BaFin informiert: Wissenslücken bei Krypto-Anlegerinnen und -Anlegern
Auf den weltweiten Finanzmärkten herrscht zwar gerade Flaute bei Bitcoin & Co.
Mittlerweile besitzen rund 13 Prozent der Erwachsenen Bitcoin, Ether & Co. Also mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland. Das zeigt eine repräsentative Bafin-Erhebung zum Finanzwissen zu Kryptowerten aus April 2026. Doch vielen fehlt es an Krypto-Know-how. In der Studie konnten Krypto-Investorinnen und -Investoren durchschnittlich knapp die Hälfte von 16 Wissensfragen nicht oder nicht richtig beantworten.
Die Bafin sieht deshalb für Verbraucherinnen und Verbraucher Risiken bei Investitionen in Kryptowerte. Der Grund: Viele dieser Produkte sind sehr volatil, bergen Cyber-Gefahren und können für unseriöse Angebote missbraucht werden. „Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Produkte genau kennen, um Chancen und Risiken abwägen zu können“, sagt Christian Bock, Verbraucherschutzbeauftragter der Bafin.
Um besser zu verstehen, warum Verbraucherinnen und Verbraucher Coins und Token kaufen, hat die Bafin sie in zwei Erhebungen zu ihren Kenntnissen und Erfahrungen mit Kryptowerten befragt.
Finanzwissen zu Kryptowerten
Die Bafin hat 1.000 Personen gefragt, was sie über Kryptowerte wissen. 13 Prozent der Befragten besaßen Kryptowerte. 34 Prozent hatten keine Krypowerte, aber Aktien, Anleihen oder Fonds, 53 Prozent besaßen keine der aufgeführten Finanzprodukte.
Die Erhebung umfasste 16 Fragen zum Wissen. Die Teilnehmenden konnten jeweils auch mit „Weiß ich nicht“ antworten. Alle Befragten beantworteten im Durchschnitt 36 Prozent der Fragen richtig und 19 Prozent falsch. Bei 45 Prozent der Fragen gaben sie an, die Antwort nicht zu kennen (siehe Abbildung 1).
Besitzerinnen und Besitzer von Kryptowerten beantworteten mit 57 Prozent mehr Fragen richtig. Allerdings antworteten sie auch zu 31 Prozent falsch.

Abbildung 1: Mittelwerte über alle 16 Wissensfragen Abbeilung 1 zeigt alle Mittelwerte über alle 16 Wissensfragen. Mittelwerte, 16 Wissensfragen Quelle: Bafin
In ihrer Befragung zum Finanzwissen wollte die Bafin unter anderem wissen, wie der Bitcoin-Preis entsteht, ob Bitcoins vor Inflation schützen und ob Kryptowerte geschützt sind, wenn ein lizensierter Dienstleister insolvent wird. Gefragt wurde auch, was Stablecoins sind und ob sie sich zum Vermögensaufbau eignen.
35 Prozent aller Befragten wussten, dass Bitcoins vereinfacht ausgedrückt elektronische Datensätze sind (siehe Abbildung 2). Jeweils die Hälfte aller Befragten wusste, dass der Bitcoin-Preis nicht stabil ist, durch Angebot und Nachfrage entsteht und dass Kryptowerte in einer digitalen Geldbörse (Wallet) aufbewahrt werden. Etwas mehr als der Hälfte aller Befragten war auch bewusst, dass Coins, die wegen viraler Trends oder Hypes populär werden, meist sehr stark im Preis schwanken.

Abbildung 2: Was sind Bitcoins? Abbildung 2 zeigt die Antwort auf die Frage, was sind Bitcoins. Quelle: Bafin
42 Prozent wussten, dass Stablecoins Kryptowerte sind (45 Prozent gaben an, die Antwort nicht zu kennen und 13 Prozent antworteten sogar falsch). Aber nur 18 Prozent war bekannt, dass sich Stablecoins nicht zum Vermögensaufbau eignen.
Wissensdefizite bei Krypto-Anlegerinnen und -Anlegern
Falsche Vorstellungen gab es beim Inflationsschutz, Vermögensaufbau und bei der Preisstabilität. Die Mehrheit derjenigen, die keine Kryptowerte gekauft hatten, beantworteten die Fragen dazu nicht, weil ihnen das Wissen fehlte. „Wer sich nicht für Kryptowerte interessiert und nicht damit handelt, muss solchen Fragen auch nicht unbedingt beantworten können. Schließlich ist es ein komplexes Thema“, erklärt Christian Bock. „Verbraucherinnen und Verbraucher, für die ein Kauf in Frage kommt oder die Kryptowerte gekauft haben, sollten sich aber besser über Chancen und Risken informieren und diese verstehen. Wir als Bafin unterstützen sie dabei, indem wir ihnen Informationen auf vielen verschiedenen Kanälen zur Verfügung stellen und sie aufklären.“
So nahmen 54 Prozent der Kryptowerte-Besitzerinnen und -besitzer fälschlicherweise an, dass Bitcoin vor Inflation schütze.
Viele Anlegerinnen und Anleger hielten Bitcoin für inflationssicher, da er auf 21 Millionen Coins begrenzt und unabhängig von Regierungen und Zentralbanken ist. Bitcoins sind jedoch hochvolatil, können also binnen weniger Tage deutlich an Wert gewinnen oder verlieren.
Mehr als ein Drittel der befragten Krypto-Anlegerinnen und -Anleger lag auch mit der Annahme falsch, dass der Bitcoin-Preis im Gegensatz zu neuen Coins stabil sei. Tatsächlich schwankt er stark, da er dezentral durch Kauf- und Verkaufsaufträge auf vielen Handelsplätzen entsteht und stark auf große Handelsaufträge, Nachrichten und Marktstimmungen reagiert.
Die Hälfte der Kryptowerte-Besitzerinnen und -Besitzer dachte zudem, dass Stablecoins zum Vermögensaufbau geeignet seien. Die Werte dieser digitalen Währungen sind an Referenzwerte wie den US-Dollar oder Vermögenswerte wie Gold gekoppelt.
Knapp die Hälfte der Krypto-Anlegerinnen und -Anleger hielt einen Stablecoin irrtümlicherweise für ein Derivat, das starke Kursschwankungen von Kryptowerten absichert. Tatsächlich sind Stablecoins eine eigene Art von Kryptowerten – wobei „Stablecoin“ ein untechnischer Begriff ist. In der EU reguliert sind vermögenswertereferenzierte Token (Asset-Referenced Token – ART) und E-Geld-Token (Electronic Money Token – EMT). Grundlage ist die MiCA-Verordnung (siehe Infokasten).
MiCAR
Mit der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation – MiCAR) reguliert die Europäische Union unter anderem den Handel mit Krypto-Assets. Ziel ist es, einen fairen Wettbewerb auf dem Crypto-Assets-Markt und ein hohes Maß an Verbraucherschutz und Marktintegrität zu gewährleisten.
Am 1. Juli 2026 lief die Übergangsfrist für Krypto-Dienstleister EU-weit aus – ohne Verlängerung und ohne zusätzliche Schonfrist. Krypto-Dienstleister, die in der EU ansässig sind und keine MiCAR-Lizenz haben, mussten ihre Tätigkeit zu diesem Stichtag einstellen.
Unternehmen aus Drittstaaten dürfen ihre Kryptowerte-Dienstleistungen in der EU nicht mehr aktiv anbieten.
Bitcoin Chart
Disclaimer & Risikohinweis
Feld nicht bekanntThemen im Artikel
Infos über BaFin
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – kurz BaFin – vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach.
Sie ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts und unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht d...
BaFin Nachrichten
-
BaFin warnt vor Marktverwerfungen – Das Risiko steigt, dass die Finanzstabilität einen Härtetest bestehen muss
Die Finanzaufsicht BaFin sieht Potential für plötzliche Korrekturen an den Märkten. Insgesamt nennt sie in ihrem Bericht „Risiken im Fokus“ sechs Gefahren für die Finanzunternehmen...
-
BaFin interveniert bei Turbo-Zertifikaten für mehr Anlegerschutz im Handel mit hochspekulativen Hebelprodukten
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat heute eine Produktinterventionsmaßnahme für sogenannte Turbo-Zertifikate erlassen. Sie tritt im Juni 2026 in Kraft. Ziel der Maßnahme ist es,...
-
Vorsicht vor unseriösen Festgeld-Angeboten
BaFin: Festgelder gelten als sichere Anlage und bieten eine hohe Planungssicherheit. Es gibt aber auch betrügerische Angebote. Die Finanzaufsicht BaFin erklärt, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten...
-
Depotüberträge: BaFin konkretisiert Verpflichtungen für Zwischennachrichten
BaFin: Die Finanzaufsicht BaFin hat ihre FAQ zu den zeitlichen Vorgaben bei der Bearbeitung von Depotüberträgen konkretisiert. Sie stellt klar, welches Institut die Kundin bzw....
-
captrader.financial und cap-traders.com: BaFin ermittelt gegen die Verantwortlichen
BaFin: Die Finanzaufsicht BaFin warnt vor Angeboten auf den Websites captrader.financial und cap-traders.com. Nach ihren Erkenntnissen bieten deren unbekannte Betreiber ohne Erlaubnis Finanz- bzw. Wertpapierdienstleistungen...





