BTC vor dem Gipfelsturm

Bernstein BankBitcoin kratzt an der alten Rekordmarke von knapp 20.000 Dollar. Viele Marktbeobachter erwarten einen Durchmarsch der E-Devise – und tatsächlich gibt es gute Gründe dafür. Wenn da nicht ein wichtiges Warnsignal aus China wäre, das im Medien-Mainstream bislang untergegangen ist. Wir beleuchten die Hintergründe.

Up, up and away

Die Spannung steigt. „Börse Online“ urteilte: „Vor dem Allzeithoch ist nun charttechnisch kaum mehr Widerstand. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass das Allzeithoch noch vor Jahresende erreicht wird. Die Altcoins sind zunächst deutlich zurückgeblieben. Hier könnte es zu Nachholeffekten kommen, vor allem bei den neben Bitcoin in Kürze von PayPal zum Handel angebotenen Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash.“

 


 

Massen an Papiergeld

Gründe für den Kauf der E-Devisen gibt es auch angesichts der aktuellen Geldpolitik genug. Das World Resources Institute wies auf die Billionen hin, die weltweit für Stimuli in Reaktion auf Corona gedruckt würden – in den USA, Europa, Japan und anderen großen Volkswirtschaften.

Das Quantitative Easing habe ungeahnte Größenordnungen erreicht. „Forbes“ assistierte: „For the first time U.S. debt is now about equal to GDP (Gross Domestic Product), like the sound barrier we once thought if we hit it we might explode.”

Tatsächlich hat sich die Bilanz der Federal Reserve auf den Rekordwert von rund 7,2 Billionen Dollar aufgebläht. Das verheißt nichts Gutes für die Währungen der Welt – viele Anleger befürchten eine Entkernung.

BTC schlägt Gold

Vor diesem Hintergrund setzen viele Investoren auf E-Devisen – und zeigen dem üblichen Wertspeicher Gold die kalte Schulter. Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank konstatierte eine Rotation aus Gold hinein in BTC: „there also seems to be an increasing demand to use Bitcoin where Gold used to be used to hedge Dollar risk, inflation and other things.“

Tatsächlich meldete JPMorgan mit fast 800 Millionen Dollar einen Rekordwert an open interest bei Bitcoin-Futures.

Parallell dazu registrierte die Bank of America gerade mit 5 Milliarden Dollar den größten wöchentlichen Abfluss aus Gold-Fonds überhaupt.

Experte sieht BTC bei 318.000 Dollar

Bitcoin wird also gesellschaftsfähig. Entsprechend euphorisch sind die Preiserwartungen: “Today bitcoin has gotten to a place where institutional investors, banks, and family offices are legitimately pondering involvement as a defense against currency devaluation,” urteilte jüngst nicht ganz uneigennützig Alex Mashinsky, CEO des auf BTC spezialisierten Finanzdienstleisters Celsius Network.

Und weiter: “This isn’t a gold rush anymore, it’s a good investment.” BTC werde zum Jahresende auf 30.000 Dollar klettern.

Den Vogel schoss Tom Fitzpatrick ab, Managing Director bei der Citibank. Er prophezeite in einer Information an institutionelle Kunden, dass BTC im kommenden Jahr mehr als 318.000 Dollar kosten werde. Angesichts der unsicheren volkswirtschaftlichen Lage gebe es Ähnlichkeiten mit dem Goldmarkt in den 1970ern.

 


 

Warnsignal aus China

Bleibt zu guter Letzt als Gegenstimme ein wenig beachteter, aber trotzdem wichtiger Fakt: China verschärft den Kampf gegen Bitcoin. Im Oktober hat die People’s Bank of China (PBOC) die private Ausgabe von digitalen Währungen verboten.

Die in Malta registrierte Börse OKEX musste daraufhin für einen Monat Abhebungen von Cryptos blockieren, weil die Firma den chinesischen Behörden Informationen liefern musste. Der Hintergrund: Die chinesische Notenbank bereitet den Start ihrer eigenen digitalen Devise vor.

Ergo berichtete Reuters jüngst, dass Asset Manager auf eine Expansion außerhalb der Volksrepublik setzen und Kunden in Hongkong und Singapur suchen. So hat Babel Finance, ein auf Cryptos spezialisierter Finanzdienstleister, eine Lizenz für das Asset Management in der ehemaligen britischen Kronkolonie beantragt.

Die Firma will rund 1 Billion Dollar an Kapital einsammeln. Gordon Chen, ehemaliger Bitcoin-Trader in Peking, hat jüngst die Firma GMR in Singapur gegründet, da in China der Handel mit digitalen Währungen zunehmend reguliert werde.

Wie wir an dieser Stelle schon häufiger schrieben: China ist nur der Vorreiter, die Regierungen der Welt werden keine unkontrollierbare Nebenwährung dulden. Sie werden mit staatlich gelenkten E-Währungen die Konkurrenten eliminieren, um Korruption, Schwarzgeld und Steuerhinterziehung auszuschalten – und um die Macht über die Geldpolitik zu behalten.

Zwar wird es technisch schwierig, das lückenlos durchzusetzen, doch früher oder später wird die Blockade kommen. Wir behalten die Angelegenheit für Sie im Auge – und wünschen erfolgreiche Trades und Investments!

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