DAX Morgenanalyse: Automobilsektor belastet – Trotz ZEW-Optimismus kaum Bewegung
Die Leitindizes der Börsen in London, Madrid, Mailand, Paris und Zürich konnten am Dienstag Zugewinne verbuchen, während der Amsterdamer AEX-Index um 0,51 Prozent auf 1.070,05 Zähler nachgab. Kursverluste vor allem bei ASM, ASML und BE Semiconductor drückten den Index ins Minus. Der Euro Stoxx50 indes gewann um 0,45 Prozent auf 6.257,42 Punkte hinzu.
An der Wall Street konnte der Dow Jones um 0,64 Prozent auf 51.999,67 Punkte ansteigen – das neue Rekordhoch liegt nun bei 52.190,29 Zählern. Der Nasdaq100 korrigierte um 1,89 Prozent und schloss mit 29.968,13 Punkten. Höhere Verluste bei den Halbleiterwerten wie AMD, Arm Holdings, ASML, Broadcom, Intel, KLA, Marvell Technology, Microchip Technology, Micron Technology, Nvidia und Qualcomm drückten den Technologieindex ins Minus.
Der S&P500 verlor 0,57 Prozent und ging mit 7.511,35 Punkten aus dem Handel. Auch in Bezug auf Space X gab es einen neuen Rekord – der Konzern hat bereits am dritten Tag an der Börse die Marktkapitalisierung von Amazon hinter sich gelassen und gehört nun weltweit zu den fünf wertvollsten Unternehmen.
Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte notierten am Mittwoch mehrheitlich mit Kursgewinnen. Die US-Futures tendierten kurz vor der Eröffnung der europäischen Börsen zu Kursgewinnen. Die ersten DAX-Indikationen lagen in einer Spanne von 24.833 bis 24.837 Punkten.
Deutsche Konjunkturerwartungen übertreffen Marktkonsens deutlich
Die Hoffnungen auf ein Ende des Irankriegs und der damit verbundenen Energiesorgen hat die ZEW-Konjunkturerwartungen im Berichtsmonat Juni kräftig angetrieben. Die Experten des „ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim“ veröffentlichten am Dienstag, den 16. Juni 2026 erstmals seit langem wieder einen sich im Plus befindenden ZEW-Indikator.
Die ZEW-Konjunkturerwartungen für die Eurozone stiegen um 18,6 Zähler auf ein Plus von 9,5 Punkten. Auch die Lage in der Eurozone wurde im Vergleich zum Vormonat Mai im Juni um 2,0 Punkte schlechter bewertet – der Lageindikator fiel auf ein Minus von 43,4 Punkten.
Pkw-Verkäufe in China brechen im Mai um 22 Prozent ein
Erwartungen und Lage hin oder her – die deutsche Automobilindustrie bleibt belastet. Obendrein kommen besorgniserregende Nachrichten aus China – die Chinesen kaufen immer weniger Autos. Der chinesische Verband für Pkw (CPCA) melde für den Monat Mai in China ein Minus von 22 Prozent bei den Pkw-Verkäufen gegenüber dem Mai 2025. Nach einem Wachstumsmarkt China sieht dies nicht gerade aus.
Überkapazitäten der chinesischen Pkw-Hersteller werden vermehrt durch den Export abgebaut und dies neben Europa auch nach Mittel- und Südamerika oder im gesamten asiatischen Bereich. Dies trifft besonders den Massenhersteller Volkswagen Group, aber auch die Mercedes-Benz Group und die BMW Group. Jeder verkaufte Pkw der Chinesen im Ausland schmälert die Verkaufschance der deutschen Hersteller.
Nach dem Xetra-Schluss senkte bereits BMW die Prognose – die Aktie stürzte nachbörslich auf zeitweise unter 64 Euro. Mögliche Prognosesenkungen bei der Mercedes-Benz Group oder bei der Volkswagen Group auf Sicht der nächsten Wochen wären nicht wirklich überraschend.
DAX Kursziele
- Die Widerstände kämen bei der Marke von 25.508 Punkten, sowie bei den Projektionen zur Oberseite von 26.368/26.900 und 27.760 Punkten in Betracht.
- Die Unterstützungen wären bei den Marken von 24.648/24.116/23.686/23.256/22.724 und 21.864 Punkten zu ermitteln.
DAX – Chart

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