DAX erobert die 9.000 zurück

Bernstein Bank: Endlich wieder grüne Kurse auf der Handelsplattform: Der DAX zieht am Freitagmittag kräftig an. Damit setzte er auf der Stabilisierung vom Vortag auf. Die US-Futures steigen wegen der Aussicht auf ein entschlossenes Handeln in den USA – hier dürfte es in Kürze Helicopter Money regnen. Zudem wird Deutschland offenbar einen neuen Schutzschirm für Firmen aufspannen.

DAX präsentiert sich stark
Der deutsche Leitindex zog 5,3 Prozent an auf 9.066 Punkte. Wir sind gespannt, wie sich der Hexensabbat heute auf die Kurse auswirkt. Tags zuvor hatte der Indikator zur Abwechslung mal wieder Kursbewegungen wie zu normalen Zeiten präsentiert. Der DAX schloss mit einem Plus von 2 Prozent bei 8.610 Punkten. Allerdings hatte nicht die Bazooka der Europäischen Zentralbank diese Erholung ausgelöst – sondern der Schwenk gen Norden an der Wall Street. Die US-Futures zogen zuletzt um über 5 Prozent an.

 

Fonds über 500 Milliarden Euro für deutsche Firmen
Einer der Gründe für die gute Laune: Wie „Der Spiegel“ meldete, will die Bundesregierung einen neuen Rettungsschirm für Unternehmen aufspannen, die wegen Corona in Not geraten sind. Der Fonds soll ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro enthalten. Damit sollen Firmen vor der Insolvenz gerettet werden, indem der Fonds Garantien für Verbindlichkeiten ausspricht oder tatsächlich Kapital zuschießt. Dies laufe wohl auf eine Teilverstaatlichung hinaus.

Vorbild dafür sei der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), mit dem der Staat während der Finanzkrise vor zwölf Jahren Banken vor der Schieflage gerettet hatte – er war damals mit 480 Milliarden Euro ausgestattet, der größte Teil davon Garantien.

Sollten Banken in der aktuellen Krise ins Wanken geraten, will die Bundesregierung ferner den Soffin wiederbeleben.

 


 

Bald regnet es Geld
Noch weiter gehen die USA mit einem echten Novum: Die Menschen dort dürften in Kürze einen Scheck von der Regierung erhalten. Treasury Secretary Steven Mnuchin nannte dem Fox Business Network Details zum Helikopter-Geld: Insgesamt sollen in zwei Tranchen 500 Milliarden Dollar direkt an die Amerikaner überwiesen werden. In der ersten Sendung sollen es 1.000 Dollar pro Erwachsenen und 500 Dollar pro Kind sein. Satte 3.000 Dollar also für eine vierköpfige Familie. Und gestern reichte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell einen ähnlichen Stimulus-Vorschlag ein, der nun mit den Democrats verhandelt werden soll.

Ein fulminanter Marshall-Plan also an den Banken vorbei, die Staatsstütze häufig zur eigenen Stabilisierung verwenden.

Analog dazu betonte US-Präsident Donald Trump gestern auf seiner Pressekonferenz: Konzerne, bei denen der Staat zur Rettung einsteigt und Anteile übernimmt, dürften sich weder Aktien-Rückkäufe mit dem Steuergeld leisten oder gar die Boni für das Management erhöhen.

Das ist doch mal eine Ansage.

 

Leichtes Plus an der chinesischen Börse
In China blieben die Anleger am Freitag noch skeptisch. So berichtete Peking erneut, dass es keine neuen Infektionen im Inland gegeben habe. Die regimekritische „Epoch Times“, die in der Volksrepublik bestens vernetzt ist, meldete allerdings, die Realität im Lande sehe anders aus. So meldeten die Quellen des Blattes lange Schlange vor Krankenhäusern, den Aufbau von Not-Hospitälern und scharf kontrollierte Quarantäne.

An der Börse sorgte neben Corona auch die Tatsache für Zurückhaltung, dass die People’s Bank of China (PBoC) auf eine Zinssenkung verzichtet hat. Immerhin gewann der CSI-300 um 1,8 Prozent auf 3.653 Stellen. In Tokio blieb die Börse wegen des Feiertags zum Frühlingsanfang geschlossen.

 

New York kämpft sich nach oben
Signale der Stabilisierung hatte am gestrigen Donnerstag schon die Wall Street ausgesandt. Der Index schloss rund 1 Prozent höher bei 20.087 Punkten. Dabei war er im frühen Handel um mehr als 3,5 Prozent gerutscht, zwischenzeitlich war er aber auch um fast 3 Prozent geklettert.

Der Nasdaq 100 gewann 1,6 Prozent auf 7.289 Stellen. Und der S&P 500 legte zum Schluss 0,5 Prozent auf 2.409 Punkte zu. Der kräftige Einbruch im Philly-Fed-Index und das Minus der US-Leistungsbilanz waren erwartet worden. Genau wie der starke Anstieg in der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Wir sind also gespannt, ob die Wall Street angesichts all der oben beschriebenen eingeleiteten Schritte nun eine kräftige Erholung einleitet.

 


 

Rekord-Tag für Erdöl
Diese Erholung erlebte der Ölmarkt gestern: Erdöl legte den größten Tagesgewinn aller Zeiten vor. So zog WTI zwischenzeitlich um 26 Prozent an. Zuletzt legte WTI um 9,3 Prozent zu auf 28,31 Dollar und Brent verteuerte sich um 7,8 Prozent auf 32,65 Dollar. Zur Eindämmung der Ölflut will Texas nun offenbar die Förderung kappen, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider berichtet. Dies wäre das erste Mal seit dem Ölschock in den Siebzigern.

Weiter hätten Top-Manager der Industrie den für die Branche zuständigen Regulierer, die Texas Railroad Commission, um staatliche Hilfe gebeten. Das zeigt: Die US-Ölbranche steht mit dem Rücken zur Wand.

Gehen Sie davon aus, dass ein Großteil der kleinen Förderer umkippt – was das Angebot verknappt.

 

Das bringt der Tag

Zum Weekend ist von der Terminlage her Entspannung angesagt.

Allenfalls die Verkäufe von gebrauchten Immobilien in den USA im Februar um 15.00 Uhr könnten auf ein wenig Interesse an der Wall Street stoßen.

 

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