Aktie im Fokus: Kering – charttechnisch bis zu 20% Kurspotential möglich

Die im französischen Leitindex CAC40 enthaltene Aktie des Konzerns Kering notierte am 01. Juli 2026 auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischentief von 241,40 Euro. Seitdem konnte sich die Aktie bis zum 31. Juli 2026 auf ein Zwischenhoch von 293,55 Euro erholen.

Zuletzt handelte die Kering Aktie im Bereich rund um die 245,75 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 261,32 Euro, 273,63 Euro, 281,24 Euro, 285,94 Euro und 293,55 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 241,40 Euro, 233,79 Euro, 229,09 Euro, 221,48 Euro und 209,17 Euro abzuleiten.

 

Kering Chart

 

Kering Kursziele

Die Analysten von J.P. Morgan vergaben ein Ziel von 235,00 Euro. Dieses Ziel wäre mit der hier technisch ermittelten Unterstützung von 233,79 Euro nur ansatzweise darzustellen. Die Unterstützung ist prozentual in Euro berechnet nicht weit von der Zielmarke entfernt, doch für eine ausreichend technische Bestätigung sollte dies dennoch nicht ausreichen.

 

Kering Chart

 

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Kering: die Fundamentaldaten

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von Kering liegt bei 26,0, was auf eine vergleichsweise hohe Bewertung im Verhältnis zum erwarteten Gewinn hindeutet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,1 zeigt, dass der Markt das Unternehmen mit einem Aufschlag zum bilanziellen Eigenkapital bewertet. Der Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA beträgt 14,0, was die operative Ertragskraft in Relation zur Gesamtbewertung inklusive Schulden widerspiegelt.

Bei der Ertragskraft zeigt sich ein gemischtes Bild. Die operative Marge liegt bei 12,8% und signalisiert eine grundsätzlich funktionierende operative Geschäftstätigkeit. Demgegenüber steht eine negative Eigenkapitalrendite von -1,6%, was bedeutet, dass das Unternehmen im betrachteten Zeitraum keinen positiven Ertrag auf das eingesetzte Eigenkapital erwirtschaftet hat. Ergänzend dazu ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,9% gesunken, was auf eine rückläufige Geschäftsentwicklung im operativen Kerngeschäft hindeutet.

Die Ausschüttungspolitik zeigt eine Dividendenrendite von 1,2%, die im Vergleich zum Aktienkurs eher moderat ausfällt. Auffällig ist die Ausschüttungsquote von 101,0%, das Unternehmen schüttet somit mehr aus, als im gleichen Zeitraum an Gewinn erzielt wurde. In Kombination mit der negativen Eigenkapitalrendite deutet dies darauf hin, dass die Dividende aktuell nicht vollständig aus der laufenden Ertragskraft gedeckt wird.

 

Kering – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
26,0×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
1,2%
Dividendenrendite
101,0%
Ausschüttungsquote
12,8%
Operative Marge
Quelle: Broker-Test.de

 

Nächster Quartalstermin: 10. Februar 2027.

Kering: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger dürften bei Kering aktuell mehrere Warnsignale zusammenkommen, die eine besonders vorsichtige Betrachtung nahelegen. Die Eigenkapitalrendite liegt mit -1,6% im negativen Bereich, während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,9% zurückging. Besonders kritisch könnte dabei die Ausschüttungsquote von 101,0% wirken, denn eine Dividende, die rechnerisch mehr als den Gewinn aufzehrt, wäre auf Dauer kaum aus der operativen Substanz zu finanzieren. Bei einer Dividendenrendite von lediglich 1,2% dürfte dieses Risiko zudem kaum durch einen nennenswerten laufenden Ertrag kompensiert werden.

Risikoaffine Anleger könnten dagegen eher auf das charttechnische Potential blicken, das bis zum höchsten Widerstand immerhin 20% Kursspielraum eröffnet. Wer bereit ist, die schwachen Fundamentaldaten zugunsten eines möglichen technischen Ausbruchs auszublenden, könnte in dieser Diskrepanz eine Chance sehen. Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass das höchste genannte Analystenziel von J.P. Morgan bei 235,00 Euro liegt und damit sogar unterhalb des aktuellen Kurses zu liegen scheint, was der charttechnischen Fantasie fundamental entgegensteht.

Für kurzfristig orientierte Anleger dürfte gerade dieser Widerspruch zwischen Chart und Analystenmeinung im Fokus stehen. Die technisch ermittelte Unterstützung von 233,79 Euro liegt zwar rechnerisch nahe am Analystenziel, laut Analyse reicht diese Nähe jedoch nicht für eine verlässliche technische Bestätigung aus. Kurzfristig orientierte Marktteilnehmer könnten diese Marke daher als sensiblen Prüfstein betrachten, an dem sich zeigen dürfte, ob der Kurs eher in Richtung des Widerstands mit seinem 20%-Potential oder in Richtung des niedrigeren Analystenziels tendiert.

Langfristig orientierte Anleger schließlich dürften vor allem die strukturellen Fundamentaldaten kritisch prüfen wollen. Ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,0 sowie ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,1 erscheinen angesichts einer negativen Eigenkapitalrendite und rückläufiger Umsätze ambitioniert bewertet. Die operative Marge von 12,8% sowie ein Unternehmenswert-EBITDA-Verhältnis von 14,0 könnten zwar auf eine grundsätzlich funktionierende Geschäftsbasis hindeuten, doch dürfte eine nachhaltige Bewertungsrechtfertigung aus heutiger Sicht eine erkennbare Trendwende bei Wachstum und Profitabilität voraussetzen.

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