Einbruchsschutz – So beugen Sie wirksam vor!

Allianz Versicherung: Die polizeiliche Kriminalstatistik aus 2014 zeigt: Die meisten Wohnungseinbrüche pro Kopf gibt es deutschlandweit in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin, obwohl diese die meisten Polizisten vorzuweisen haben.

Am sichersten leben Menschen in Bayern und in den neuen Bundesländern. Städtebezogen sieht die Sache noch einmal anders aus. Großstädte bleiben eindeutig Einbruchshochburgen. Das Risiko ist hier doppelt so hoch wie in Gesamtdeutschland. Besonders viele Einbrüche wurden in den letzten Jahren in Leipzig, Hannover, Köln, Bremen, Dresden, Dortmund, Berlin und Hamburg gemeldet.

Im Jahr 2015 entstand durch Einbrüche ein Gesamtschaden von mehr als 490 Millionen Euro, welcher durch deutsche Hausratversicherungen ausbezahlt wurde. Im Durchschnitt erbeuteten die Diebe pro Haushalt 3.250 Euro.

Der Schaden ist so hoch wie seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr, Tendenz steigend. In erster Linie hatten es die Einbrecher auf Computer, Fernseher, Tablets, Handys, Schmuck und Bargeld abgesehen.

Gut zu wissen:

  • In fast 40 Prozent aller versuchten Einbrüche verhindern Sicherheitsvorkehrungen, dass ein Dieb ins Haus gelangt.
  • Die meisten Einbrüche werden in den Wintermonaten verübt. Wenn es früh dunkel wird, fragt sich niemand, warum seltsame „Handwerker“ vor dem Haus des Nachbarn stehen.
  • Die Hochzeit für Einbruchs-Delikte ist von Oktober bis Januar.

Wo ist besonderer Schutz nötig? So kommen Diebe rein …
… in Einfamilienhäuser: Fenstertüren besonders sichern
In vier von fünf Einbruchsfällen dringen die Täter durch Fenster, Terrassen- oder Balkontüren ein. Dabei ist das Aufhebeln von Fenstertüren die gängigste Praxis. Oft dauert es nur wenige Sekunden, bis der Einbrecher auf diesem Weg ins Haus gelangt. Haustüren aufzubrechen dauert im Normalfall viel länger.

… in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern:
Bei knapp der Hälfte der Einbrüche kommen die Täter durch die Wohnungstür. 31 Prozent steigen durch Fenstertüren und 21 Prozent durch Fenster ein. Wohnungstüren sind bei Mehrfamilienhäusern deshalb so stark gefährdet, weil sie im Gegensatz zu Türen in Einfamilienhäusern meist weniger gut gesichert sind und nachts nicht abgeschlossen werden.

Einbruchschutz – Staatliche Förderung
Der Einbau von einbruchhemmenden Türen, Fenstern und Alarmanlagen geht ins Geld. Es gibt verschiedene bundesweite und landesspezifische Förderprogramme. Im gesamten Bundesgebiet können Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Investitionskostenzuschuss zwischen 200 und 1.500 Euro bekommen.

Wer zusätzlich energetische Sanierungen oder barriere-reduzierende Maßnahmen durchführt, kann einen noch höheren Zuschuss beantragen. Alternativ ist auch ein Kredit mit einem sehr niedrigen Zinssatz möglich.

Auf Landesebene fördert das Land Nordrhein-Westfalen zinsgünstige Darlehen, die für bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch verwendet werden, mit bis zu 25.000 Euro pro Wohnung. Beantragt wird das Ganze bei der jeweiligen Stadt- oder Kreisverwaltung.

Auch der Freistaat Sachsen hält entsprechende Fördermittel parat, allerdings hier nur in Zusammenhang mit energetischer Sanierung und barrierefreiem Umbauen. Ganz neue Wege geht die Stadt Heidelberg: Hier werden alle Bürgerinnen und Bürger, die in ihrem Eigenheim oder ihrer Mietswohnung mechanische Sicherheitstechnik einbauen, mit einem Zuschuss bis maximal 2.500 Euro unterstützt.

Bitte beachten Sie, dass oben stehende Informationen und insbesondere die genannten Höhen der Förderungen unverbindlich sind. Bitte informieren Sie sich bei den zuständigen Behörden über den konkreten Antragsprozess.

Wertsachen sichern – So lagern Schmuck und Bargeld richtig
Wertsachen, die sich leicht transportieren und schnell veräußern lassen, sind das beliebteste Diebesgut. Deshalb lagern wertvolle Uhren, Ringe, Schmuck und Bargeld am sichersten in einem Tresor. Das hält Gelegenheitsdiebe und auch Profis von der Mitnahme ab, sofern der Safe fachgerecht befestigt und verschlossen ist.

Tresore gibt es in verschiedenen Größen und Bauarten. Wichtig ist, dass man ihn nicht einfach wegtragen kann. Auch eine feste Installation in einer beweglichen Kommode bringt nicht viel. Neben frei stehenden Tresoren bieten die Hersteller auch Einbautresore an. Letztere können in die Wand integriert werden. Sie werden wahlweise über Schlüssel, Tastaturen oder mechanische Schlösser bedient.

Einbruchschutz im Urlaub
Einbrecher nutzen die Urlaubszeit auf ihre Weise. Wenn Eigentümer und Mieter verreisen, bietet sich ihnen die ideale Gelegenheit, ihr kriminelles Handwerk auszuführen.

Wenn Sie diese Tipps beachten, dann verreisen Sie mit einem guten Gefühl:

  • Schlüssel: Vorsicht – Einbrecher kennen klassische Schlüssel-Verstecke wie unter der Türmatte, im Briefkasten oder im Blumentopf. Zweitschlüssel also möglichst beim Nachbarn beziehungsweise bei einer Vertrauensperson deponieren.
  • Keine offensichtlichen Urlaubshinweise: Etwaige Zeitungsabonnements für die Urlaubszeit still legen und Postlagerung beantragen. Nachbarn beziehungsweise Vertrauenspersonen bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren. Anrufbeantworter mit neutralem Text ohne Urlaubshinweise besprechen. Dasselbe gilt für Postings im Internet: Urlaubshinweise auf Facebook & Co. vermeiden.
  • Fenster und Türen: Bei Abreise Fenster und Türen gut verschließen. Oben haben wir Sie bereits über weitere einbruchhemmende Produkte informiert. Beauftragen Sie eine Vertrauensperson damit, regelmäßig vorbeizukommen, um den Eindruck der Anwesenheit zu vermitteln, indem zum Beispiel die Rollläden geöffnet und geschlossen werden. Zeitschaltuhren oder Timer können dies auch elektronisch steuern.
  • Haus- und Wohnungsbeleuchtung: Installieren Sie Licht-Sensoren und Zeitschaltuhren und aktivieren Sie diese.
  • Wertvolle Gegenstände: Am besten während der Abwesenheit alles Wertvolle in einem Tresor oder einem Bankschließfach aufbewahren.

Welche Versicherungen helfen nach einem Einbruch?
Rechtsschutzversicherung: Wird der Einbrecher von der Polizei aufgespürt, haben Sie die Möglichkeit, ihn wegen diverser Delikte wie zum Beispiel Vandalismus, Diebstahl oder Hausfriedensbruch anzuzeigen.

Gegebenenfalls können Sie gegen den Einbrecher zivilrechtlich vorgehen. Eine Rechtsschutzversicherung hilft Ihnen, Ihr Recht vor Gericht durchzusetzen und Anwaltskosten zu sparen. Informieren Sie sich bei Ihrem Berater, wie Sie sich am besten absichern können.

Hausratversicherung: Ob der Einbrecher Wertgegenstände mitgehen lässt oder Einrichtungsgegenstände zerstört – für all das kommt Ihre Hausratversicherung zum Neuwert auf. Damit sie leistet, müssen allerdings Einbruchspuren an Türen oder Fenstern sichtbar sein, die beweisen, dass der Einbrecher sich gewaltsam Zugang zum Haus verschafft hat.

Wer nicht absperrt oder bei offenem Fenster wegfährt, genießt keinen Versicherungsschutz. Überprüfen Sie die Versicherungssumme Ihrer Hausratversicherung. Passen Sie die Summe rechtzeitig an, damit Sie im Schadensfall den vollen Ersatz erhalten.

 

Tipp der Redaktion: Jeder 3. hat Angst vor einem Einbruch

 

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