Deutsche Aktien zeigen sich robust

Bernstein Bank: Die Börse in Frankfurt präsentiert sich erstaunlich widerstandsfähig. Obwohl nach wie vor keine Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA in Sicht ist. Und trotz der mauen Performance der Wall Street am Vorabend. Doch jüngste US-Konjunkturdaten machen vielen Anlegern Mut.

Moderates Plus in Frankfurt
Die Anleger an der deutschen Börse griffen zuletzt verhalten zu, die meisten Kurse auf der Handelsplattform präsentierten sich in Grün. Bis zum Mittag arbeitete sich der DAX um 0,6 Prozent nach oben.

Im Fokus der Investoren stand vor allem die Telekommunikationsbranche. Denn am Vorabend war die längste Auktion von deutschen Mobilfunkfrequenzen beendet worden. Die vier Provider – Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch – bezahlen für die 5G-Frequenzblöcke insgesamt rund 6,6 Milliarden Euro. Das ist mehr, als Analysten erwartet hatten.

Aktien von Deutsche Telekom und Drillisch legten zu.

 


 

Das Warten im Zollstreit geht weiter
In Bezug auf den Zollstreit zwischen China und den USA zeigten sich die Anleger im weltweiten Handel weiter skeptisch. Für den G20-Gipfel in Japan Ende des Monats erwarten nur die wenigsten Broker eine Einigung. Denn es gibt weder konkrete Pläne für ein Treffen zwischen dem amerikanischen und chinesischen Präsidenten. Noch sind wenigstens Meetings auf Ministerebene vereinbart worden. Der Zollstreit könnte also andauern.

So schloss der chinesische CSI-300 am Donnerstag um 0,2 Prozent schwächer bei 3.685 Zählern. Und der Nikkei-Index verlor ein halbes Prozent auf 21.032 Punkte.

 

New York trotz guter Daten im Minus
Die Wall Street hatte am Mittwoch leichte Verluste hinnehmen müssen. Der Dow Jones Industrial rutschte um 0,2 Prozent ab auf 26.005 Punkte. Gleiches gilt für den S&P 500, der ebenfalls um 0,2 Prozent auf 2.880 Zähler nachgab. Und der Nasdaq Composite verlor 0,4 Prozent auf 7.793 Stellen.

Dabei waren die amerikanischen Verbraucherpreise für den Mai deutlicher zurückgegangen als erwartet. Zugleich liegt der Optimismus unter kleinen US-Firmen auf einem Allzeithoch, wie der NFIB-Index belegt.

Die Teuerung sendet damit gleich zwei positive Signale für die Börse aus: Erstens legt die aktuell etwas schwächere Inflation der US-Notenbank keine Steine in den Weg hin zu einer Lockerung der Geldpolitik. Zweitens hat Amerika bislang durch die Strafzölle gegen China eben doch keine höheren Preise importiert, wie Kritiker von US-Präsident Donald Trump immer wieder behaupten. Warten wir ab, ob Entwicklung anhält.

 


Sollte die Inflation niedrig bleiben, könnte sich für CFD-Trader ein interessantes Goldilocks-Szenario an der Wall Street aufbauen, also die beste aller Welten: Die Fed könnte die Zinsen senken; Chinas Strafzölle in Milliardenhöhe könnten das US-Staatssäckel füllen; die amerikanische Konjunktur brummt weiter, auch weil chinesische Güter durch agile amerikanische oder internationale Konkurrenten ersetzt werden; die in die USA heimkehrende Produktion stützt den US-Arbeitsmarkt.

Kommt der Krieg mit Iran?
Einen Strich durch diese Rechnung könnte der Ölpreis machen. Denn im Persischen Golf vor Oman wurden gerade zwei Öltanker beschädigt, ob durch Torpedos oder Minen ist noch unklar. Ein Krieg gegen den Iran, den natürlich die USA und Saudi-Arabien hinter den Attacken vermuten, würde den Preisdruck wegfegen, der aktuell auch von den hohen Ölbeständen in den Vereinigten Staaten ausgeht.

Gestern hatte sich die Lage zugespitzt, als jemenitische Huthi-Rebellen einen saudischen Flughafen mit einer Rakete beschossen und über zwei Dutzend Menschen verletzten.

 

Das bringt der Tag
Am Nachmittag stehen zwei wichtige Meldungen an. Zunächst werden um 14.30 Uhr die amerikanischen Import- und Exportpreise für den Mai gemeldet. Zeitgleich sollen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einlaufen.


 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge