DAX mit erwartetem Retest der Trendlinie

Nun ist es soweit, der erwartete Retest des Ausbruchsniveaus im DAX-Index ist im vollen Gange. Aus der technischen Perspektive geben wir dem Retest sogar noch etwas mehr Potential nach unten. Die kürzlich überwundene Trendlinie verläuft aktuell bei 10.250 Punkten (Future). Heißt, selbst wenn der Index nun etwas weiter korrigiert, muss es sich um keinen Fehlausbruch handeln. Zu den Gewinnern gehören in dieser Woche Linde, Deutsche Börse, Heidelbergcement und Thyssen Krupp. Zu den Verlierern Eon, RWE, VW und Fresenius.
 

Konjunkturdaten stützen, starker Euro belastet
Der deutsche Leitindex schwächelt in dieser Woche trotz kaum negativer Konjunkturdaten. Zu Beginn der Woche konnte zwar der ZEW- Erwartungsindex nicht ganz überzeugen (er stieg um 0,5 Punkte an, erwartet waren 1,8), dennoch ist es nach dem herben Absturz zuvor ein positives Zeichen dafür, dass Brexit-Sorgen schwinden. Das bestätigt auch der ZEW-Erwartungsindex für die EU. Hier wurde entgegen den Erwartungen ein stärkerer Anstieg verzeichnet (4,6 , Erwartung -6,3). Darüber hinaus sind Daten zum britischen Arbeitsmarkt und dem Konsum über den Erwartungen ausgefallen und deuten ebenfalls auf ein, aus kurzfristiger Sicht, schwindendes Risiko hin.

Belastend wirkt daher überwiegend der starke Euro, der in dieser Woche seinen mittelfristigen Abwärtstrend nach oben überwunden hat und aktuell über der Preiszone von 1,1300 US-Dollar je Euro notiert. Der starke Euro hingegen resultiert aus einem insgesamt schwachem US-Dollar in Folge des FOMC-Protokolls, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Demnach sind sich viele FED-Mitglieder in der letzten Sitzung über den nächsten Zinsanstieg nicht einig gewesen. Das werten Marktteilnehmer als dovish, also contra Anstieg in den nächsten Monaten.

Sentiment-Daten und Marktbreite sprechen für weiteren Anstieg
Die Erhebungen von Sentiment-Daten, genaugenommen der Positionierungen von Hedge-Fonds und Fonds zeigen, dass der EU-Aktienmarkt aktuell wieder zur Untergewichtung tendiert. Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen, denn das Sentiment ist ein Kontraindikator. In den letzten beiden Jahren waren EU-Aktien übergewichtet in den Portfolios der Manager gewesen. Darüber hinaus ist die Marktbreite gegeben. Bis auf einige Ausnahmen konnten deutsche Aktien, in den letzten vier Wochen, über den Großteil aller Sektoren hinweg, an Wertzuwächsen verzeichnen.

Prognose
Der Ausbruch der mittelfristigen Trendlinie erfolgte bereits in der vergangenen Woche. In dieser Woche scheint sich ein Retest der Trendlinie anzuschließen, was vollkommen normal ist und die aktuelle Aufwärtsbewegung noch nicht in Frage stellt. Erst ein Unterschreiten der 10.250 Punkte-Zone dürfte das Risiko eines erneuten Absturzes erhöhen. Aus der fundamentalen Perspektive sprechen sowohl Konjunktur- als auch Sentimentdaten für eine Erholung bei EU-Aktien.

 

Chart: DAX Index (täglich)

 

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