EZB verleiht dem DAX Flügel – Schwacher Euro wird zum Problem

FXCM: EZB verleiht dem DAX Flügel – Schwacher Euro wird zum Problem
 
Mal wieder waren es Mario Draghi und die Europäische Zentralbank, die dem Deutschen Aktienindex heute Flügel verliehen. Zwar verkündete die EZB keinerlei weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen. Aber allein die Formulierung Draghis, dass die unkonventionellen Maßnahmen wie TLTROs und der Aufkauf von ABS-Papieren die EZB-Bilanz signifikant aufblasen werden, reichte für ein kleines Kursfeuerwerk. Die schwindende Euphorie darüber am Nachmittag allerdings kostete den DAX dann wieder gut 100 Punkte.
 

Draghi deutete an, dass die Notenbank ihre Bilanz auf das Niveau zu Beginn 2012, als man die LTROs ankündigte, anheben würde. Mit Blick auf die bald eher restriktive Federal Reserve und Bank of England, welche über kurz oder lang ihre Geldpolitik normalisieren werden, wird vermutlich allein die Abwertung des Euro wieder zu einem Anstieg der Inflation in der Eurozone führen. Diese wird man nicht durch positive realwirtschaftliche Effekte zu sehen bekommen, wie es gesund wäre, sondern man wird sich diese importieren.
 

Daher bleiben Aktien ausgehend vom Dilemma, in welchem sich die Europäische Zentralbank mit niedriger Inflation, hoher Arbeitslosigkeit, mangelnder Kreditvergabe an den privaten Sektor und Leistungsbilanzüberschuss befindet und dem daraus folgenden lange andauernden expansiven geldpolitischen Kurs mit Zinsen nahe Null das Maß aller Dinge und damit konkurrenzlos.
 

Es bleibt aber abzuwarten, ob die Anleger optimistisch genug für europäische Aktien werden können. Denn die Abwertung des Euro und die robustere konjunkturelle Entwicklung in den USA mit der Aussicht auf einen auch in Zukunft stärkeren US-Dollar wird sie eher bei US-amerikanischen statt europäischen Titeln zugreifen lassen.
 

Das stützt am Ende zwar auch den Deutschen Aktienmarkt mit seiner Abhängigkeit zur Wall Street, aber sorgt für eine klare relative Schwäche gegenüber den US-Börsen. Die Chancen für einen nachhaltigen Anstieg des DAX über die Marke von 10.000 Punkten in den kommenden Monaten sind daher als sehr gering einzuschätzen.

 

Von Jens Klatt

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