Aktien im Bann des Nahostkonflikts
Eine alte, etwas zynisch anmutende Börsenweisheit lautet: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ Die Ratio dahinter ist so einfach wie bestechend. Anleger reagierten in der Vergangenheit häufig mit panikartigen Verkäufen auf kriegerische Auseinandersetzungen. Für Antizykliker ergaben sich daraus attraktive Einstiegsgelegenheiten.
Die zunehmende Verbreitung dieser Erkenntnis hat offensichtlich zu einer Veränderung des Anlegerverhaltens geführt. Die Bereitschaft, Aktien in Krisenzeiten undifferenziert zu verkaufen, scheint in den letzten Jahren nachgelassen zu haben – zum Leidwesen potenzieller Schnäppchenjäger.
Anhand von Wettquoten der Plattform „Polymarket“ lässt sich die geänderte Erwartungshaltung ablesen: Wurde zunächst mit einer Dauer von wenigen Tagen oder Wochen gerechnet, gehen inzwischen viele von mehrmonatigen Kampfhandlungen im Nahen Osten aus.

Der Global Supply Chain Pressure Index, der Lieferkettenprobleme misst, zeigt derzeit noch keine Auffälligkeiten. Auch die Ausschläge bei den als Frühindikator dienenden Schifffahrtsaktien sind bislang überschaubar. Noch ist es also möglich, dass die Weltkonjunktur mit einem blauen Auge davonkommt.

Viel Spielraum für positive Überraschungen hat sich bislang allerdings noch nicht aufgebaut, so dass gegenwärtig – im Sinne der Kontraindikation – noch keine wirklich attraktive Einstiegsgelegenheit besteht.
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