Vorsichtig zum Jahreshoch – Agonie oder Durchbruch beim Brexit

Bernstein Bank: Abwarten lautet die Devise am deutschen Aktienmarkt und im weltweiten Handel. An der Nachrichtenfront ist es still: Nichts Neues in Sachen Zollstreit China-USA; unspektakuläre Ergebnisse in der laufenden US-Berichtssaison; stockende Verhandlungen in Sachen Brexit. Die Finanzmärkte dürften aber angesichts der US-Konjunkturdaten am Nachmittag nicht lange im Standby-Modus verharren.

 

Kaum Bewegung in Frankfurt
Still ruht der See: Die Anleger auf dem Frankfurter Parkett haben überwiegend im Seitenaus gewartet. Der DAX hielt sich zuletzt bei niedrigem Volumen 0,3 Prozent fester bei 12.711 Zählern. Womit er nebenbei ein neues Jahreshoch markierte.

Broker verwiesen auf die am Nachmittag anstehenden neuen US-Konjunkturdaten und vor allem auf den Brexit.

 

Agonie oder Durchbruch beim Brexit
Das britische Pfund stand einmal mehr im Fokus der Trader. Denn die Staats- und Regierungschefs der EU beraten heute über den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU. Medienberichten zufolge sind sich beide Seiten ein großes Stück näher gekommen. Doch eine umfassende Einigung gab es zuletzt nicht – wenn Sie diese Zeilen lesen, wissen Sie vielleicht schon mehr.

Zuletzt hatten sich führende Politiker der nordirischen Democratic Unionist Party gegen die Zugeständnisse bei Zöllen gewehrt.

Die DUP spielt eine Schlüsselrolle im Unterraus, da Premier Boris Johnson ihre zehn Stimmen braucht. Wenn Sie CFD handeln, sollten Sie die regelmäßige Markt-Updates und die kostenlosen Realtimekurse bei „Cable“ stets im Blick behalten.

 


 

Auch Asien wartet ab
Die Anleger in Asien trauten sich ebenfalls nicht richtig aus der Deckung. In China schloss der CSI-300 um 0,1 Prozent schwächer bei 3.920 Punkten. Der japanische Nikkei-225 ging ebenfalls mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 22.452 Zählern aus dem Tag.

 

Zaudern in New York
Auch die Wall Street hatte am Vorabend die Handbremse angezogen. Der Leitindex Dow Jones verbuchte zur Schlussglocke einen leichten Verlust von 0,1 Prozent auf 27.001 Punkte. Der S&P 500 bröckelte 0,2 Prozent auf 2.989 Zähler. Und der Nasdaq Composite gab 0,3 Prozent nach auf 8.124 Punkte.

Broker deuteten umgehend den überraschenden Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze in ein Argument für eine Zinssenkung durch die Federal Reserve um.

 

Fluch des Nullzinses
Derweil hat der Internationale Währungsfonds vor Risiken am Finanzmarkt gewarnt. Investoren gehen demnach auf der Suche nach Rendite immer höhere Risiken ein. Vor allem Finanzdienstleister abseits der Banken seien gefährdet, urteilte der IWF. Zwar unterstütze eine lockere Geldpolitik die Konjunktur auf kurze Sicht, hieß es bei der Vorstellung seines neuen Finanzstabilitätsberichts.

Wegen der niedrigen Zinsen gehen institutionelle Investoren wie Fonds, Pensionskassen oder Versicherer immer höhere Risiken ein.

 


 

Soll heißen:
Der nächste Crash kommt bestimmt, weil Anleger auf der Suche nach Rendite auf scheinbar sichere Assets setzen. Wir hatten an dieser Stelle schon auf den boomenden US-Markt für verbriefte Unternehmenskredite hingewiesen – Collateralized Loan Obligations.

Für Trader bedeutet dies Folgendes: Wenn Sie News über Auszahlungsprobleme bei US-Pensionsfonds oder plötzlich umkippende Großbanken und Versicherer lesen, dann könnte es am Aktienmarkt ganz schnell rund gehen.

 

Das bringt der Tag

Bleibt zu hoffen, dass die einlaufenden Konjunkturdaten am Nachmittag Wall Street, DAX und co. neuen Schwung verleihen.

So laufen um 14.30 Uhr die US-Baubeginne- und genehmigungen für September ein.

Richtig spannend wird es zeitgleich mit den wöchentlichen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Zugleich wird der Philly-Fed-Index für Oktober gemeldet.

Kurz darauf treffen um 15.15 Uhr die Daten zur US-Industrieproduktion im September ein.

Um 16.00 Uhr folgt der Ölbericht des Energieministeriums.

Zudem läuft die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington.

 


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