Deka ETFs: Dividenden für die Anlegerseele

Deka ETFs: Die Dividendensaison beginnt, die Anleger können sich auf ordentliche Ausschüttungen freuen. Dividenden sind beliebt, ja werden sogar als die neuen Zinsen bezeichnet, seitdem es bei den meisten Anleihen nichts mehr zu holen gibt. Der ETF-Markt bietet seit langem ein breites Angebot von Fonds mit dividendenstarken Aktien. In Deutschland sind es zurzeit 35 Produkte, die mit verschiedenen Kriterien sicherstellen, dass die Ausschüttungspolitik nachhaltig ist. Da wird zum Beispiel auf eine seit fünf Jahren nicht gekürzte Dividendenzahlung oder auf eine begrenzte Ausschüttungsquote pro Jahr zur Substanzsicherung geachtet.

Jagd nach Dividende ist Unsinn!
Umso provozierender klingt eine These, die Professor Thorsten Polleit kürzlich aufstellte: „Die Jagd nach Dividenden ist Unsinn“. Im Kern argumentiert der Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH damit, dass sich die Gewinnverwendung – sei es nun eine Ausschüttung oder Thesaurierung – im Kurs ausdrückt. Im ersten Fall sinkt der Kurs durch den Dividendenabschlag, im zweiten bleibt er kurzfristig unverändert oder steigt sogar. Denn der im Unternehmen verbleibende Gewinn stärkt die Investitionskraft und steigert die Kursphantasie.

In einem Markt mit stets rational handelnden Akteuren mag das in der Theorie so sein. Vor allem in der Aufbauphase wird ein Unternehmen Gewinne thesaurieren, um Wachstum zu finanzieren. Doch die Wirkung auf den Kurs ist in der Realität nicht so klar wie in der Theorie. Wir wissen, dass Unternehmer, Manager wie Anleger einer Fülle psychologisch bedingter Prägungen, Wahrnehmungsverzerrungen, vielfältigen Informationsdefiziten, und überzogenen Erwartungen unterliegen. Die Folge sind oft heftig schwankende Aktienkurse. Sie spiegeln eben nicht immer den „wahren“ Wert eines Unternehmens wider.
 

 

Dividende sorgt für Entspannung
Dividenden haben vor diesem Hintergrund disziplinierende und entspannende Wirkungen, diese erleichtern mit Schwankungen und Risiken umzugehen – auf beiden Seiten. Regelmäßige Dividendenzahlungen halten Unternehmen zu nachhaltigem Wirtschaften an. Sie werden auch oft eingesetzt, um das Image des Unternehmens als solide und zuverlässig zu pflegen, sodass die Erwartungsprämie im Aktienkurs eher steigt. Im Prinzip geht das auch mit Aktienrückkäufen, nur ist dieses Mittel viel volatiler und kurzfristiger als die Dividendenpolitik.

Dividenden aus Sicht von Anlegern sind im Grunde nichts anderes als die Realisierung von Teilgewinnen. Für Investoren, die auf regelmäßige Zahlung setzen, weil sie bestimmte Erträge benötigen, um ihre Ziele zu verwirklichen, ist das äußerst hilfreich. Das gilt in erster Linie für Stiftungen. Sonst müssten sie immer wieder mit oder ohne Kurssteigerungen desinvestieren. Das richtige Timing zu finden, ist schwierig und oft nervenaufreibend. Solide erwirtschaftete Dividenden sind für Anleger allgemein entspannend. Sie können die Schwankungen besser ertragen, ja Dividenden machen ihnen Mut, um überhaupt in solch wildem Umfeld zu agieren. Zwar sinkt der Kurs nach der Ausschüttung, doch in einem normalen Marktumfeld mit positiver Erwartungsprämie für die Aktiengesellschaft wird dieser Dividendenabschlag im Kurs in der Regel schnell wieder aufgeholt.

Werthaltigkeit
Für den Value-Investor sind Dividenden ein Zeichen von Werthaltigkeit, das sich leicht erkennen und damit zur Vorsortierung bei quantitativen Analysen nutzen lässt. Sie können aus der Dividendenpolitik ablesen, wie solide ein Unternehmen wirtschaftet und so daraus zusammen mit anderen Kriterien eine mögliche Unterbewertung ableiten.

Das gilt im Prinzip auch für den ETF-Investor, der diversifiziert in Indizes anlegt und dabei mehr oder minder das Kriterium der Ausschüttungen mit im Blick hat. Und der ETF-Anleger hat meist noch die Wahl, ob er einen ausschüttenden oder thesaurierenden Index wählt. Viele nutzen gerne einen Performance-Index, in den ja die gezahlten Dividenden der Aktiengesellschaften wieder einberechnet werden. Das erspart die individuelle Wiederanlage.

Dividenden sind nicht die neuen Zinsen, wie es zurzeit propagiert wird, aber sie sind ein stabilisierender Faktor in einem tendenziell hochvolatilen Umfeld und für die Seele vieler Anleger Balsam. Immerhin schafft es ein breit diversifiziertes Portfolio mit Aktien auch kräftige Verlustphasen nach ein paar Jahren wieder auszubügeln und neue Kursgewinne zu generieren.

Autor: Dr. Bernhard Jünemann, Finanzjournalist

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