ETX Capital: EUR/USD: Was macht die EZB?

ETX Capital: Der EUR/USD-Kurs konnte sich nach den heftigen Abwärtsbewegungen Anfang Mai wieder fangen und konsolidierte in den letzten Tagen in einer engen Handelsspanne zwischen 1,36 USD auf der Unterseite und 1,3650 USD auf der Oberseite. Nun kommt es für den weiteren Verlauf darauf an, was Mario Draghi und das EZB-Direktorium nächste Woche Donnerstag den 5. Juni beschließen werden. Die Analysten sind sich relativ einig, dass eine Maßnahme vonseiten der EZB ansteht. Ob schon auf der kommenden EZB-Sitzung oder erst auf der Nächsten, da rätseln die Zentralbankbeobachter noch.

 

Die Tendenz unter den Beobachtern geht aber in Richtung negative Einlagenzinsen auf Geldeinlagen bei der EZB und/oder eine neue Runde Long Term Refinancing Operations (LTROs). Auch nachdem Mario Draghi Anfang der Woche über quantitative Maßnahmen sagte, dass ein solches Programm eine geeignete Maßnahme wäre, um sich gegen fortschreitende deflatorische Entwicklungen im Euroraum zu stemmen, erwarten die Analysten diesbezüglich relativ wenig. Die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sind diffizil für den direkten Ankauf von Anleihen am Offenmarkt durch die EZB.

 

Die nächsten Tage, bis zu den Big Events EZB-Sitzung am Donnerstag und US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, könnten im EUR/USD-Kurs in sehr ruhigen und engen Bahnen verlaufen. Ein schwieriges Umfeld für kurzfristig orientierte FX Trader. Aus charttechnischer Sicht hat sich die wichtige Unterstützungszone, die zwischen 1,37 USD und 1,3650 USD verlief, zu einem Widerstand gewandelt. Sollte der EUR/USD-Kurs über diese Zone hinaus steigen, dann wäre die Bärenrallye der letzten zwei Wochen erstmal neutralisiert. Solange sich der Kurs unterhalb dieser wichtigen Widerstandszone bewegt, solange könnte das nächste Ziel für den EUR/USD-Kurs bei ca. 1,35 USD liegen. Denn hier verläuft die nächste wichtige charttechnische Unterstützungszone für das Währungspaar.

 

Von Oliver Bossmann

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