Aktie der Woche: Merck KGaA – Hightech aus Darmstadt

LYNX Broker: Der weltweite Chemie- und Pharmagigant Merck blickt auf eine mehr als 350 Jahre alte Firmengeschichte zurück. Seit Jahren sind die Bilanzen stabil und die stetige Dividende qualifiziert das Unternehmen zum Bluechip. Ob die Performance Mercks dem DAX-Index gerecht wird und wie gut sich das Unternehmen in der ersten Börsenliga schlägt erfahren Sie im Folgenden.

 

Merck KGaA – Hightech-Produkte der Chemie- und Pharmawelt aus Darmstadt

Die Merck KGaA (ISIN: DE0006599905 – Symbol: MRKK – Währung: EUR) ist ein weltweit tätiges Unternehmen und kann auf rund 350 Jahre Firmengeschichte verweisen. Merck stellt Pharmazeutika, Biopharmazeutika, Spezialchemie, Hightech-Materialien und Life-Science-Tools her. Der Konzern ist in drei Segmente unterteilt: „Healthcare“, „Life Science“ und „Performance Materials“. Das Segment „Healthcare“ umfasst wiederum die Abteilungen „Biopharma“, „Consumer Health“, „Biosimilars“ und „Allergopharma“. Der frühere Bereich „Merck Millipore“ geht komplett in „Life Science“ auf, in dem auch die Aktivitäten des 2014 durch Merck übernommenen Konzerns Sigma-Aldrich zusammengefasst werden.

 

Im Bereich „Performance Materials“ wird das komplette Spezialchemikaliengeschäft gebündelt, das unter anderem auch in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Beschichtungen, Drucktechnik, Lack- und Kunststoffanwendungen und Kosmetik aktiv ist . Das Unternehmen beschäftigt in den Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik (APAC), Lateinamerika sowie Mittlerer Osten und Afrika (MEA) per 30. September 2015 40.339 Mitarbeiter. Mercks Umsätze verteilten sich 2014 auf die Regionen Europa (40 Prozent), Nordamerika (18 Prozent), Asien-Pazifik (26 Prozent), Lateinamerika (12 Prozent) und Mittlerer Osten/Afrika (4 Prozent). Der Healthcare-Sektor erwirtschaftete 2014 61 Prozent des Nettoumsatzes, Life Science 24 Prozent und Performance Materials 15 Prozent.

 

Wichtig fürs zukünftige Geschäft ist bei allen Konzernen die Forschung und Entwicklung. F & E wird bei Merck in Eigenregie und mit externen Kooperationen betrieben – der Konzern wendete dafür 2014 1,7 Mrd. Euro auf. Das Unternehmen wird von Dr. Karl-Ludwig Kley als CEO geführt und vom Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Büchele kontrolliert.

 

Analysten sehen Potenzial nach oben

Warburg Research, S&P Capital IQ, Berenberg, Credit Suisse, Baader Bank, DZ Bank, JPMorgan, Goldman Sachs, NordLB, Exane BNP, Commerzbank, Independent Research, Barclays, Deutsche Bank, Equinet, Morgan Stanley, Citigroup, Kepler Cheuvreux, HSBC, Société Générale, UBS und Merrill Lynch haben seit August Analysen zur Aktie der Merck KGaA gefertigt. Von den 22 Analysten rieten neun zum Kauf des Wertpapiers, zehn votierten mit „halten“ und drei Analysten stuften das Wertpapier auf „verkaufen“ ein. Die Kurszielspanne reicht von 75,00 Euro (Kepler Cheuvreux vom 07.12.2015) bis 112,00 Euro (Exane BNP vom 25.01.2016). Kumuliert man die Kursziele der 21 Analysen (die NordLB blieb in ihrer Analyse ein Kursziel schuldig), so ergibt sich daraus ein Durchschnittskursziel in Höhe von 95,67 Euro. Die Aktie ging zum Zeitpunkt der Analyse mit 79,34 Euro aus dem Xetra-Handel. Das Wertpapier könnte demnach noch etwas Potenzial haben.

 

Aktie besser als der DAX

Die Aktien der Merck KGaA hatten am 20. Oktober 1985 ihren ersten Handelstag. Sie sind zum amtlichen Handel via Xetra, Frankfurt und an den Regionalbörsen zugelassen. Der Ausgabepreis betrug 54,00 DM (27,61 Euro). Am 30. Juni 2014 gab es einen Aktiensplit im Verhältnis 1:2. Nur 30 Prozent der Aktien der Merck KGaA werden öffentlich gehandelt, die weiteren Aktien werden von der Familie Merck in der Form des persönlich haftenden Gesellschafters „E. Merck KG“ gehalten. Insgesamt sind dadurch nur 129.242.252 Mio. zugelassene Aktien im Umlauf. Bei einer Ermittlung des Komplementärkapitals käme man auf weitere 305.535.626 Aktien. Der Markt bewertet die Merck KGaA derzeit mit 10,25 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 111,85 Euro im Hoch, 70,68 Euro im Tief und hat auf Sicht von fünf Jahren rund 145 Prozent zugelegt. Damit hat sich die Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt (Benchmark: DAX Performance Index) besser entwickelt. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 90,15 Euro. Die Aktien der Merck KGaA sind unter anderem Mitglied im deutschen Leitindex DAX.

 

Merck: eine Bluechip Aktie?

Für das Geschäftsjahr 2014 (bilanziert wird bei der Merck KGaA zum 31.12. gemäß IFRS in Euro) wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 11,3 Mrd. Euro (2013: 10,7 Mrd. Euro, 2012: 10,7 Mrd. Euro und 2011: 9,9 Mrd. Euro) aus. Es ist also ein sauberer ansteigender Umsatztrend erkennbar. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag für 2014 bei 1,6 Mrd. Euro. Als Jahresüberschuss wurden für 2014 1,2 Mrd. Euro ausgewiesen. Das Nettoergebnis je Aktie betrug 2,66 Euro. Die Merck KGaA schüttete für das Geschäftsjahr 2014 1,00 Euro je Stammaktie aus. 2014 nahm sie Abschreibungen auf Anlagevermögen in Höhe von 1,36 Mrd. Euro vor. 2014 beschäftigte das Unternehmen gemäß Bilanz 39.639 Mitarbeiter (die Mitarbeiterzahl schwankt in den letzten Jahren zwischen rund 40.500 und 38.000 Mitarbeitern).

 

An liquiden Mitteln wurden für 2014 2,9 Mrd. Euro erklärt, das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 11,7 Mrd. Euro angesetzt und die Verbindlichkeiten werden mit 14,2 Mrd. E u ro ausgewiesen. Die Bilanzsumme liegt bei 26,0 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt 2014 rund 45,4 Prozent. In den Bilanzprognosen für 2016 und 2017 werden Umsätze in Höhe von 15,28 und 15,72 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2016 2,56 Mrd. Euro betragen, 2017 sollen es sogar 2,73 Mrd. Euro sein. Der Gewinn je Aktie könnte 2016 demnach bei 5,83 Euro liegen und sich 2017 auf 6,19 Euro steigern. Die Dividende könnte 2016 1,15 Euro betragen und für 2017 sogar auf 1,21 Euro klettern. Das Nettovermögen je Aktie soll 2016 bei 31,20 Euro liegen und 2017 sogar auf 33,62 Euro anziehen. Die Nettoverschuldung des Konzerns soll sich 2016 auf 10,68 Mrd. Euro belaufen und sich 2017 auf 8,87 Mrd. Euro reduzieren.

 

Erst im November hob Merck die Prognose für 2015 an. Man geht von einem Gesamtumsatz von 12,6 bis 12,8 Mrd. Euro aus, der operative Gewinn (EBITDA vor Sondereinflüssen) soll sich bei 3,58 Mrd. bis 3,65 Mrd. Euro einpendeln. Die Merck KGaA veröffentlicht am 08.03.2016 den Geschäftsbericht für 2015, am 29.04.2016 findet die Hauptversammlung statt und am 19.05.2016 werden bereits die Zahlen für das erste Quartal 2016 publiziert.

Charttechnik der Aktie: Merck KGaA (EUR)

Die Aktie von Merck hat sich in den vergangenen fünf Jahren prinzipiell sehr gut entwickelt. Allein von April 2014 bis April 2015 stieg der Wert von etwa 56,00 auf 112,50 Euro. Danach setzte eine Sequenz fallender Hochs und fallender Tiefs ein, und dies bei erhöhter Volatilität. Kürzlich wurde dann auch die Trendlinie des lang anhaltenden Aufwärtstrends gebrochen. Der Schlusskurs der vergangenen Handelswoche lag im Bereich 80,00 Euro und damit fast punktgenau auf der eingezeichneten Trendline.

 

Oberhalb der Trendlinie und besonders oberhalb von 86,00 Euro könnte sich der Long-Trend erneut entfachen. Kurse darunter sind aus charttechnischer Sicht eher als seitwärts- oder sogar als abwärtstendierend zu werten und weitere Tiefs unterhalb von 70,00 Euro sind nicht auszuschließen. Nach etwaigen vorsichtigen Käufen oberhalb von 86,00 Euro ist ein Erreichen der Marke von 95,00 Euro als realistisch einzustufen.

 

Chart

 

Hinweis der Redaktion: Merck Insiderhandel

 

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 66% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge