Bund bekräftigt Nein zu UniCredit-Offerte für Commerzbank
Am letzten Tag des Übernahmetauschangebots der UniCredit für die Commerzbank hat die Bundesregierung ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Vorhaben nochmals unterstrichen – obwohl die Umtauschofferte erstmals attraktiv geworden ist. Der Bund werde das Tauschangebot von UniCredit nicht annehmen, teilte die staatliche Finanzagentur am Dienstag in Berlin mit. Das habe der Lenkungsausschuss beschlossen, der für die Beteiligungen des Bankenrettungsfonds zuständig ist.
Der Bund, mit 12 Prozent der Anteile zweitgrößter Commerzbank-Aktionär, erteilte dem Vorstoß der Italiener nicht nur aus finanziellen Gründen eine Absage, sondern weil der Regierung das forsche Vorgehen von UniCredit-Chef Andrea Orcel missfällt. „Darüber hinaus unterstützt der Lenkungsausschuss die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank AG und lehnt das aggressive Vorgehen der UniCredit SpA ab“, erklärte die Finanzagentur.
Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands. Zudem sei sie als Arbeitgeber für den Finanzstandort Frankfurt wichtig. „Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“
UniCredit-Angebot plötzlich attraktiv
Seit Bekanntgabe des Angebots im März war dies nicht der Fall gewesen: Bislang wurden die Commerzbank-Aktien an der Börse stets höher bewertet als die Offerte der Mailänder Großbank. Die Übernahmefrist endete am Dienstag, soll aber bis zum 3. Juli verlängert werden. UniCredit hat fast 12 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient bekommen, obwohl das Angebot bisher wirtschaftlich betrachtet nicht vorteilhaft war.
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