Zinssitzung der Federal Reserve an. Am Donnerstag folgt der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Ebenfalls am Donnerstag läuft die Parlamentswahl in Großbritannien.

Und am Sonntag lauert schließlich das Grande Finale: Dann drohen neue US-Strafzölle auf chinesische Güter.

 

Die 13.000 fällt
Die wichtigste Woche des Jahres läuft und die Broker am Frankfurter Aktienmarkt gehen in Deckung. Der deutsche Leitindex notierte am Dienstagvormittag 1,1 Prozent schwächer bei 12.961 Zählern. Schon am Montag war die Vorsicht auf dem Frankfurter Parkett zu spüren gewesen.

Der DAX verabschiedete sich nahe seines Tagestiefs bei 13.105 Punkten, das war ein Verlust von 0,5 Prozent.

So viel Abwarten ist durchaus verständlich.

 

Fed und EZB im Fokus
Bei Euro/Dollar und Treasurys sowie europäischen Anleihen dürfte sich diese Woche nur wenig ändern. Angesichts der zuletzt robusten Konjukturdaten gehen die meisten Experten davon aus, dass die Fed den Leitzins nicht antastet.

Außerdem glaubten die meisten Broker, dass die neue EZB-Chefin Christine Lagarde den Leitzins bei der Sitzung am Donnerstag nicht antastet.

 


 

Brexit-Weichenstellung in Großbritannien
Am Donnerstag steht die Wahl im Vereinigten Königreich an. Das britische Pfund notierte mit 1,1878 zum Euro. Laut einer Umfrage des Instituts Survation bauten die Konservativen um Premierminister Boris Johnson ihren Vorsprung auf die oppositionelle Labour Party auf 14 Prozentpunkte aus – zuvor hatte das Institut noch 9 Prozentpunkte gemessen.

Für das Pfund heißt dies wohl neue Stärke, da ein eindeutiger Brexit-Deal von Johnson zu erwarten ist – und damit das Ende der Unsicherheit rund um den EU-Ausstieg.

 

High Noon im Zollstreit
Am Sonntag geht es dann ans Eingemachte: Am 15. Dezember könnten die USA neue Strafzölle auf chinesische Einfuhren erheben. Zur Debatte stehen chinesische Importe im Wert von 160 Milliarden Dollar. China dürfte mit Gegenmaßnahmen antworten. Broker befürchten, dass der seit 17 Monaten schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China eskaliert und damit das weltweite Wachstum weiter bremst. Wenn Sie online Aktien oder CFD handeln, dann wird es also richtig spannend: Falls es keinen Deal gibt, dürften Wall Street, DAX und Asien-Indizes abtauchen. Behalten Sie also die regelmäßigen Marktupdates im Blick und die Handelsplattform offen.

US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue verunsicherte gerade die Anleger. Er sagte, Präsident Donald Trump wolle zwar keine Zölle einführen; doch er wolle „Bewegung“ aus China sehen.

 

Schwache Daten aus China
Peking meldete derweil einmal mehr maue Konjunkturdaten. So sind die Erzeugerpreise im Reich der Mitte nach Angabe des Statistikamtes um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Die Börsianer zögerten: Der chinesische CSI-300 verbuchte am Morgen ein Plus von 0,1 Prozent auf 3.900 Zähler.

In Tokio ging der Nikkei-Index 0,1 Prozent schwächer bei 23.410 Zählern aus dem Handel.

 

 


 

Minus in New York
Die Anleger in New York hatten am Vorabend vorsichtig agiert. Der Dow verlor 0,4 Prozent auf 27.910 Punkte. Der S&P 500 verabschiedete sich mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 3.136 Zählern. Und der Nasdaq 100 verlor 0,4 Prozent auf 8.363 Punkte.

 

Hedge Fonds und die Repocalypse
Als ob diese Woche für Trader nicht spannend genug wäre, hier ein interessanter Hintergrund. Die Bank of International Settlements erklärte gerade, dass auch Hedge Fonds den Interbankenmarkt in den USA im September austrockneten.

Da große Fonds zunehmend in US Treasurys engagiert gewesen seien, sei der Bedarf für eine Cash-Leihe an kurzfristigen Krediten rapide gestiegen. Wir fragen uns, ob das kein Vorbote für kommende Probleme ist.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender ist am Dienstag nicht wirklich prall gefüllt.

Die Anleger analysierten zunächst die um 11.00 Uhr eingelaufenen ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland.
Um 14.30 Uhr stehen die US-Daten zur Produktivität im dritten Quartal an.
Und um 22.30 Uhr meldet das American Petroleum Institute die wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten.

 

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