Als wäre nichts gewesen – Geldspritze in China

Bernstein Bank: Scheinbar ist alles in Ordnung an den Börsen der Welt. Die Wall Street schwebt zu Allzeithochs. Auch der DAX erobert einen neuen Gipfel.

Denn in China herrscht kräftige Kauflaune – die Notenbank greift ein.

Dabei sind die Folgen des Corona-Virus noch gar nicht absehbar.

 

Neuer Rekord in Frankfurt
Angezogen von der starken chinesischen Börse hat der DAX zum Wochenstart Gewinne verbucht. Zuletzt hielt sich der deutsche Leitindex 0,2 Prozent im Plus bei 13.772 Stellen. Gleich zu Beginn hatte der DAX im Vorbeigehen ein neues Allzeithoch bei 13.793 Zählern markiert. Vorigen Freitag hatte das Hoch noch bei 13.789 Punkten gelegen. Die Futures auf Dow Jones und S&P 500 legten am Morgen um rund 0,3 Prozent zu.

So viel Sorglosigkeit ist schon erstaunlich.

Der weltweite Handel setzt auf das Eingreifen der Notenbanken gegen ein Abwürgen der Konjunktur im Zuge der von China ausgehenden Epidemie.

 

Geldspritze in China
Am besten lässt sich derzeit das Tauziehen zwischen Billiggeld-Hoffnung und Realwirtschaft-Verzweiflung in Asien beobachten. So senkte die Notenbank in Peking die Zinsen und verkündete neue Repo-Tender; das Finanzministerium meldete Schritte, um die wirtschaftlichen Folgen von Corona abzufedern. Konkret reduzierte die People’s Bank of China (PBOC) den Zins für einjährige Medium-Term Lending Facilites (MLF) von 3,25 auf 3,15 Prozent. Ein größerer Zinsschritt für den Leitzins Loan Prime Rate (LPR) wird für Donnerstag erwartet.

Ergo gewann der CSI-300 in der Volksrepublik am Morgen satte 2,3 Prozent auf 4.077 Zähler.

Der Shanghai Composite zog ebenfalls 2,3 Prozent an auf 2.984 Zähler.

 


 

Japanische Wirtschaft bricht ein
Derweil verlor der Nikkei 225 am Montag 0,7 Prozent auf 23.523 Punkte. Die Wirtschaft auf dem Nippon ist zum Jahresende vor allem wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer am 1. Oktober stärker geschrumpft als befürchtet. Auf das Jahr gerechnet rutschte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den drei Monaten bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorquartal um 6,3 Prozent.

Und nun befürchten Broker wegen Corona noch einen härteren Schlag für die Wirtschaft.

 

Neue Hochs in den USA
Die Anleger in den USA hatten es am Freitag ruhig angehen lassen. Der Dow Jones Industrial ging 0,1 Prozent tiefer bei 29.398 Zählern ins Weekend. Auf Wochensicht war dies ein Plus von 1 Prozent. Der S&P 500 legte am Freitag um 0,2 Prozent zu auf 3.380 Stellen.

Und der Nasdaq Composite gewann 0,2 Prozent auf 9.731 Zählern.

Sowohl der S&P 500 als auch der Composite erzielten damit neue Allzeithochs.

 

Sorgenfalten bei Erdöl

Ganz anders ist die Stimmungslage bei Erdöl. WTI verteuerte sich 0,1 Prozent auf 52,10 Dollar, Brent gab aber um 0,2 Prozent nach auf 57,22 Dollar. Hier könnte es wegen China in Kürze zu einer Ölflut kommen. Laut dem Informationsdienst S&P Global Platts kappen große Ölexporteure wie Russland oder Brasilien derzeit drastisch ihre Preise für die Auslieferung im April – der Grund ist vor allem die schleppende Nachfrage in China, aber auch in Japan.

Angesichts der gekappten Flüge und des eingestellten Tourismus in China sei dies auch kein Wunder.

So habe der größte asiatische Raffinerie-Konzern Sinopec die Produktion in diesem Monat um 600.000 Barrel pro Tag reduziert – ein Schnitt von 12 Prozent gegenüber den durchschnittlich erreichten 5 Millionen Fass im Jahr 2019.

Die Nummer zwei in Asien, PetroChina reduzierte die Verarbeitung um 320.000 Barrel per day.

 


 

Goldman Sachs assistierte, der Ölmarkt habe die Epidemie-Risiken noch nicht korrekt eingestuft, eine Kapitulation der Spekulanten könnte Brent in die 40er-Region schicken oder noch tiefer.

Die Goldmänner reduzierten ihr Preisziel für Nordsee-Öl im Gesamtjahr um 10 auf 53 Dollar.

Für Aufsehen sorgte derweil ein Tweet eines Bloomberg-Reporters aus Singapur: „Tankers, tankers everywhere!“.

Vor einem der größten Häfen der Welt stauten sich die Supertanker.

 

Das bringt der Tag
Die Woche beginnt entspannt. Es stehen keine wirklich wichtigen Termine an.

Außerdem bleibt die Wall Street wegen des Feiertags Presidents‘ Day geschlossen.

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