Der DAX zögert – Dämpfer für die Tories

Bernstein Bank: Nach einem dramatischen Dienstag versucht die Börse am Mittwoch erfolglos die Erholung. Der deutsche Leitindex pendelt seitwärts. Einmal mehr sorgen widersprüchliche Meldungen über eine Annäherung im Zollstreit zwischen China und den USA für Zurückhaltung. Und auch wegen der Fed bleibt der weltweite Handel vorsichtig.

 

Den DAX verlässt der Mut
Erst sah es nach einer Erholung aus. Doch zuletzt gab der deutsche Leitindex seine frühen Gewinne wieder ab. Der Indikator notierte 0,1 Prozent fester bei 13.087 Punkten. Gestern rutschten die Kurse nach einem mauen Start ab und sanken bis auf 12.887 Zähler. So schwach hatte der DAX zuletzt am 31. Oktober notiert. Dann zog der Index wieder nach oben und die Verluste reduzierten sich auf 0,3 Prozent.

Interessanterweise drehte der deutsche Börsenindikator gestern ziemlich genau auf der 50-Tage-Linie, die bei 12.891 Zählern verläuft.

Wieder einmal ist also auf die Basics der Chartanalyse Verlass.

 

Hin und Her im Zollstreit
Der Grund für die gestrige Kehrtwende war eine Meldung des „Wall Street Journal“. Demnach könnte der für Sonntag terminierte Start weiterer US-Strafzölle auf chinesische Waren möglicherweise aufgeschoben werden. Das Blatt berief sich auf Mitglieder der chinesischen und der amerikanischen Verhandlungsdelegation. Ferner soll es keine harte Zeitgrenze für die Verhandlungen geben – also keinen Zeitdruck.

 


 

Dagegen dämpfte Wirtschaftsberater Peter Navarro auf Fox News die Erwartungen. Der als Hardliner bekannte Navarro sagte, es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Dezember-Zölle nicht in Kraft treten. Er ergänzte, es liege an den Chinesen, ob es einen Deal gebe oder nicht.

Auch White House Chief of Staff Mick Mulvaney bestätigte, die Zölle hingen davon ab, wie sich die Verhandlungen entwickeln und schob immerhin ein, dass diese „pretty good“ verliefen.

Wahrscheinlich wird das Ringen um einen Zoll-Deal bis zur Deadline am Sonntag anhalten.

Volatilität ist also garantiert – gut für Sie, wenn Sie CFD handeln.

 

Abwarten in Asien
Vor diesem Hintergrund hielten sich die Anleger in Tokio im Seitenaus. Der Nikkei verlor 0,1 Prozent auf 23.392 Punkte. Der chinesische CSI-300 schloss nahezu unverändert mit 3.903 Punkten.

 

Zurückhaltung in New York
Der Handel verlief in New York verlief weitgehend undramatisch. Der Dow Jones schloss am Dienstag 0,1 Prozent tiefer bei 27.882 Zählern. Und auch der marktbreite S&P 500 gab um 0,1 Prozent auf 3.132 Zähler nach. Der Nasdaq 100 verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 8.354 Stellen.

 

Dämpfer für die Tories
Bleibt noch ein Blick auf das britische Pfund, das zuletzt leicht zurücksetzte auf 1,1855 Euro. Der Grund ist eine kalte Dusche für Premierminister Boris Johnson. Laut einer mit Spannung erwarteten letzten Umfrage vor der morgigen Wahl hat sich der Vorsprung der Tories an Sitzen im Unterhaus mehr als halbiert. Laut YouGov gewinnen die Konservativen noch 339 der 650 Sitze im House of Commons, 20 weniger als bei der vorherigen YouGov-Umfrage von Ende November.

Labour kommt demnach auf 231, das sind 20 mehr als zuvor. Zudem legten kleinere Parteien zu.

Alles in allem hatte die vorige Erhebung noch eine Mehrheit von 68 Abgeordneten für die Konservativen ergeben; nun gehen die Wahlforscher nur noch von einem Vorsprung von 28 Mandaten vor allen anderen Parteien aus.

Da YouGov als extrem zuverlässig gilt, sieht das schon wieder stärker nach unklaren Machtverhältnissen und einem anhaltendem Brexit-Gewürge aus.

 


 

Das bringt der Tag
Das Event des Tages ist das Ergebnis der Sitzung der Federal Reserve um 20.00 Uhr. Kaum ein Broker erwartet aber nach drei Leitzinssenkungen einen erneuten Zinsschritt.

Zuvor laufen um 14.30 Uhr die US-Verbraucherpreise ein.

Zeitgleich werden die amerikanischen Realeinkommen gemeldet.

Um 16.30 Uhr veröffentlicht das US-Energieministerium seinen Ölbericht.

 

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