China stützt DAX und vernichtet Bitcoin

Bernstein Bank: Nun soll es aber wirklich bald klappen mit dem Zollabkommen zwischen China und den USA. Meldete zumindest eine chinesische Publikation, die als gut vernetzt mit der Führung in Peking gilt. Der DAX zieht an. Derweil müssen die Krypto-Währungen wegen Peking aufs Schaffott.

Gewinne in Frankfurt
Jetzt geht’s los: Der deutsche Leitindex riss am Montagmorgen ein Aufwärtsgap von 85 Punkten. Zuletzt notierte der Börsenindikator noch 0,4 Prozent im Plus bei 13.217 Zählern. Am Freitag war der DAX mit einem moderaten Plus von 0,2 Prozent bei rund 13.163 Zählern ins Weekend gegangen.

Vergangenen Dienstag hatte der DAX bei 13.374 Punkten sein bisheriges Jahreshoch erreicht. Am Montagmorgen nun zunächst der Ifo-index wieder in den Blickpunkt.

Vor allem stand aber der Zollstreit zwischen China und den USA im Mittelpunkt. Der weltweite Handel verteilte Vorschusslorbeeren, die US-Futures zogen 0,3 Prozent an. Der Goldpreis bröckelte dagegen um 0,2 Prozent auf 1.458 Dollar.

Hausse-Signale für Phase 1
Und das war geschehen: Die chinesische „Global Times“ meldete am Montag auf Twitter, die USA und China stünden „sehr dicht“ vor dem Abschluss des geplanten ersten Teilabkommens. Dabei berief sich das Blatt auf dabei auf regierungsnahe Experten. Das Blatt wird von der Zeitung „People’s Daily“ herausgegeben, die der Kommunistischen Partei gehört.

Auch zuvor war die Tonlage im Zollstreit eher konziliant gewesen. Zum einen hob Peking hervor, sich ernsthaft um eine Vereinbarung zu bemühen. So hatte der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping gesagt, Peking arbeite daran, einen Handelskrieg zu vermeiden. Weiter bemühe sich China engagiert um eine erste Vereinbarung in dem Konflikt mit den USA. Allerdings betonte Xi, sein Land sei bereit sei, notfalls zurückzuschlagen.

Zum anderen sagte US-Präsident Donald Trump am Freitag im Gespräch mit Fox News, ein Abkommen sei „möglicherweise sehr nahe“. Viele Broker reagierten erleichtert: Da sowohl die USA als auch China einen Anreiz hätten, den Handelsstreit beizulegen, erwarteten sie mittelfristig einen Deal. Allerdings warnte Trump China auch davor, Soldaten nach Hongkong zu schicken.

 


 

Asien will nach oben
In China legte der CSI-300 am Morgen um 0,7 Prozent zu auf 3.878 Stellen. Nicht schlecht: In diesem Jahr beläuft sich das Plus bislang auf knapp 30 Prozent. Der Hang Seng zog 1,5 Prozent an auf 26.993 Zähler. Broker begründeten die gute Laune auch mit dem Sieg der Kandidaten der Demokratiebewegung bei den Wahlen in Hongkong. Da fragen wir uns, ob nicht Konflikte mit Peking vorprogrammiert sind. In Tokio stieg der Nikkei um 0,8 Prozent auf 23.293 Stellen.

Verhaltene Freude in New York
Die Wall Street feierte die Zollstreit-News vom Freitag mit moderatem Applaus. So ging der Dow Jones Industrial mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 27.856 Punkten in die Schlussglocke. Dennoch verbuchte der Dow auf Wochensicht einen Verlust von 0,5 Prozent. Der breit gefächerte S&P 500 zog am Freitag um 0,2 Prozent an auf 3.110 Zähler. Der Hightech-Index Nasdaq 100 kletterte moderat um 0,1 Prozent auf 8.272 Stellen.

Die Bullen erhielten außerdem Unterstützung von Konjunkturdaten: So hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im November laut dem von der Universität Michigan erhobenen Konsumklima überraschend deutlich aufgehellt.

Krypto-Blutbad in China
Bei den Krypto-Währungen setzte sich derweil das Schlachtfest der vergangenen Tage fort. Bitcoin notierte zuletzt mit 7,5 Prozent im Minus bei 6.117 Euro. In den vergangenen zwei Wochen hatte das Hoch noch bei 8.212 Euro gelegen. Ethereum verlor 9,3 Prozent auf 123,42 Euro, hier hatte das Zehntages-Hoch 172,19 Euro betragen. Das Blog CoinTelegraph meldete, dass in China agierende Krypto-Börsen zuletzt einem verstärkten Fahndungsdruck ausgesetzt waren.

Am Donnerstag sollen die Behörden die Büros von Binance und Bithumb gestürmt haben, was beide Firmen bestritten. Die Publikation „Sanyan Finance“ meldete, in Shenzen seien Razzien bei 39 Unternehmen gelaufen. Zudem hatte die People’s Bank of China am Freitag mitgeteilt, dass sie nun verstärkt gegen Händler vorgehen werde. Peking hatte jüngst Vermutungen über die Auflage einer eigenen, staatlich gestützten Krypto-Währungen angefeuert – weswegen nun die nicht kontrollierbaren Konkurrenten ausgeschaltet werden sollen.

So viel Öl überall
Angesichts der Hoffnung im Zollstreit zog WTI um 0,3 Prozent an auf 57,94 Dollar, Brent legte prozentual genauso viel zu auf 62,55 Dollar. Ein Signal für die Bären im Ölmarkt meldete derweil Oilprice.com: Erstmals seit der Krise 2008/2009 haben die Raffinerien in den USA ihre Rohöl-Verarbeitung zurückgefahren. Dies habe Reuters unter Auswertung von Daten der Energy Information Energy ermittelt. Der Grund: Die Nachfrage nach Ölprodukten sowohl in den USA als auch in Übersee sei gesunken; vor allem in Asien herrsche ein Überangebot an Benzin. Laut dem EIA-Report aus der vorigen Woche stand die Auslastung bei US-Raffinerien in der Woche zum 15. November bei 89,5 Prozent – vor zwei Jahren hatte die Rate noch bei 91,3 Prozent gelegen.

Das bringt der Tag
Der Terminkalender ist am Montag nur spärlich gefüllt.

Allenfalls von Interesse könnte um 14.30 Uhr in den USA der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) für Oktober werden.

 


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