XTB: Wie lange kann sich Deutschland noch gegen den Abschwung stemmen?

Der Dax ist heute freundlich mit einem Gap von 28 Punkten nach oben gestartet. Vorbörslich hatten sowohl Deutschland als auch Frankreich für positive Überraschungen gesorgt.

 

Der wichtigste Handelspartner Deutschlands konnte sich knapp einer Kontraktion seiner Wirtschaft entziehen und meldete ein Nullwachstum im zweiten Quartal. Angesichts der Befürchtungen, dass sich die Wirtschaftsleistung um 0,1% verringern würde kann man die Stagnation als gute Nachricht werten.

 

Auch Deutschland konnte die Anleger mit 0,3% BIP-Wachstum, anstelle von erwarteten 0,2%, überraschen. Stützend wirkte eine erhöhte Konsumfreudigkeit der privaten und öffentlichen Haushalte, was aufgrund der eingetrübten Lage der Weltwirtschaft positiv wirkt. Die niedrigen Zinsen verleiten die wenigsten dazu zu sparen und der stabile Arbeitsmarkt, sowie die Sonderkonjunktur lassen eine positive Perspektive zu. Die zweite wichtige Stütze waren die stark gestiegenen Exporte. Für das Gesamtjahr erwartet das ifo-Institut einen Außenhandelsüberschuss von $210 Mrd. womit Deutschland wieder den höchsten Wert aller Export-Staaten erreichen würde. Vor dem Hintergrund der gesunkenen Exporte Chinas, deren Handelsüberschuss bei $203 Mrd. erwartet wird, wirkt der deutsche Exportboom noch deutlicher. Die umgekehrten Verhältnisse zeigen sich auch, wenn man nur den Handel zwischen China und Deutschland betrachtet. Demnach liefert China weniger Ware nach Deutschland, als es von dort bezieht. Ursachen liegen in der vermehrten Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen in der Volksrepublik bei gleichzeitig sinkenden Importen wegen des aufwertenden Renminbi und steigender Löhne. Auch der schwache Euro hilft den deutschen Exporteuren, indem er ihre Produkte im Ausland billig macht.

 

So gesehen hilft die Euro-Krise der deutschen Wirtschaft. Allerdings kann der Währungseffekt die wegfallende Nachfrage aus dem Süden Europas nicht wettmachen, sondern lediglich mildern. Ebenfalls sieht sich Deutschland der Kritik ausgesetzt die wirtschaftliche Unwucht in der Euro-Zone zu verstärken und dadurch die Lösung der Probleme des Währungsraums zu behindern, denn für die exportierten Produkte müssen sich anderenorts Volkswirtschaften verschulden, was das offensichtlichste Problem der Südstaaten ist.

 

Der große Handelsüberschuss resultiert aus der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die mit gesunkenen Lohnstückkosten konkurrenzfähige Produkte anbieten kann. Folgen die anderen Mitglieder der Euro-Zone dem Beispiel Deutschlands, löst sich auch die Euro-Krise. Deutschland kann kein Interesse an einem schwachen Süden haben, der sich nichts mehr leisten kann.

 

Risiken für die deutsche Wirtschaft ergeben sich aus den schwachen Investitionen der Firmen in Maschinen und andere langfristige Güter. Damit stellen die Unternehmen sich auf ein tieferes Abgleiten der Weltwirtschaft ein, was angesichts der Meldungen aus allen Teilen der Welt keine Überraschung wäre.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

von Nikolas Mauder

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