Alpari: Deflatorischer Druck durch sinkende Rohstoffpreise; EUR/USD an entscheidender Unterstützung

Alpari:

  • Fed-Governeur Richard Fisher hat in einer Rede den unmittelbaren Ausstieg aus dem QE3-Programm gefordert und bringt heute Morgen die asiatischen Aktienmärkte unter Druck. Im Einklang mit der Fed-Pressemitteilung wird tendiert die US-Notenbank vorsichtig in Richtung QE3-Ausstieg und bereitet die Märkte darauf vor.  Die guten Einkaufsmanagerindizes des ISM und der Fed-Chicago-Befragung deuten auf eine robuste US-Wirtschaft hin. Jedoch ist kaum mit einer dynamischen Arbeitsmarktentwicklung zu rechnen. Darüber hinaus gestalten sich die Rohstoffpreise schwierig. Der breitgefasste CRB-Index ist wieder auf sein Jahrestief vom Juli zurückgefallen und die bis September stabilen Energiepreise beginnen deutlich zu fallen. Dies ist umso bedeutender, da ein Preisverfall in diesem wichtigen Rohstoffkomplex den deflatorischen Druck auf die ohnehin geringe Inflationsrate ausweiten würde. Im Jahresvergleich ist die Inflation in den USA lediglich +1,2% im September angestiegen und in der Eurozone ist sie auf ein 4-Jahrestief gesunken (+0,7% im September).  Wie soll die US-Notenbank in einer solchen Situation das QE3-Programm reduzieren? Bis Februar befindet sich Öl ohnehin in einer schwierigen saisonalen Phase und Preisschwäche sollte eingepant werden. Ein Blick auf den GSCI Energierohstoff-Subindex zeigt eine obere Trendwendeformation im Rahmen eines SKS-Musters an und mahnt zur Vorsicht.

Chart des Tages: S&P GSCI Energy Index mit oberer Trendwendeformation

 

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com

Devisen & Edelmetalle: EUR/USD an entscheidender Unterstützung

 
  • EUR/USD: Auch am Freitag setzte sich der Verkaufsdruck in diesem Währungspaar fort und schloss auf Höhe der Horizontalunterstützung bei 1,3477. Heute Morgen ging es nochmals an die untere Trendkanalbegrenzung des Aufwärtstrends seit Juli heran, wovon aktuell eine Gegenbewegung in Form eines "Hammer"-Candlesticks einsetzt. Diese Unterstützung sollte auf jeden Fall nicht mehr verletzt werden, da sonst perspektivisch weitere Abgaben folgen könnten und eine obere Umkehr wahrscheinlicher wird. Zum Ende vergangener Woche hat EUR/USD einen Fehlausbruch unter das Februarhoch bei 1,3711 ausgelöst und eine massive obere Umkehrkerze im Wochenchart ausgebildet. Die technischen Indikatoren unterstreichen die Abwärtsrisiken. MACD und Aroon haben neue Verkaufssignale ausgelöst. CCI und Stochastik sind ebenfalls bearish positioniert, aber der Stochastik erscheint extrem überverkauft, so dass im Einklang mit dem Unterstützungsbereich der unteren Trendkanalbegrenzung zumindest kurzfristig eine Stabilisierung möglich ist. Unmittelbare Horizontalunterstützungen sind bei 1,3477 sowie 1,3459 vorhanden. Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3532 und 1,3566. Eine Umstellung auf bearish erfolgt bei Unterschreitung der unteren Trendkanalbegrenzung ausgehend vom Julitief diesen Jahres. Neutral.
  • USD/JPY:  Der am 25.10.2013 gestartete Aufwärtsimpuls ist immer noch intakt und konnte am Freitag die Notierungen bis auf 98,70 anheben (aktuell 98,63). Sollte es zu einem Schlusskurs über 99,00 kommen, wäre sogar ein kleiner Doppelboden vollzogen, der weitere Aufwärtspotenzial bis in Richtung runder 100er Marke verspricht. In diesem Dunstkreis verläuft auch die obere Begrenzung der Abwärtstrendlinie ausgehend vom Hochpunkt im Juli diesen Jahres bei 101,50. Grundsätzlich befindet sich USD/JPY weiterhin in einer sich verengenden Handelsspanne, die in multiple Dreiecksformationen hineinläuft (ausgehend vom Maihoch/Junitief oder Julihoch/Augusttief). Nimmt man das Junitief als Ausgangspunkt, so hat USD/JPY die untere Begrenzung erfolgreich getestet und an der Horizontalunterstützung bei 97,00 den aktuellen Aufwärtsimpuls gestartet. Aber erst ein Ausbruch aus den Dreiecksbegrenzungen würde eine neue Trendbewegung rechtfertigen. Haltezonen liegen bei 98,57 und 98,27. Auf der Oberseite sind direkte Widerstände bei 98,83 und 99,00 vorhanden. Die technischen Indikatoren haben sich verbessert. Der MACD sowie der Aroon sind positiv ausgerichtet. die Oszillatoren präsentieren sich auch konstruktiv. Neutral.
  • EUR/GBP: nach der massiven Abwärtskerze von vergangenen Donnerstag sind die Aufwärtsambitionen in diesem Währungspaar zunächst gescheitert. Am Freitag wie auch heute Morgen versucht EUR/GBP sich an der wichtigen Horizontalunterstützung bei 0,8450 zu stabilisieren. Um von einer Entspannung zu sprechen, wäre es aber noch zu früh.  Charttechnisch ist nicht nur die Nackenlinie des kleinen Doppelbodens bei 0,8465 wieder verletzt worden, sondern auch der steile Aufwärtstrendkanal seit Anfang Oktober. Die technischen Indikatoren MACD und Aroon sind auf die Verkaufsseite umgeschwenkt und bestätigen die bereits eingetrübten Signale des Stochastik Oszillators.  Auf der Unterseite liegen Unterstützungen im Bereich von 0,8450 und 0,8440. Die nächsten signifikanten Widerstände sind bei 0,8469 und 0,8481 vorzufinden. ein nachhaltiger Rutsch unter die Marke von 0,8450 rechfertigt eine Umstellung auf bearish. Neutral.
  • AUD/USD: Der australische Dollar kann heute Morgen aufgrund besserer chinesischer Wirtschaftsdaten (Einkaufsmanagerindex Servicesektor steigt im Oktober auf 56,3; zuvor 55,4) etwas anziehen und handelt bei 0,9497. Bisher ist die Entwicklung nur als Konsolidierung in einem intakten Abwärtsimpuls zu werten.  Charttechnisch ist der steile Aufwärtstrend seit September nach unten gebrochen worden und ein kleiner Fehlausbruch unter den Pivotpunkt bei 0,9530 ist entstanden. Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9500 und 0,9525 vorzufinden. Unterstützt ist der Aussie bei 0,9485 und 0,9439. Die trendfolgenden Indikatoren heben die Abwärtsrisiken nach wie in den Vordergrund. MACD und Aroon zeigen Abwärtstrend an. Der Stochastik hat in der unteren Extremzone ein neues Kaufsignal ausgelöst und unterstützt die Stabilisierungstendenzen. Neutral.
  • Gold: Die Rede von Fed-Governeur Fisher, besseren US-Einkaufsmanagerindizes haben dem US-Dollar und den US-Anleiherenditen deutlich einen Schub nach oben gegeben. Damit hat sich der Realzins wieder verbessern können. Folglich kamen die Edelmetalle nachmals unter Abgabedruck. Gold fiel -0,54% auf $1.315,30. Damit hat sich das kurzfristige Chartbild weiter eingetrübt, da die wichtige Unterstützung bei $1.321 nicht verteidigt werden konnte. Auch die Indikatoren trüben sich weiter ein. Der Aroon zeigt mittlerweile einen Abwärtstrend an und der MACD steht kurz vor einem Verkaufssignal. Auf der Oberseite sind zunächst Anlaufpunkte bei  $1.321 und $1.329 vorhanden. Unterstützungen liegen bei $1.309 sowie $1.305. Grundsätzlich besteht weiterhin die Chance auf eine Bodenbildung. Sollte eine nachhaltige Überwindung der runden Marke von $1.400 gelingen sowie als Bestätigung der wichtige Horizontalwiderstand bei $1.433 herausgenommen werden, wäre eine inverse SKS-Formation abgeschlossen und der Blick würde sich wieder nach oben richten. Eine Umstellung auf bullish erfolgt bei Herausnahme des $1.433 Horizontalwiderstands. Neutral. Bei Silber hat sich die Bodenbildung in Form eines kleinen Doppelbodens mit bullisher Flagge nicht materialisiert. Auch die nach wie vor Schwache Entwicklung im XAU-Goldminenindex lässt keine positiven Intermarketsignale für Gold erkennen.
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09:55 Deutschland Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Oktober (endgültig) 51,70 51,50 51,1
10:00 EWU Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Oktober 51,30 51,30 51,10
10:30 EWU EWU-sentix-Konjunkturinndex November 6,60 6,10
16:00 USA Auftragseingang Industrie August m/m 0,20% -2,40%
16:00 USA Auftragseingang Industrie September m/m 1,90% 0,00%

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