DAX muss 25 000er-Marke ziehen lassen – Apple befeuert Inflationssorgen
Gestern noch himmelhochjauchzend, heute zu Tode betrübt – so schnell kann sich die Stimmung an der Börse drehen. Im gleichen Tempo, wie die Zahlen von Micron Technology zunächst für ein kleines Kursfeuerwerk sorgten, so schnell trennen sich die Anleger heute wieder von ihren Technologieaktien.
Die angekündigten Preiserhöhungen von Apple haben den Markt dort getroffen, wo er aktuell am meisten verwundbar ist: beim Thema Inflation.
Wegen der gestiegenen Preise für Halbleiter sollen Macs und iPads zum ersten Mal in der Geschichte teurer werden, ohne dass ein Nachfolgemodell präsentiert wird.
Es ist die eindrucksvolle Bestätigung dafür, dass am Ende auch jemand die KI-Party bezahlen muss.
Dass sich dies insbesondere auf der ohnehin angeschlagenen Konsumentenseite widerspiegeln würde, schien den meisten Marktteilnehmern neu gewesen zu sein.
Damit lösen jetzt die Preise für Halbleiter die Energiepreise als Inflationstreiber nahtlos ab.
Apple Chart
Apropos Inflation: Vor diesem Hintergrund kamen die heute vorgelegten Verbraucherpreisdaten aus Japan ebenfalls nicht gut an. Die Preise zogen zwar wie erwartet an, zeigen jedoch in Teilbereichen eine erhebliche Hartnäckigkeit der Inflation und deuten auf weitere Zinserhöhungen hin. Das gesamte makroökonomische Bild sorgte an Asiens Börsen für Gewinnmitnahmen, vorwiegend bei den Halbleiter- und KI-Aktien.
Der DAX dürfte davon zwar nur am Rande betroffen sein, aber die Investoren werden auch in Europa genau auf die Preisentwicklungen achten. Das ohnehin angeschlagene Konsumumfeld steht vor einer Bewährungsprobe.
Der Handel in Frankfurt dürfte weiterhin in einem dünnen Umfeld bestenfalls seitwärtslaufen. Auch hier sollten vor dem Wochenende weitere Gewinnmitnahmen auf der Tagesordnung stehen.
Technisch eignet sich dafür eine Handelsspanne im DAX zwischen 24 650 und 24 900 Punkten.
Die 25 000er-Marke dürfte zunächst wieder etwas aus dem Blickfeld verschwinden.
DAX Chart
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