DAX im Abwärtsstrudel – Fehdehandschuh von Trump

Bernstein Bank: Die Börsianer am Frankfurter Aktienmarkt holen zunächst die Aufwärtsbewegung der New Yorker Börse vom Vorabend nach. Dann wird auch der DAX nach unten gezogen. Weiter dominiert die Rezessionsangst den Handel. Besonders wichtig werden nun die US-Jobdaten am Nachmittag.

Und auch die jüngsten Entwicklungen in Sachen Impeachment gegen Donald Trump sind richtig spannend.

 

Moderates Plus in Frankfurt
Der DAX ist bis zum Freitagmittag um 0,2 Prozent auf 11.899 Zähler gesunken. Es geht also weiter bergab: Am Mittwoch war der deutsche Leitindex wegen Konjunktursorgen erstmals seit vier Wochen wieder unter die 12.000er Marke gerutscht. Gefragt war dagegen Gold.

 

Druck von US-Konjunkturdaten
Vor allem die US-Wirtschaft bereitete den Anlegern im weltweiten Handel Sorgen. Nach dem schwachen ISM-Industrieindex – er fiel auf ein Zehnjahres-Tief – war auch der Jobbericht des Dienstleisters ADP schlechter als erwartet ausgefallen. Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor vom Donnerstag zeigte sich ebenfalls nicht wirklich robust. Die Stimmung der US-Service-Industrie hatte sich im September deutlich verschlechtert, sie ist auf den tiefsten Stand seit gut drei Jahren gefallen.

Nun also steht am heutigen Freitagnachmittag der offizielle Arbeitsmarktbericht an – um 14.30 Uhr hält die Wall Street den Atem an.

 

Nun muss es die Fed richten
Nach den jüngsten deprimierenden Daten hatten gestern die Hoffnungen der Börsianer auf ein Eingreifen der Federal Reserve die Kurse gestützt. Broker taxierten die Chance auf eine weitere geldpolitische Lockerung auf der nächsten US-Notenbanksitzung Ende Oktober inzwischen schon auf 90 Prozent. So gewann der Dow Jones Industrial gestern zum Schluss 0,5 Prozent auf 26.201 Punkte. Der S&P 500 zog um 0,8 Prozent an auf 2.911 Stellen. Und der Nasdaq 100 kletterte um 1,2 Prozent auf 7.638 Zähler.

 

Spannung in Hongkong
Hilfreich für die Bullen wäre nun ein Zolldeal zwischen China und den USA. Argwöhnisch beobachteten daher die Anleger auch das Geschehen in Hongkong. Regierungschefin Carrie Lam setzte am Freitag ein Vermummungsverbot in Kraft und berief sich dabei auf das Emergency Regulations Ordinance aus dem Jahr 1922. Dennoch betonte Lam, noch gelte nicht der Notstand.

Sollten die Unruhen gewaltsam niedergeschlagen werden, könnte das Auswirkungen auf die Verhandlungen im Zollstreit zwischen China und den USA haben, die kommende Woche wieder aufgenommen werden sollen.

Der japanische Nikkei-225 schloss am Freitag 0,3 Prozent fester mit 21.410 Punkten. In China pausierte der Handel wegen des 70. Gründungstags der Volksrepublik weiterhin.

 


 

Fehdehandschuh von Trump
In den USA wird zudem allmählich das Impeachment-Theater richtig interessant. US-Präsident Donald Trump forderte vor laufenden Kameras Peking dazu auf, Ermittlungen gegen den Demokraten Joe Biden und dessen Sohn Hunter aufzunehmen. Der Hintergrund: Im Dezember 2013 flog Joe Biden mit Sohnemann Hunter zu einem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping nach Peking. Nach Trumps Darstellung soll Biden junior die Reise seines Vaters dafür genutzt haben, in China 1,5 Milliarden Dollar für einen Fonds zu besorgen.

Die „New York Post“ bestätigte dies:
Keine zwei Wochen nach dem Flug in der Air Force Two soll die Bank of China das Investmentvehikel Bohai Harvest RST (BHR) zum Laufen gebracht haben.

Gründungspartner: Rosemont Seneca Partner, die Firma von Hunter Biden.

2015 soll BHR laut dem Finanzblog ZeroHedge dem staatlichen chinesischen Militär-Kontraktor Aviation Industry Corporation of China dabei geholfen haben, den amerikanischen Präzisionsteilehersteller Henniges zu kaufen. BHR ist laut „New York Post“ zudem ein Anker-Investor beim Börsengang der China General Nuclear Power Corp gewesen. Und die wurde im April 2016 vom US-Justizministerium des Diebstahls von amerikanischen Atomgeheimnissen bezichtigt.

Womit sich die Frage nach der nationalen Sicherheit stellt.

Oder gar nach Landesverrat unter dem Schutz höchster Kreise der Demokraten.

Wie auch immer:
Die Wall Street wird das Pro und Con in Sachen Impeachment weiter aufmerksam im Auge behalten – heftige Verwerfungen sind hier jederzeit möglich.

 

Das bringt der Tag

Wie erwähnt: Um 14.30 Uhr werden die US-Arbeitsmarktdaten für September Futures, Dollar und US-Treasuries potenziell kräftig herumwirbeln.

Zeitgleich läuft die US-Handelsbilanz im August ein.

Um 20.00 Uhr deutscher Zeit tritt Fed-Chef Jerome Powell anlässlich der Fed-Veranstaltung „Fed Listens: Perspectives on Maximum Employment and Price Stability“ in Washington D.C. ans Mikrofon. Jeder Halbsatz kann ebenfalls die Märkte erschrecken oder erfreuen.

 


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