Der DAX stemmt sich gegen den Strom – Drohende US-Sanktion gegen China-Aktien

Bernstein Bank: Der Wochenbeginn bringt neue Spekulationen in Sachen Zollstreit China-USA. Will Washington die Kapitalströme in Richtung China eindämmen? Der weltweite Handel zeigt sich zunächst irritiert. Doch ein Teil-Dementi sowie eine Wortmeldung aus der Federal Reserve sorgen an der deutschen Börse für Unterstützung.

 

Fed stützt US-Futures und DAX
Die Anleger in Frankfurt stemmen sich gegen den Strom: Während sich der DAX am Freitag nach oben gearbeitet hatte, rutschte die Wall Street ab. Eigentlich wäre eine nachgeholte Abwärtsbewegung fällig. Doch der DAX hielt sich im frühen Handel unverändert bei 12.385 Zählern.

Auch die US-Futures zeigten wieder nach oben. Einer der Gründe: Charles Evans, Chef der Federal Reserve Bank of Chicago, sagte dem Fernsehsender CNBC, er sei offen in Bezug auf das richtige Level der Zinssätze in den USA („definitely open minded“).

Evans sitzt auch im Federal Open Market Committee (FOMC), das über die Zinsen entscheidet.

 

Drohende US-Sanktion gegen China-Aktien
Zudem wurde ein wichtiger Belastungsfaktor vom Freitag über das Weekend teilweise beseitigt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die US-Regierung überlegen, amerikanische Kapitalströme in Richtung China zu begrenzen – amerikanisches Geld soll keine chinesischen Firmen unterstützen. Eine Möglichkeit wäre es, Aktien chinesischer Unternehmen nicht mehr an amerikanischen Börsen zu listen.

Die News über ein mögliches Delisting setzte natürlich umgehend chinesische Aktien am US-Finanzmarkt wie Alibaba oder Baidu unter Druck.

Zudem könnte das Engagement amerikanischer Pensionsfonds in chinesischen Märkten begrenzt werden. Ein Weg dazu wäre es, wenn Indexbetreiber wie MSCI ihre Indizes umbauen. Beispielsweise den All Countries World Index (ACWI), in dem chinesische Firmen laut „Focus“ einen Anteil von 3,6 Prozent haben und damit die fünftgrößte Position bilden. Indexbetreiber müssten dann massiv chinesische Aktien verkaufen.

Einen Tag nach der Meldung dementierte das US-Finanzministerium am Samstag die Angelegenheit teilweise:
Es gebe keine Pläne für ein Delisting chinesischer Aktien in den USA.

Womit der Part noch offen ist, wonach das Exposure von US-Investoren in chinesischen Aktien über den Umweg von Fonds eingeschränkt werden könnte.

Warten wir es ab.

 

Sinkende Kurse trotz robuster China-Daten
Angesichts der Spekulationen setzte der CSI-300 am Morgen um 1 Prozent zurück auf 3.815 Stellen. Dabei fielen neue Konjunkturdaten aus China recht positiv aus. Der Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“ – er misst die Stimmung in kleineren und mittleren Unternehmen – stieg auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Der staatliche Indikator für große, staatliche Industriebetriebe kletterte ebenfalls leicht.

Er blieb allerdings knapp unter der Wachstumsschwelle.

 


 

In Japan sank die Industrieproduktion im August im Vergleich zum Vormonat.

So schloss der Nikkei 225 um 0,6 Prozent niedriger bei 21.756 Zählern – der niedrigste Stand seit fast drei Wochen.

 

Verluste in New York
An der Wall Street hatte die oben beschriebene jüngste Entwicklung im Handelskonflikt zwischen China und den USA am späten Freitagabend für Unruhe gesorgt. Der Dow Jones drehte ins Minus und schloss 0,3 Prozent schwächer auf 26.820 Punkte. Der Nasdaq 100 verlor 1,2 Prozent auf 7.681 Zähler. Der S&P 500 sank 0,6 Prozent auf 2.960 Stellen.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender präsentiert sich zum Wochenbeginn eher übersichtlich.

Aus Deutschland läuft um 14.00 Uhr der Verbraucherpreisindex für September über die Ticker.

Um 15.45 Uhr folgt der EZB-Wochenbericht zum Anleihekaufprogramm.

Zeitgleich wird der Einkaufsmanagerindex Chicago für September gemeldet.

 

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