DAX steigt auf Allzeithoch

Bernstein Bank: Endlich: Der deutsche Leitindex hat einen neuen Rekord markiert. Auch der MDAX erreichte bislang unerreichte Höhen. Der deutsche Aktienmarkt hat sich damit von der gestern schwächeren US-Börse abgekoppelt. Als Gründe nannten Broker unter anderem das überzeugende Vorgehen der Chinesen in Sachen Corona-Virus.

Neue Rekorde für DAX und MDAX
Ein Toast auf die Bullen: Der DAX hat kurz nach der Eröffnung die Marke von 13.600 Punkten geknackt und bei 13.632 Punkten einen neuen Kursgipfel erklommen. Zuletzt war aber wieder Kassemachen angesagt – der Leitindex notierte nur noch 0,1 Prozent im Plus bei 13.569 Zählern. Auch der MDAX kletterte zu Handelsbeginn auf einen neuen Rekord bei 28.884 Zählern, um dann wieder auf 28.804 Stellen (plus 0,2 Prozent) zurückzusetzen.

Als Faktoren für den neuen Optimismus nannten Broker unter anderem die bislang positiven Zahlen der US-Berichtssaison, die anhaltende Versorgung der Börsen mit Billiggeld durch die Notenbanken sowie die Hoffnung auf ein Anziehen der Weltkonjunktur.

Und dann war da noch China.

 

Chinas neue Offenheit überzeugt
Anders als bei früheren Krisen – etwa dem SARS-Ausbruch 2003 – hat sich die Führung in Peking diesmal zu einer fast schon radikalen Transparenz entschieden. So teilte der Vize-Chef der Nationalen Gesundheitskommission, Li Bin, mit, dass es bislang 440 Fälle des Corona-Virus in China gebe und neun Tote. Inzwischen hätten die Ärzte 1.394 Patienten unter Beobachtung. Am Flughafen des Seuchenherdes Wuhan installierten die Behörden Körper-Scanner zur Messung von Fieber – Erkrankte werden umgehend in Quarantäne gebracht.

Die kommunistische Führung sandte eine drastische Warnung aus:
In den Social Media postete die Central Political and Legal Affairs Commission in Peking, jeder, der Fälle verschweige, werde für alle Ewigkeit an den Pranger der Schande genagelt.

Denn wer die Gesichtswahrung von Politikern über die Interessen des Volkes stelle, sei ein Sünder des Jahrtausends gegenüber der Partei und dem Volk.

 


 

Erholung an den Asien-Börsen
Die Folge: An den Finanzmärkten drängte sich der Eindruck auf, dass China die neue Lungen-Seuche schnell in den Griff bekommt. Und somit gravierende wirtschaftliche Folgen für die heimische Wirtschaft vermeidet. Als Konsequenz schlossen die Red Chips im CSI-300 am Morgen um 0,4 Prozent fester bei 4.132 Stellen. Warten wir ab, ob und wie schnell die Epidemie einzudämmen ist – inzwischen wurden neben Wuhan Fälle gemeldet aus Peking, Shanghai, Tianjin, Zhejiang, Henan, Chongqing, Hongkong, Bangkok, Seoul, Tokio, Brisbane, Taipei – und auch aus den USA.

Auch günstige Wirtschaftsdaten aus Südkorea untermauerten die Hoffnung auf eine globale Wirtschaftserholung. So schloss der Nikkei mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 24.031 Zählern.

 

Die Wall Street setzt zurück
Nach dem jüngsten Rekordlauf gönnten sich die Anleger in den USA gestern erst einmal eine kleine Auszeit. Der Dow Jones Industrial verlor gestern 0,5 Prozent auf 29.196 Zähler. Der S&P 500 schloss 0,3 Prozent niedriger bei 3.321 Zählern. Der Nasdaq 100 verlor nur 0,1 Prozent auf 9.167 Zähler. Für eine Schrecksekunde sorgte die US-Gesundheitsbehörde CDC (Center for Disease Control and Prevention): Inzwischen wurde der erste Corona-Patient an der Westküste in Seattle identifiziert.

Danach gerieten an der Börse vor allem Airlines und Hotel-Aktien unter Druck.

 

Die republikanische Front steht
Damit wieder ein Blick in den Sumpf von Washington: Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell gestatteten den Demokraten im Senat zwei kleine Kompromisse, um die Moderaten seiner eigenen Fraktion bei der Stange zu halten. So wird die Dauer der Plädoyers von 24 auf 48 Stunden erhöht und die Unterlagen aus dem Verfahren im House of Representatives werden als Indizien im Senat zugelassen.

Doch in vier separaten Abstimmungen schmetterten die Reps mit 53 zu 47 geschlossen alle Eingaben der Dems ab – nun werden keine zusätzlichen Dokumente aus dem Weißen Haus, dem State Department, dem Defense Department und dem Office of Management and Budget angefordert.

Von dieser Seite ist also erst einmal kein Störfeuer für die Börse zu erwarten – die Wall Street setzt angesichts der wirtschaftlichen Erfolge auf Donald Trump.

 


 

Das bringt der Tag
Am Nachmittag stehen einige wichtige Konjunkturdaten an.

So läuft um 14.30 Uhr der CFNA-Index für Dezember ein.

Um 15.00 Uhr folgt der FHFA-Hauspreisindex für November.

Eine Stunde danach werden die Verkäufe gebrauchter Immobilien gemeldet.

Und um 16.30 Uhr werden die wöchentlichen Rohölbestände gemeldet.

Ansonsten wird in Davos das Wirtschaftsforum fortgesetzt.

 

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