ETF-Monitor: Kaufpanik im Mai

DEKA ETFsVon allen Erholungsszenarien galt das V – der tiefe Sturz und der rasche Wiederaufstieg – als das unwahrscheinlichste. Doch die fulminante Aufholjagd im April und Mai, teilweise schon mit Zügen einer Kaufpanik, ähnelte sehr diesem V. Erste Lockerungen der vielfach strikten Quarantäneregeln wirkten als Signal, dass die Pandemie über kurz oder lang überwunden werden sollte.

Zu dem Optimismus trugen massive Konjunkturprogramme der Regierungen und die expansive Geldpolitik der Notenbanken bei. Das sich die Rezession der Weltwirtschaft immer deutlicher zeigte, wurde dagegen eher als temporär betrachtet.

Das galt selbst für die USA, wo die Zahl der Corona-Toten die 100.000 Marke überstieg und sich die Arbeitslosenquote der 20-Prozent-Marke näherte. Auch der Tod des Afro-Amerikaners George Floyd am 25. Mai durch Polizeigewalt, der zu andauernden massiven Protesten im Lande führte, beeindruckte die Börsen wenig.

 


 

So kletterte der DAX um 6,7 Prozent und bügelte die Verluste seit Jahresbeginn fast wieder aus. MDAX und TecDAX legten sogar zweistellig zu. Die amerikanischen Technologiewerte im Nasdaq stiegen um 6,8 Prozent, während der S&P 500-Index mit 4,5 Prozent etwas hinterherhinkte. Japanische Aktien glänzten mit Gewinnen von mehr als acht Prozent, während der Euro STOXX 50 sich mit 4,2 Prozent zufriedengeben musste.

Ausreißer in diesem positiven Bild waren die Emerging Markets. Der entsprechende MSCI-Index verbesserte sich nur um 0,6 Prozent. Der chinesische Markt mit dem Shanghai Composite, der sich bisher in der Krise gut gehalten hatte, gab sogar leicht um 0,3 Prozent nach. Auch belastete die Entwicklung in Hongkong, wo Peking den Druck auf Demokratiebestrebungen verstärkte.

Der Goldpreis tat sich angesichts des neu erwachten Risikoappetits schwerer. Der kräftige Schwung aus dem April lief aus. Der Preis der Feinunze bewegte sich um 1.700 US-Dollar und markierte im Mai nur ein Plus von 2,6 Prozent. Der Ölpreis, der im März und April noch ohne Halt zu fallen schien, fing sich und legte eine Erholung von fast 40 Prozent vor.

Fonds mit Ölbezug waren, mit einem Plus von rund 30 Prozent, demnach auch die überdurchschnittlichen Gewinner bei den ETFs. Unter den Länder-ETFs ragte Vietnam heraus, dort stiegen die Kurse um 14 Prozent. Dicht auf den Fersen waren Small und Mid Caps aus Deutschland, die rund elf Prozent zulegten.

Bei den Verlierern zeigte sich die angesprochene Krise in Hongkong. Sie belastete verschiedene Indizes der Börsen in China und Hongkong. Im Durchschnitt betrugen die Verluste zehn Prozent. Deutliche Abschläge gab es auch bei ETFs mit langlaufenden amerikanischen Anleihen, die um fünf Prozent nachgaben.

Entwicklung AuM in Assetklassen in % (indexiert, rollierend 5 Jahre)

 

Anlageklassen

Beim Nettomittelaufkommen stachen vor allem die Anleihen hervor. Sie konnten im Mai 6,8 Milliarden Euro einsammeln. Die Rohstoffe wurden mit 3,1 Milliarden Euro gestärkt. Bei den Aktien dagegen gab es trotz Kursfeuerwerk Abflüsse. Ihr Nettomittelaufkommen verringerte sich um 1,1 Milliarden Euro. Auch der Geldmarkt litt, rund 598,6 Millionen wurden abgezogen.

Netto-Mittel: Ab- und Zuflüsse nach Anlageklassen in Mio. Euro

 

Nettomittelabflüsse

Verlierer waren im Mai globale Immobilienaktien, die Nettomittel von 750,7 Millionen Euro verloren. Auch Standardaktien der Eurozone waren kaum gefragt, was deren Flows um 705,7 Millionen Euro verminderte. Globale Aktien der Schwellenländer litten ebenfalls und verminderten ihr Nettoaufkommen um 532,5 Millionen Euro. Ebenso wurden Schwellenländeranleihen in Lokalwährung abgestoßen, ein Minus von 478,2 Millionen Euro. Schließlich waren Euro-Geldmarktpapiere auf den Verkaufslisten, was ihnen einen Rückgang um 429,1 Millionen Euro bescherte.

Nettomittelzuflüsse

Heruntergebrochen auf einzelne Kategorien in den Anlageklassen dominierten im Mai die Edelmetalle. Sie verbuchten 2,4 Milliarden Euro Nettomittel. Gefolgt wurden sie von verschiedenen Anleihen. Euro-Unternehmensanleihen sammelten 1,2 Milliarden Euro ein, Anleihen außerhalb der großen Standardindizes 922,7 Millionen Euro und US-Dollar-Staatsanleihen 779,8 Millionen Euro. Erst danach folgte eine Aktienkategorie mit amerikanischen Wachstumstiteln, die 776,3 Millionen Euro frische Gelder attrahieren konnte.

 


 

Fazit
Vor zwei Monaten wurde an den Märkten meist ängstlich gefragt: „Kommen wir je wieder aus der Krise?“ Zuletzt lautete die Frage: „Kann dieser Aufschwung noch so weitergehen?“ Zu offensichtlich sind die schlechten Konjunkturdaten, vor allem in den USA. Aber auch China, das die Pandemie weitgehend überwunden zu haben scheint, liefert noch keine hoffnungsvollen Zahlen.

Auch wenn die Börsen immer weit vorausblicken und nach Einschätzung vieler Analysten eine deutliche Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr ins Auge fassen, muss man vorerst mit kräftigen Rückschlägen rechnen. Die kamen schneller als erwartet. Als die Fed in der zweiten Juni-Woche eine äußerst negative Konjunktureinschätzung lieferte, wurde Investoren klar: Die konjunkturelle Erholung könnte deutlich länger dauern als bisher erhofft.

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