Aktie der Woche: Indus Holding – Hidden Champions im Köcher

LYNX Broker: Als Aktie der Woche stellen wir die Indus Holding AG näher vor. Die Indus Holding ist laut eigener Beschreibung der führende Spezialist für nachhaltige Unternehmensbeteiligung und als Mittelstands-Holding zu verstehen. Die Gesellschaft erwirbt größtenteils inhabergeführte Gesellschaften des deutschsprachigen Mittelstands und die jeweiligen Portfoliounternehmen bekommen von Indus Unterstützung und Beratung bei der nachhaltigen und langfristigen Entwicklung. Jedes Portfoliounternehmen ist als Tochtergesellschaft wirtschaftlich und operativ an seinem jeweiligen Standort eigenständig.

 

Indus – Ein deutscher Hidden Champion?
Die Indus Holding selbst hat ihren Sitz in Bergisch Gladbach und ist in ihrer Funktion als maßgeblicher Gesellschafter bei den einzelnen Portfoliounternehmen an einem kontinuierlichen Dialog interessiert. Dadurch wird der stetige Informationsfluss aus den einzelnen Portfoliounternehmen gewahrt und bei Bedarf kann die Holding dann einzeln beraten und Hilfestellung geben. In der Funktion einer Industriebeteiligungsgesellschaft ist Indus an Nachhaltigkeit, operativer Stärke und starker Ertragslage der einzelnen Portfoliounternehmen interessiert. Dadurch können für die Indus-Aktionäre schließlich auch zukünftig Erträge generiert werden. Die Indus Holding liefert Know-how für den Kapitalmarkt, kann Kapital beschaffen und Erfahrung in Sachen Management einbringen.

Die Indus Holding kann in den letzten Jahrzehnten auf über 40 Akquisitionen mittelständischer sogenannter "Hidden Champions" verweisen. Im Zentrum der Aktivitäten steht dabei eine Buy-and-hold-Strategie für langfristige und nachhaltige Investments. Mitte der 1980er-Jahre begann der Kauf von einzelnen Beteiligungen. Als Dach dieser Beteiligungskäufe wurde die Indus dann 1989 gegründet. 1995 ging man an die Börse.

 

Segmente und Beteiligungen
Die Beteiligungen der Indus Holding sind in die fünf Segmente "Bau- und Infrastruktur", „Medizin- und Gesundheitstechnik“, „Fahrzeugtechnik“, „Maschinen- und Anlagenbau“ und „Metalltechnik“ aufgeteilt. Aktuell befinden sich 44 Unternehmensbeteiligungen im Portfolio. Die Indus Holding wird von Jürgen Abromeit in der Funktion des Vorstandsvorsitzenden (CEO), Dr. Ing. Johannes Schmidt in der Funktion des Technikvorstands (CTO) und Rudolf Weichert in der Funktion des Finanzvorstands (CFO) geleitet. Aufsichtsratsvorsitzender ist Helmut Späth.

 

Die Indus-Aktie
Die Wertpapiere der Indus Holding sind im Handelssegment Prime Standard (Regulierter Markt) an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Ferner sind die Papiere im Freiverkehr in Berlin-Bremen, in Düsseldorf, Stuttgart und Hamburg handelbar. Insgesamt sind 24.450.509 nennwertlose Inhaber-Stückaktien ausstehend. Die Aktie feierte am 13. September 1995 ihr Börsendebüt, der Emissionskurs lag bei 14,83 Euro und zudem ist die Indus Holding AG Mitglied im SDAX. Mit einem Anteil von 19,4 Prozent ist die Versicherungskammer Bayern größter Einzelaktionär. Auf dem nächsten Platz folgen mit 6,4 Prozent die Legitimationsaktionäre. Der Freefloat liegt bei 74,2 Prozent.

 

Analysen
Es gibt nicht viele Analysen zur Aktie der Indus Holding. Die insgesamt sechs Analysen stammen von Bankhaus Lampe, Commerzbank, Deutsche Bank, HSBC, Independent Research und Warburg Research. Alle Analysten stuften die Aktie als Kauf ein. Die Kurszielspanne reichte von 51,00 Euro (Commerzbank vom 18.05.2016) bis 60,00 Euro (Independent Research vom 25.05.2016). Das Durchschnittskurziel liegt bei 56,50 Euro. Die Aktie ging zum Zeitpunkt der Analyse mit 44,995 Euro aus dem Xetra-Handel und demnach wird der Aktie noch einiges Potenzial zugeschrieben. Bei aktuellen Kursen wird das Unternehmen am Kapitalmarkt mit rund 1,10 Mrd. Euro bewertet. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 47,90 Euro im Hoch und 35,60 Euro im Tief – sie legte auf Sicht von fünf Jahren um mehr als 148 Prozent zu. Damit hat sich die Aktie deutlich besser als der Gesamtmarkt (Benchmark: DAX Performance Index) entwickelt. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 42,50 Euro.

 

Fundamentaldaten
Für das Geschäftsjahr 2015 (bilanziert wird bei der Indus Holding zum 31.12. gemäß IFRS in Euro) wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 1,4 Mrd. Euro (2014: 1,3 Mrd. Euro, 2013: 1,2 Mrd. Euro, 2012: 1,1 Mrd. Euro und 2011: 1,1 Mrd. Euro) aus. Es ist also in den letzten Jahren ein sauberer Umsatzanstieg zu registrieren. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag für 2015 bei 109,3 Mio. Euro, das Zinsergebnis bei -27,0 Mio. Euro (Vorjahr: -26,5 Mio. Euro).

Als Jahresüberschuss wurden für 2015 67,9 Mio. Euro ausgewiesen. Das Nettoergebnis je Aktie betrug 2,78 Euro. Die Indus Holding schüttete für das Geschäftsjahr 2015 29,3 Mio. Euro aus – das entspricht 1,20 Euro Dividende je Stammaktie. Hier lohnt ein Blick auf die Dividendenhistorie. Selbst in den Krisenjahren 2008/2009 wurden Dividenden in Höhe von 0,80 Euro und 0,50 Euro gezahlt. Die Dividendenrendite der Indus Holding liegt seit einem Jahrzehnt zwischen 2,7 und 6,0 Prozent und die Aktie darf ruhig als nachhaltig liefernder Renditetitel bezeichnet werden. Indus Holding thesauriert rund 50 Prozent der Gewinne und schüttet den Rest an die Aktionäre aus.

Die Unternehmen innerhalb der Holding beschäftigten 2015 gemäß Bilanz 8.334 Mitarbeiter (2011 waren es erst 6.733 Beschäftigte). 132,2 Mio. Euro an liquiden Mitteln wurden für 2015 erklärt, das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 592,7 Mio. Euro angesetzt, das gezeichnete Kapital beträgt 63,6 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten werden mit 824,3 Mio. Euro ausgewiesen. Die Bilanzsumme liegt bei 1,4 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt 2015 rund 42,1 Prozent. In den Bilanzprognosen für 2016 und 2017 werden Umsätze in Höhe von 1,44 und 1,49 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2016 142,52 Mio. Euro betragen, 2017 sollen es sogar 148,79 Mio. Euro sein.

Der Gewinn je Aktie könnte 2016 demnach bei 3,043 Euro liegen und sich 2017 auf 3,226 Euro steigern. Die Dividende für 2016 könnte sich auf 1,30 Euro und die für 2017 auf 1,40 Euro belaufen. Der Cashflow je Aktie könnte 2016 bei 5,085 Euro liegen und 2017 auf 5,266 Euro steigen. Das Nettovermögen je Aktie soll 2016 26,05 Euro betragen und 2017 auf 27,82 Euro anziehen. Die Nettoverschuldung soll sich 2016 auf 378,00 Mio. Euro belaufen und 2017 leicht auf 360,17 Mio. Euro sinken. Am 15. August 2016 legt die Indus Holding den Zwischenbericht zum 30.06.2016 und am 15. November den zum 30.09.2016 vor.

 

Chartanalyse der Aktie: Indus Holding (EUR)

Die Aktie der Indus Holding entwickelte sich in den vergangenen fünf Jahren recht gut und konne von rund 18,00 zwischenzeitlich auf über 50,00 Euro zulegen. Während dieser Anstieg in den ersten Jahren noch sauber und mit verhältnismäßig geringer Volatilität verlief, ist ab Ende 2014 eine erhöhte Schwankung zu verzeichnen. Seit Ende 2015 zeigt sich eine leichte Aufwärtstendenz mit steigenden Hochs und steigenden Tiefs. Der Schlusskurs der vergangenen Handelswoche lag knapp über 45,00 Euro.

 

Bleiben die Kurse nachhaltig oberhalb von 41,00 Euro und gleichzeitig oberhalb der eingezeichneten Trendlinie, so sind Trade-Gedanken auf der Long-Seite durchaus denkbar. Das Erreichen der Marken von 48,00 und gegebenenfalls 50,00 Euro wäre durchaus realistisch. Sollte der Markt nachhaltig unter die Unterstützung von 41,00 Euro absacken, so wäre eine erneute Analyse notwendig, da sich der Long-Vorteil dann durchaus relativieren könnte.

 

Chart

 

 

Hinweis der Redaktion: Letzter Indus Holding AG Insider Kauf durch Rudolf Weichert in Höhe von 20.250 Euro

 

 

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