Wall-Street-Rekorde nach Phase 1 – Der ewige Zar?

Bernstein Bank: Ruhig und stetig geht es aufwärts an der New Yorker Börse. Während die Anleger in den USA dem Zoll-Deal mit China applaudieren, zieren sich die Anleger in Frankfurt. Auch viele Börsianer in Asien analysieren erste einmal das Kleingedruckte.

 

Frankfurt leicht im Minus
Das Kapital der Aktionäre fließt verstärkt nach New York, Frankfurt hinkt weiter hinterher: Der DAX notierte am Mittag 0,1 Prozent im Minus bei 13.420 Zählern. Bis zum Allzeithoch bei 13.596 Punkten bleibt noch ein wenig Luft.

Offenbar erwarten viele Anleger, die an die Chartanalyse glauben, dass der DAX erst sein in der vorigen Woche gerissenes Aufwärtsgap schließen muss, um anzuziehen.

 

Zurückhaltung in Asien
Auch die Anleger in Asien hielten sich eher im Seitenaus. So schloss der Nikkei mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent bei 23.933 Zählern. Die wichtigsten chinesischen Aktien im CSI-300 verloren 0,4 Prozent auf 4.149 Zähler.

 

Promises, Promises
Viele Broker begrüßten zwar den Abschluss von Phase 1 – geliefert wie bestellt und von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Die Börse liebt Zuverlässigkeit. Außerdem übertraf die Tatsache, dass China in den kommenden zwei Jahren US-Güter im Wert von rund 200 Milliarden Dollar einkaufen will, die Erwartungen. Allerdings muss sich zeigen, ob und wie Peking dieses Versprechen mit Leben füllen wird.

Und wie in unserem Jahresausblick beschrieben, stehen die wirklich wichtigen Probleme erst in Phase 2 an – Industriespionage und die Bevorzugung einheimischer Firmen in China.

Wir sind skeptisch, dass Peking sein Geschäftsmodell ändern wird.

De facto hat sich China jetzt erst einmal Zeit erkauft.

Und Washington behält weiter bestehende Strafzölle als disziplinierende Peitsche in der Hand.

Vermutlich wird sich bis zur Präsidentschaftswahl erst einmal gar nichts bewegen.

 


 

Rekorde an den US-Börsen
Gregory Gilligan, Chairman der American Chamber of Commerce in China kommentierte auf CNBC, es gebe nach dem Zoll-Deal bei den Unternehmen trotz der weiter bestehenden Unsicherheit moderaten Optimismus. Das Ziel von 200 Millarden Dollar werde schwierig zu erreichen sein; aber dies sei besser, als überhaupt keine Möglichkeit, Güter abzusetzen.

Somit feierte die Wall Street den Abschluss. Der Dow Jones legte zur Schlussglocke 0,3 Prozent zu auf 29.030 Zähler – dies war ein neuer Schlussrekord. Im Handelsverlauf hatte der Leitindex ein Allzeithoch bei 29.128 Punkten markiert. Der S&P 500 stieg zum Handelsende um 0,2 Prozent auf 3.289 Stellen – das war ebenfalls ein neues Schlusshoch.

Auch der Nasdaq Composite hatte Intraday ein Rekordhoch erreicht, der Hightech-Index schloss mit einem moderaten Gewinn von 0,1 Prozent bei 9.259 Zählern.

 

Gelassenheit in New York
Was die Bullen aufmerksam im Auge behalten sollten, ist die Tatsache, dass nach wie vor keine überschäumende Euphorie an der Wall Street zu erkennen ist. Diese wäre ein Signal zum Ausstieg. Doch stattdessen haben sich die großen Indizes ein Stück nach vorne getastet, um dann vorm Tageshoch wieder zurückzusetzen.

Vernünftiges Kassemachen also.

Oder aber Sell the News?

Warten wir es ab. Noch ein Blick in den Sumpf von Washington: Die endlich von den Democrats im House of Representatives an den Senat gelieferten Artikel in der Impeachment-Anklage sind für die Bullen aktuell kein Thema. Denn die republikanische Abwehrfront im Senat steht.

 

Der ewige Zar
Auch Trader in EURRUB und Anleger, die online Aktien an der russischen Börse handeln, sollten die Politik im Auge behalten. Nicht nur wir vermuten, dass die aktuelle Regierungsumbildung in Moskau der Vorbote für größere Ereignisse ist.

Höchst wahrscheinlich wird in Kürze die russische Verfassung geändert – und zwar dahingehend, dass der Präsident unbegrenzt an der Macht bleiben kann und nicht nur zwei Amtsperioden am Stück.

 


 

Natürlich wäre dies ein autokratischer Schachzug, der Wladimir Putin bis an sein Lebensende den Platz im Kreml sichern wird.

Der Finanzmarkt und das Volk dürften den Schritt begrüßen, da dies Russland für weitere Jahre Stabilität und Wohlstand sichern dürfte, bis die Nachfolge geregelt ist.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt einige interessante Events. Trader in Euro und europäischen Staatsanleihen werden um 13.30 Uhr aufmerksam die News auf der Handelsplattform screenen, denn dann läuft das EZB-Sitzungsprotokoll vom 12. Dezember über die Ticker.

Um 14.30 Uhr wird es bei Dollar, Treasuries und US-Aktien interessant, denn dann wird der US-Einzelhandelsumsatz für Dezember gemeldet.

Zeitgleich läuft der Philly-Fed-Index ein.

Und auch die wöchentlichen amerikanischen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Schließlich folgt um 16.00 Uhr der NAHB-Index für Januar.

 

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