ETF-Namen einfach erklärt: was bedeuten die 4 Komponenten bei ETF-Bezeichnungen?

Ginmon: Die oftmals langen und kryptischen Bezeichnungen für ETFs scheinen auf den ersten Blick wenig verständlich. Doch dahinter verbirgt sich eine recht einfache Logik, durch die sich viele wichtige Informationen über den ETF schon in seinem Namen finden lassen.

Im Folgenden erläutern wir den Aufbau und die einzelnen Komponenten der ETF-Namen genauer.

 

ETFs: Aufbau des Namens

Die Namensgebung von ETFs ist für gewöhnlich in Englisch und setzt sich aus vier Komponenten zusammen, in denen die wichtigsten Informationen zum jeweiligen ETF enthalten sind.

 

ETF Anbietername

Der erste Baustein einer jeden ETF-Bezeichnung ist der Name des ETF-Anbieters. In unserem Beispiel ist das SPDR, der drittgrößte ETF-Anbieter weltweit nach iShares und Vanguard.

 

 

In den meisten Fällen sind diese Anbieter Tochterunternehmen von größeren Vermögensverwaltern oder Banken.

So gehört SPDR zum Finanzdienstleister State Street, während iShares als größter ETF-Anbieter der Welt zum Vermögensverwalter BlackRock gehört.

 


 

Weitere Beispiele für ETF-Anbieter sind Xtrackers, UBS, Invesco oder Amundi.

Alle genannten Anbieter sind auch in unseren Anlagestrategien vertreten.

 

ETF Indexname

Da ein ETF zum Ziel die Replizierung eines Indexes hat, spielt die zugrundeliegende Benchmark eine wichtige Rolle.

Deshalb ist der Index in der Bezeichnung des ETFs namentlich enthalten. In unserem Beispiel repliziert der ETF von SPDR den S&P U.S. Dividend Aristocrats Index.

 

 

Der Indexname kann zudem weitere Begriffe enthalten, die Auskunft über die Berechnungsmethode des Index geben. So zum Beispiel, ob es sich um einen Performance-Index vor Berechnung von Steuern (TR für Total Return) oder um einen Index mit angenommener Steuerlast (NR für Net Return) handelt.

Ebenso können sich hier Begriffe, wie “Core” oder “Prime” finden, welche wiederum ausdrücken, dass der ETF zu den Kernprodukten des Anbieters gehören.

Diese Erweiterungen finden sich immer unmittelbar hinter dem Anbieternamen und damit noch vor dem offiziellen Indexnamen, so zum Beispiel beim Lyxor Core STOXX Europe 600 UCITS ETF.

 


 

Taucht ein Begriff wie Core oder Prime jedoch innerhalb des Indexnamens auf und nicht davor, so bezieht sich dieser auf die Auswahlkriterien des Indexes, den der ETF repliziert, nicht jedoch explizit auf den ETF.

Ein Beispiel hierfür wäre der UBS ETF Factor MSCI USA Prime Value UCITS ETF. Hier kommt der Begriff Prime vom Index und nicht vom ETF-Anbieter.

 

ETFs: Regulatorische Hinweise

Nach dem Namen des replizierten Indexes folgen regulatorische Hinweise zum ETF selbst. Diese regulatorischen Hinweise enthalten oftmals wichtige Informationen bezüglich des Anlegerschutzes und der Regulatorik, welcher der ETF unterliegt. Eine sehr häufige Kennung ist das “UCITS”, wie auch in unserem Beispiel.

Damit ist gemeint, dass der ETF den UCITS-Richtlinien unterliegt, die wichtige Regularien für Transparenz und Anlegerschutz beinhalten.

Dazu gehören unter anderem Anforderungen an Diversifikation, Liquidität und erlaubte Investitionen oder Instrumente.

 

 

Des Weiteren findet sich im Namen des ETFs immer auch die regulatorische Kennung als ein solcher. Damit soll ein Exchange Traded Fund (ETF) eindeutig von anderen börsengehandelten Anlageinstrumenten unterschieden werden.

Unter der Kategorie der Exchange Traded Products (ETP) finden sich neben den ETFs auch weitere Produkte, wie Exchange Traded Commodities (ETC) oder Exchange Traded Notes (ETN).

Da sich diese Produkte wesentlich voneinander unterscheiden, wird im Namen bereits die Zuordnung deutlich gemacht.

 


 

ETFs: Merkmale der Anteilscheinklasse

Als letzte Komponente kommen gegebenenfalls noch detaillierte Angaben zur Anteilscheinklasse.

Diese werden allerdings nicht immer und in vollem Umfang bereits im Namen angegeben.

Hier finden sich beispielsweise Angaben über die Ertragsverwendung, die Währung der Anteilscheinklasse oder auch den Hebel des ETFs, wenn ein solcher vorhanden ist.

 

 

Wichtig ist, dass sich die Abkürzungen je nach Anbieter unterscheiden können. Mit der Ertragsverwendung wird beschrieben, ob im Fonds gezahlte Dividenden (bei Aktien) oder Zinsen (bei Anleihen) an die Investoren ausgeschüttet werden oder in den Fonds reinvestiert werden.

Da die Namensgebung gewöhnlich auf Englisch erfolgt, können mögliche Abkürzungen zur Kenntlichmachung eines ausschüttenden (“distributing”) ETFs folgende sein:

  • D
  • Dis
  • Dist

Sie alle bedeuten das Gleiche – der ETF schüttet Dividenden- oder Zinszahlungen an seine Anleger aus.

 

Eine (unvollständige) Liste gängiger Erweiterungen für die Anteilscheinklasse:

  • D, Dis, Dist = Ausschüttender ETF
  • C, Acc = Thesaurierter ETF
  • EUR, USD, GBP, CHF = Handelswährung des ETFs
  • Short, 2x, Double, 3x = Modifikation der Replikation
  • EUR hedged = Wertgesichert in der genannten Währung

 

Herangehensweise an den Namen eines ETFs

Versteht man den Aufbau eines ETFs, ermöglicht dies dem Anleger, die wichtigsten Informationen für einen ersten Überblick zu erfahren. Die Anbieternamen und regulatorischen Hinweise unterscheiden sich vom Umfang meistens nur geringfügig, enthalten aber oftmals sehr wichtige Informationen für Anleger.

Die Namen der Indizes können allerdings aufgrund der Vielzahl an möglichen Zusätzen deutlich unübersichtlicher ausfallen als dies in unserem gewählten Beispiel der Fall ist.

Gleiches gilt für die nahezu endlose Liste an möglichen Informationen bezüglich der Anteilscheinklasse in der vierten Komponente.

Entscheidend ist jedoch, dass sich die einfache Logik hinter der Namensgebung nicht verändert.

 

 

Es also wichtig, sich nicht von den langen Namen und oftmals undurchsichtigen Abkürzungen verunsichern zu lassen.

Für einen ersten Eindruck und ein grobes Verständnis, worum es sich bei dem ETF handelt, genügt ein Verständnis für die vorhandenen Komponenten im Namen und welche Informationen sich aus den entsprechenden Elementen gewinnen lassen.

 

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