XTB: EUR/USD: Negative Stimmung – woher soll die Nachfrage für den Euro denn kommen?

Mario Draghi hat dem Euro unbedingte Unterstützung zugesagt. Er will die Gemeinschaftswährung um jeden Preis erhalten, mit, seinen Worten zufolge „auf jeden Fall ausreichenden Mitteln“. Die Märkte vermuten dahinter die Ankündigung von Anleihekäufen in den krisengeplagten Ländern Spanien und Italien, sowohl am Primär-, als auch am Sekundärmarkt. Auf die Meldung reagierten Investoren euphorisch und der Euro konnte von $1,20528 bis auf $1,23892 in der Spitze zulegen. Gegen 10:00 Uhr notiert der Euro bei $1,22671.

 

In den Aufschlägen spiegelt sich die Hoffnung der Anleger auf Stabilität in der Eurozone wider. Diese Euphorie ist aber fundamental unbegründet, denn das einzige, was die EZB mit ihren Maßnahmen erreichen wird, ist Spanien und Italien mehr Zeit für Reformen zu erkaufen. Zwar haben beide Länder bereits umfangreiche Reformprogramme auf den Weg gebracht, allerdings werden an den Märkten nur Erfolge und keine guten Absichten honoriert. Die Renditen für Staatsanleihen sind seit letzter Woche zurückgegangen, liegen aber immer noch auf einem hohen Niveau. Gegenteiliges gilt für den Future auf die 10-jährigen Bundesanleihen, dessen Kurs aufgrund der Ausblickänderung durch Moody's und den Spekulationen auf Notenbankinterventionen leicht nachgab. Dennoch signalisieren die europäischen Staatsanleihemärkte, dass die Krise durch die EZB nicht gelöst werden kann. Die Entspannungen sind als Vorschusslorbeeren zu werten, denen konkrete Taten folgen müssen.

 

Kündigt Draghi am Donnerstag um 13:45 Uhr tatsächlich ein Anleihekaufprogramm an, wird sich die EZB erheblich strecken müssen, um an den Märkten einen Effekt zu erzielen, denn gerade der italienische Anleihemarkt ist einer der größten weltweit. Das würde zur Folge haben, dass die Europäische Zentralbank sehr viel Zentralbankgeld in den Markt bringen müsste, damit das Programm Wirkung zeigt. Tut sie das, wie angekündigt bis zur letzten Konsequenz, weitet sie das Euro-Angebot stark aus. Diesem stünde, nach dem aktuellen Stand der Dinge, keine entsprechende Nachfrage gegenüber. Im Gegenteil, institutionelle Investoren ziehen sich zunehmend aus Anlagen in Euro zurück und schichten in US-Dollar um. Dieser gilt nach wie vor als Weltreservewährung und genießt immer noch den Status eines sicheren Hafens.

 

Marktteilnehmer werden nach Ablauf der Frist, die die Notenbank Italien und vor allem Spanien erkauft, den Euro wieder bei jeder negativen Meldung verkaufen. Zusätzlich wird das erhöhte Euro-Angebot die Kurse belasten.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

 

von Nikolas Mauder

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