Deutsche-Bank-Chef Sewing fordert konsequenten Reformkurs von der deutschen Bundesregierung
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat an die Bundesregierung appelliert, bei angekündigten Reformen nicht zurückzuweichen.
„Wer jetzt darüber diskutiert, Reformen zurückzudrehen oder angekündigte Maßnahmen wieder vom Tisch zu nehmen, handelt falsch“, sagte Sewing heute beim „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt. Regierung und Koalitionsparteien sollten das Angekündigte konsequent umsetzen „und dann zügig die nächsten Reformschritte angehen“.
Insgesamt stimme die Richtung hierzulande, die Wirtschaftsdaten würden besser, sagte Sewing.
Für das laufende Jahr erwarten Volkswirte einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1 Prozent. „Nächstes Jahr dürfte es Richtung 1,5 Prozent gehen. Damit ist die Lage besser, als sie häufig beschrieben wird“, betonte Sewing. Für ausreichend hält er das Wachstum aber noch nicht.
Nötig seien Entschlossenheit zu Reformen und die Bereitschaft, Belastungen auszuhalten.
Bankenverband sieht Wachstumschance
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht nach „einer starken ersten Jahreshälfte“ hierzulande von einem BIP-Plus von 1,2 Prozent aus. Für 2027 rechnen die Ökonomen laut heutiger Mitteilung mit einer Rate von 1 Prozent. Im Juni hatte das DIW seine Prognose für das laufende Jahr noch auf 0,5 Prozent Wachstum halbiert und für 2027 ein BIP-Plus von 0,8 Prozent erwartet.
Der Bankenverband traut der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr einen Zuwachs von gut 1 Prozent zu. Ausschlaggebend sei der bessere Verlauf im ersten Halbjahr, hieß es in dem heute veröffentlichten Bericht zur Unternehmensfinanzierung.
„Die Konjunktur steht stabiler da als erwartet. Damit daraus im nächsten Jahr ein Aufschwung wird, muss die Politik wie angekündigt ihre Reformen entschlossen umsetzen“, sagte Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, bei der Vorstellung des Berichts. Besonders bei der Rentenreform mahnte er zur Konsequenz: „Wenn die Pläne zur Rentenreform in wesentlichen Punkten verwässert würden, drohen höhere Lohnzusatzkosten. Das wäre das falsche Signal für Wachstum und Investitionen.“ Die Kosten der sozialen Sicherungssysteme müssten stabilisiert werden.
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