BMO Global Asset Management: Ein starkes, positives Signal für europäische Aktien

BMO Global Asset Management: "Der Sieg Macrons ist ein klares Zeichen dafür, dass populistische Anti-EU-Parteien nicht in der Lage sind, eine wirkliche Machtbasis in der politischen Landschaft Kontinental-Europas aufzubauen. Dies zeichnete sich bereits im Dezember 2016 bei der Wahl des österreichischen Bundespräsidenten ab, die mit dem Sieg des pro-europäischen Alexander Van der Bellen endete. Es folgte die Wahl in den Niederlanden im März diesen Jahres, aus der erneut gemäßigte pro-europäische Parteien als Sieger hervorgingen. Nun hat sich dieser Trend in Frankreich mit der Wahl Emmanuel Macrons wiederholt, der mit einer pro-europäischen Agenda ins Feld zog."

 

Bundestagswahl rückt in Fokus
"Die nächste große Wahl in Europa wird die Bundestagswahl in Deutschland im September sein. Hier gibt es jedoch wenig Uneinigkeit über das zu erwartende Ergebnis, da die Parteien der bestehenden großen Koalition, Merkels CDU und Schulzes SPD, klar vorne liegen. Die Märkte richten ihr Augenmerk deshalb auf die Wahlen in Italien, die im Mai 2018 abgehalten werden müssen. Viele Marktbeobachter befürchten eine vorgezogene Wahl, die zu einer von der Fünf-Sterne-Bewegung angeführten Koalition führen könnte. Die Wahl bereits für September anzusetzen, würde jedoch bedeuten, dass ausscheidende Parlamentsmitglieder ihre Pensionen verlören. Zudem würde vermutlich der italienische Präsident einen Antrag auf vorgezogene Wahlen ablehnen. Tatsächlich könnten italienische Anleihen am stärksten von Macrons Wahlsieg profitieren."
 

 

„Insgesamt gewinnen Italien, Portugal und Spanien aus unserer Sicht derzeit an Fahrt und weisen robuste Wachstumsindikatoren auf. In diesem Umfeld erwarten wir einen Anstieg der Renditen für europäische Staatsanleihen, während sich die Spreads verengen dürften, insbesondere da die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer nächsten Ratssitzung im Juni eine optimischere Haltung an den Tag lege könnte. Die EZB könnte bei diesem Treffen signalisieren, dass die Verlustrisiken im Verhältnis zum Wachstum in der Eurozone nachgelassen haben, und sie könnte den Weg bereiten für eine Ankündigung der Reduktion ihrer monatlichen Ankäufe ab Januar 2018. Diese liegen derzeit bei 60 Milliarden Euro pro Monat. Die tatsächliche Ankündigung könnte dann im September erfolgen.“

David Moss, Leiter Europäische Aktien bei BMO Global Asset Management, ergänzt:
„Die mit Marine Le Pen und ihrer Anti-Europa-, Anti-Globalisierungs-Politik verbundenen Risiken waren offensichtlich und die Zurückweisung dieser Sichtweise durch die französischen Wähler ist ein starkes, positives Signal für europäische Aktien.“ „Auch wenn Investoren erst noch werden sehen müssen, wie die Ziele von Macrons Politik in Gänze aussehen und ob seine neue Partei eine ausreichende Anzahl an Sitzen gewinnen kann, um sein Programm durchzusetzen, so war die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs unter Hollande doch eher unbefriedigend und wir können nun anfangen, mit mehr Zuversicht in die Zukunft zu sehen.“

„Der Hintergrund für europäische Aktien verbessert sich seit einiger Zeit. Das Wirtschaftswachstum in der Region zieht an und sowohl Konsumenten als auch Unternehmen sind zunehmend zuversichtlich und bereit, Geld auszugeben und zu investieren. Mit attraktiven Bewertungen im Vergleich zu anderen Märkten, insbesondere zum US-Markt, war es der politische Faktor, der die europäischen Märkte bislang bremste und globale Investoren davon abhielt, ihr Investment in europäische Aktien auszuweiten. Der Ausgang der Wahlen in Frankreich räumt einen Großteil dieser Hindernisse aus dem Weg.“

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