EURUSD: Brexit-Risiko bleibt bestehen, aber FOMC-Sitzung könnte Impuls geben

Am Währungsmarkt geht in dieser Woche etwas und zwar nicht nur hinsichtlich des Brexit-Risikos und den Auswirkungen auf den Kurs des britischen Pfund , sondern auch notenbanktechnisch. Insgesamt vier Notenbanken haben ihre Treffen.
Darunter die Fed sowie die Schweizerische Nationalbank. Aber auch die Bank of England sowie die Bank of Japan äußern sich jeweils zu ihren geldpolitischen Vorhaben und entscheiden nicht nur über Zinsen.

FOMC-Sitzung im Fokus – war Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten übertrieben?
Der EUR-USD  hat nach dem Non Farm Payrolls-Debakel um mehr als 2 US-Cent hinzugewonnen, doch in der Woche darauf mehr als 50 % der abrupten Bewegung korrigiert. War also die Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten übertrieben? Ein wenig schon, denn aus einer folgenden Rede der Fed-Chefin Yellen ging nicht unbedingt hervor, dass der Zinsanstieg für dieses Jahr nun gänzlich passé ist, weshalb hier Erwartungen womöglich vorschnell umgeschwungen sind. Zudem deuten weitere Konjunkturdaten darauf hin, dass es sich immer noch um einen Ausreißer handeln kann.

Aufgrund dessen wird man Wirtschaftsprognosen sowie die Pressekonferenz stark beobachten. Man wird sich vor allem die Frage stellen, ob eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass die Zinsen bereits im Zeitraum Juli-August steigen könnten. Diese Wahrscheinlichkeit sollte der Fed nach durch eine robuste Erholung bei den Konjunkturdaten (Inflation, Arbeitsmarkt, Häusermarkt sowie dem Einzelhandel) unterstützt werden.

Einzelhandelsumsätze könnten Einfluss nehmen
Einzelhandelsumsätze, die in dieser Woche (14.06.2016) zur Veröffentlichung anstehen, sollten daher besonders beobachtet werden. Zuletzt (April) sind sie stark über den Erwartungen (+1,3 %) ausgefallen. Daher rechnet man mit nur einem leichten prozentualen Anstieg (+0,3 %) im Mai. Ein deutlich negativer Wert dürfte sich allerdings auf den EURUSD-Kurs auswirken, denn er würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Einfluss auf die Entscheidungen der FOMC-Sitzung nehmen. Der EURUSD-Kurs würde in diesem Fall steigen.

Erwartungen an andere Notenbanken
Unter den anderen Notenbanktreffen birgt wohl das Treffen der Bank of Japan das größte Überraschungsrisiko. Hier ist nicht wirklich klar, wie die Bank of Japan auf einen weiteren Anstieg des japanischen Yen gegen den US-Dollar reagieren wird. Zumal das Währungspaar USDJPY bereits wieder nahe der wichtigen Preisunterstützung von 105 Japanische Yen je US-Dollar fluktuiert. Ein Durchbruch nach unten dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Intervention erhöhen.

Andererseits wird es womöglich auch davon abhängen, wie das am Tag zuvor verlaufene FOMC-Meeting ausgeht. Sollte der US-Dollar aufgrund der Entscheidungen gestützt werden, so bestünden für die Bank of Japan weniger Gründe zu intervenieren. Im umgekehrten Fall hingegen steigt die Wahrscheinlichkeit einer Yen-schwächenden Maßnahme.

Prognose
Es ist ungemein schwer in einem Umfeld wie diesem eine kurzfristige Prognose zu treffen. Denn bei all den Notenbanken und Konjunkturdaten, die in dieser Woche stattfinden, darf das Brexit-Risiko eben auch nicht vergessen werden. Der EURUSD-Kurs hat meines Erachtens daher mehr Potenzial nach unten als nach oben.

Es sei denn, die FOMC-Sitzung bzw. einflussnehmende Konjunkturdaten bringen ganz andere Erwartungen hervor. Aber selbst dann dürfte sich der US-Dollar verhältnismäßig stabil halten. Zumindest sofern sich beim britischen Risiko nichts verändert und auch die Bank of Japan die Füße stillhält. Unter Umständen kann nämlich auch ein Fallen im Währungspaar USDJPY ein Steigen im EURUSD bewirken.

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