Dax: Jetzt kommen zwei ganz wichtige Wochen für den deutschen Leitindex

Brexit-Sorgen drücken den deutschen Leitindex unter 10.000 Punkte. Laut  neuen Umfragen hat das Lager der Brexit-Befürworter deutlich zugenommen. Damit eröffnet der DAX mit einer deutlichen Kurslücke nach unten (derzeit 9.710,00 Punkte; bisher also -124,62 Punkten oder -1,27%)

Wichtige Entscheidungen stehen an
Die zwei kommenden Wochen werden für DAX-Anleger überaus wichtig, denn es  stehen zum einen die FOMC-Sitzung mit der anschließenden Pressekonferenz an  sowie einige wichtige Konjunkturdaten. Hinzu kommt das allseits erwartete  Brexit-Referendum am 23. Juni. Auswirkungen des erhöhten Risikos dürfen  aktuell neben EU-Aktien vor allem an den Anleihemärkten beobachtet werden.  Die Rendite der deutschen Bundesanleihe (Laufzeit 10 Jahre) fällt in der  vergangenen Woche auf ein Allzeittief bei 0,008 % und erholt sich leicht zu  Anfang der laufenden Woche.

FOMC-Sitzung im Fokus
Die FOMC-Sitzung wird mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Zinsschritt  hervorbringen. Dennoch erhofft man sich Näheres zum nächsten Zeitpunkt.  Darüber sollen zum einen Wirtschaftsprognosen sowie die anschließende  Pressekonferenz Aufschluss geben. Die Entscheidungen im Rahmen der  FOMC-Sitzung werden dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit vom anstehenden  Brexit-Risiko überschattet werden und nur geringfügig Einfluss auf den  Kursverlauf des DAX nehmen können. Es sei denn, es ergibt sich  nachrichtentechnisch ein geringer werdendes Risiko, was nicht auszuschließen  ist bei den anstehenden Debatten.

Konjunkturdaten im Fokus
Konjunkturtechnisch hat diese Woche einiges zu bieten. Allerdings wird auch  hier das Brexit-Risiko dominieren. Mit der EU-Industrieproduktion am  Dienstag, dem 14.06.2016, steht einer der wichtigsten Wirtschafts-Indikatoren  an. Die Industrieproduktion ist ein Maß für den Zustand des aktuellen  Konjunkturzyklus und deutet daher bereits im Vorfeld auf das BIP-Wachstum hin. Man erwartet für den Monat April einen Anstieg von 0,7 % nach -0,8 % im  März. Schwankungen sind normal, man sollte jedoch auf Werte über oder unter  den Erwartungen achtgeben.

Zudem werden am Donnerstag die endgültigen Werte der Verbraucherpreisindizes  für den Monat Mai veröffentlicht. Im Vergleich zum Vormonat deuten die  Prognosen einen Anstieg von 0,3 % an, während man für den Jahreswert mit  weiter stagnierenden Preisen von -0,1 % rechnet. Hier dürften sich Abweichungen besonders in den negativen Bereich auswirken.

Neben der europäischen Industrieproduktion stand am Montag die  Veröffentlichung der chinesischen Industrieproduktion für den Monat Mai an. Diese hat sich leicht über den Erwartungen entwickelt. Die zwei anderen  wichtigen Indikatoren Bauausgaben sowie der Einzelhandelsumsatz fielen  leicht unter den Erwartungen aus. Dennoch auch hier kaum Einfluss wegen Brexit-Sorgen.

Öl und US-Markt belasten zusätzlich
Bei den Belastungsfaktoren, die sich hinter dem Brexit-Risiko anstellen dürfen, reiht sich zudem auch der stagnierende Ölpreis mit ein. Dieser fällt  seit Ende letzter Woche deutlich zurück. Zum einen erholt sich der US-Dollar, zum anderen scheint die Zählung der wieder in Betrieb genommenen  US-Ölbohrplattformen sich wieder zu erhöhen. Diese nahm zwei Wochen in Folge zu. Dementsprechend fällt auch der US-Aktienmarkt wieder zurück.

Prognose
Die aktuelle Woche wird im Allgemeinen durch das Brexit-Risiko überschattet  werden. Daneben bestehen aber auch weitere Belastungsfaktoren wie der stagnierende Ölpreis und der US-Aktienmarkt. Konjunkturdaten und das FOMC-Meeting werden zwar stark beobachtet werden, dass sie dabei einen deutlichen Einfluss ausüben, bleibt jedoch unwahrscheinlich.

Der DAX hat bereits zwei wichtige Preisunterstützungen (9.900 und 9.750) nach unten hin überwinden können und sollte er nicht zügig wieder in Richtung 10.000 Punkte ansteigen, wird es kritisch. Die nächste untere  Preisunterstützung läge dann im Bereich bei 9.430?9.450 Punkten.

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